Mittwoch, 30. März 2022

Tödlicher Absturz am Hochgrat im Allgäu

Einsatz erfordert Evakuierung von mehreren Personen

Allgäu/Oberstaufen 29.04.2022 Am vergangenen Sonntagnachmittag gegen 14.50 Uhr wurde die Bergwacht Oberstaufen (Oberallgäu) zu einem Absturz einer Wanderin aus großer Höhe in der Brunnenauscharte am Hochgrat gerufen.

Zwei Luftretter der Bergwacht Oberstaufen wurden oberhalb der Unfallstelle mit dem Notarzthubschrauber Gallus 1 aus Zürs abgesetzt und stiegen von der Brunnenauscharte aus mit Steigeisen und Pickel zu den weiteren absturzgefährdeten Personen am Unfallfallort ab. Der Notarzt wurde parallel mit dem Rettungstau direkt zum Unfallopfer unterhalb abgesetzt, konnte aber vor Ort nur mehr den Tod der Verunglückten feststellen.

Die junge Frau war auf dem schmalen, vereisten Steig ausgerutscht über ein steiles Schneefeld gerutscht bevor sie über eine ca. 50m hohe, nahezu senkrechte Felswand abstürzte. Im darunterliegenden Schneefeld rutsche sie weiter und verfing sich nach insgesamt 100 m Absturz an einem jungen Baum. Die Begleiterin und zwei zufällig anwesende junge Männer, die Augenzeugen waren, wurden in Anbetracht des Geschehens und der akut bestehenden Absturzgefährdung ebenfalls mit dem Hubschrauber evakuiert.  Ein weiterer Passant, der als erster an der Unfallstelle eintraf ebenso.

Die Bergung der Leiche erfolgte durch den Polizeihubschrauber Edelweiß und zwei Beamten der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei. Das Kriseninterventionsdienst (KID-Berg) der Bergwacht Allgäu übernahm die Betreuung der Begleiterin und der zwei jungen Bergsteiger. Im Einsatz waren acht Bergretter der Bergwacht Oberstaufen, der Rettungshubschrauber Gallus 1 aus Zürs und der Polizeihubschrauber Edelweiß. Einsatzende war gegen 18.30 Uhr nach Eintreffen des letzten Bergretters aus der zwischenzeitlich schattigen und kalten Brunnenau.

Schon einen Tag zuvor mussten an gleicher Stelle zwei Wanderer, glücklicherweise unverletzt, mittels Hubschrauber aus ihrer misslichen Lage gerettet werden. Sie kamen aufgrund der Wegverhältnisse weder vor noch zurück und alarmierten die Rettung.

Oberhalb von 1500m Höhe herrschen an vielen Stellen, v.a. in Nordflanken noch zum Teil hochwinterliche Bedingungen mit pickelharten Schneefeldern und vereisten Passagen. Dies ist insbesondere bzgl. der Ausrüstung bei der Tourenplanung zu berücksichtigen. Auch bei Wanderungen können Grödeln, Steigeisen oder ein Pickel sowie der geübte Umgang damit schnell erforderlich sein. Mit den vorhergesagten Niederschlägen am kommenden Wochenende kehrt der Winter bis in die Niederungen mit Schneefall zurück!