Sonntag, 26. Juni 2022

Rettungseinsatz an der Tiefkarspitze im Karwendel

Tödlicher Absturz zweier Bergsteiger

 

Zu einem tödlichen Absturz einer Bergsteigerin und eines Bergsteigers kam es gestern, am Samstag, 25.06.2022, im Karwendel an der Tiefkarspitze. Die beiden Personen konnten trotz dem schnellen Eintreffen der Rettungskräfte der Bergwacht Mittenwald unter dem Einsatz eines Polizeihubschraubers und dem Rettungshubschrauber Christoph 17 nicht gerettet werden. Beide Personen verstarben am Unfallort.

Um 15.30 Uhr ging über verschiedene Anrufer die Unfallmeldung direkt bei der Bergrettungswache Mittenwald ein. Der Wirt der Hochlandhütte meldete laute Schreie und einen Felsbruch von der Tiefkarspitze. Meldebild und Unfallort erforderten den sofortigen Einsatz eines Hubschraubers.

Der zuerst eintreffende Polizeihubschrauber Edelweiß 6 konnte zunächst den Bergwachtnotarzt sowie einen Bergretter an der unteren Unglücksstelle mit der Rettungswinde absetzen. Ein weiterer Bergretter wurde zusammen mit der Notärztin des Rettungshubschraubers Christoph 17 aus Kempten zur zweiten Person, etwa 50 Meter oberhalb, geflogen. Für den Mann und die Frau kam jede Hilfe zu spät, sie verstarben an der Unfallstelle. Beim Auffindeort handelt es sich um steiles, felsdurchsetztes Schrofengelände auf der nordöstlichen Seite der Tiefkarspitze auf ca. 1930 Meter Höhe. Unklare Hilfeschreie, welche von den Meldern mitgeteilt wurden, erforderten eine weitere Absuche des umliegenden Geländes. Sieben Bergretter suchten im Folgenden die Wandersteige im Bereich der Einsatzstelle nach möglichen weiteren Beteiligten am Unfallgeschehen ab. Unterstützt wurde die Suche in den frühen Abendstunden zusätzlich durch den Einsatz einer Wärmebildkamera des Polizeihubschraubers. Beide Suchen ergaben keine Anhaltspunkte für weitere beteiligte Personen.

Die Unfallaufnahme und die Bergung erfolgten durch die Alpine Einsatzgruppe der Polizei. Ein Polizeibergführer ermittelt nun zur Absturzursache des tragischen Unfallgeschehens. Diese ist derzeit noch völlig unklar. Bei den beiden tödlich Verunglückten handelt es sich nach polizeilichen Angaben um eine 19-Jährige sowie ihren 20-jährigen Begleiter, beide aus dem Landkreis Dachau. Insgesamt waren an dem Einsatz 13 Bergretter, 1 Bergwachtnotarzt und 2 Kräfte des Kriseninterventionsdienst der Bergwacht beteiligt. Gegen 19:15 Uhr konnte der Einsatz beendet werden. Die Bergrettungswache Mittenwald ist im Kontext des G7 Gipfels im Tagesbetrieb durchgängig mit Einsatzkräften besetzt.

Bereits am Vormittag musste die Bergwacht Mittenwald zu einem Einsatz am Gleitsteig im Bereich des Wörners ausrücken. Auf dem engen Steig waren zwei junge Männer unterwegs. Einer von beiden wurde durch einen herabfallenden Stein am Kopf verletzt. Der vom Einsatzleiter Bergwacht alarmierte Rettungshubschrauber Christoph Murnau, nahm daraufhin am Landeplatz Mittenwald zwei Einsatzkräfte der Bergwacht auf. Unter dem Einsatz der Rettungswinde des Hubschraubers konnten zunächst der Verletzte und anschließend sein unverletzter Begleiter aufgenommen werden. Nach einer Versorgung am Landeplatz durch den Notarzt des Rettungshubschraubers Christoph Murnau erfolgte der Weitertransport des 34jährigen Verunfallten in das Unfallklinikum Murnau.

Hinweis: Ein Bezug zum ortsnahen stattfindenden G7 Gipfel auf Schloss Elmau ist in beiden Fällen nicht gegeben.

Pressekontakt: g7-2022-presse@bergwacht-bayern.de