Dienstag, 24. Mai 2022 Autor: Max Knab, BW Amberg

Nächtlicher Höhlenrettungseinsatz

Erfolgreiche Rettung in der Fränkischen Schweiz

Fränkische Schweiz / 22.05.2022 / Am frühen Sonntagmorgen wurden um 00:18 Uhr die Bergwachten Amberg und Sulzbach-Rosenberg gemeinsam mit weiteren Einsatzkräften von Rettungsdienst und Feuerwehr von der Integrierten Leitstelle (ILS) Amberg zu einem Höhlenunfall im Gemeindegebiet Hirschbach alarmiert.

Zwei Männer aus Niedersachsen waren am Samstagabend in die Bismarckgrotte, eine rund 1,2 km lange und 52 m tiefe Karsthöhle, eingestiegen. Bei der Begehung des schwer zugänglichen Höhlensystems stürzte einer der Männer und zog sich dabei Verletzungen am Bein zu, sodass er nicht mehr in der Lage war, die Höhle selbstständig zu verlassen. Der diensthabende Einsatzleiter Bergwacht entschied sich daraufhin, die Höhlenrettung der Bergwacht Frankenjura über die Leitstellen Nürnberg, Bamberg und Bayreuth nachzufordern. Diese Spezialkräfte, unter ihnen ein Bergwacht-Notarzt, stiegen mit Seilen in die Höhle ein und versorgten den Verletzten.

Mithilfe eines Seilzuges wurde der Patient anschließend ca. 25 m durch den steilen und engen Höhlenschacht zum Höhlenausgang transportiert. Von hier aus erfolgte der Transport mittels Gebirgstrage zum bereitstehenden Rettungswagen, der den 29-Jährigen in ein Krankenhaus brachte. Die Feuerwehren aus Achtel und Königstein leuchteten die Einsatzstelle aus, halfen beim Materialtransport und unterstützten so die Rettungsaktion. Ebenfalls im Einsatz war die SEG Information und Kommunikation des BRK sowie das Kriseninterventionsteam der Bergwacht Frankenjura zur Betreuung des Begleiters. Gegen 4 Uhr morgens konnte der personal- und materialintensive Einsatz beendet werden.

In der gesamten Fränkischen Schweiz gibt es mehrere tausend Höhlen, in denen es immer wieder zu Unfällen kommt. Gemäß Bayerischen Rettungsdienstgesetz ist die Höhlenrettung Aufgabe der Bergwacht Bayern, deren Bergretter nach abgeschlossener Grundausbildung die Spezialistenausbildung zum Höhlenretter durchlaufen können.