Montag, 14. März 2022

Schwere Bergunfälle fordern die Bergwacht

Vier Personen sterben am Wochenende im Oberland am Berg


Flintsbach am Inn, 14.03.2022. Zu einem tragischen Bergunfall rückte die Bergwacht Brannenburg am vergangenen Samstag aus. Drei Personen verunglückten tödlich durch Absturz an der Maiwand im Gebiet der Hohen Asten. 20 Mann der Bergwacht Brannenburg, die beiden Notarzthubschrauber Christoph 1 aus München und Heli 3 auf Kufstein waren ebenso beteiligt wie ein Hubschrauber der Landpolizei. Die vierte Wanderin aus der Gruppe musste den Absturz ihrer drei Begleiter mit ansehen und setzte einen Notruf ab. Die Einsatzkräfte der Bergwacht Brannenburg, darunter auch ein Bergwachtarzt und drei Rettungssanitäter, konnten bei ihrem Eintreffen nur noch den Tod der drei Verunglückten feststellen. Die vierte Wanderin wurde von der Bergwacht ins Tal gebracht und von einem Krisenteam der Bergwacht unterstützt.

s. auch https://www.facebook.com/Bergwacht.Brannenburg/

Auch an der Benediktenwand im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen kam es am gleichen Tag zu einem tödlichen Bergunfall. Der abgestürzte Kletterer wurde, nachdem er von der Lebensgefährtin als vermisst gemeldet worden war, in der Nacht am Wandfuß von den Einsatzkräften aufgefunden. Ziel des abgestürzten US Amerikaners war die Durchsteigung der 400 Meter hohen Nordwand der Benediktenwand. Im Einsatz waren mehrere Bergretter der Bergwacht Benediktbeuern, ein Team der Bergwacht Kochel und die Alpine Einsatzgruppe der Polizei. Vier Bergretter aus Benediktbeuern machten sich mit Touren-Skiern auf den Weg zur Tutzinger Hütte. Zeitgleich suchte der Polizeihubschrauber Edelweiß 2 mit einer Wärmebildkamera nach dem Vermissten. Gegen 1.50 Uhr meldete die Besatzung des Hubschraubers einen Sucherfolg. Der Rettungshubschrauber Christoph Murnau konnte den Bergwacht-Notarzt an der Tutzinger Hütte absetzen. Den Auffindeort erreichte dieser dann auf Skiern, wo er aber nur mehr den Tod des Verunfallten feststellen konnte. Unterstützt wurde der Einsatz der Hubschrauber durch die Bergwacht Bad Tölz mit einem Tankanhänger.

Sowohl in den Skigebieten als auch im freien Gelände bewältigte die Bergwacht zahlreiche Einsätze am vergangenen Wochenende. Darunter waren auch Rettungen von verstiegenen Personen, u.a. am Sonntag im Bereich Schönberg im Dienstgebiet der Bergwacht Lenggries und im Allgäu. Am Hochstaufen im Chiemgau retten die Einsatzkräfte der Bergwachten aus Reichenhall, Teisendorf-Anger und Freilassing am Sonntagabend einen 21-jährigen Wanderer der sich verstiegen hatte. Infos zu diesem und weiteren Einsätzen vom Wochenende im Chiemgau hier.  

Insbesondere in den bayerischen Voralpen und Niederungen zieht es zunehmend die Ausflügler nicht mehr nur mit Skiern ins Gebirge, sondern bereits auch wieder zu Fuß zum Wandern und teilweise auch mit dem Mountainbike. Südseitig sind bereits viele Bereiche in den bayerischen Alpen schneefrei, während man in den übrigen Lagen oder in schattigen Tallagen in der Regel noch auf winterliche Verhältnisse trifft, mit Vereisung oder auch tiefem Schnee.  

In Bereitschaft war und ist noch die Bergwacht Bereitschaft Füssen für eine mögliche Unterstützung beim Bergwaldbrand im Grenzbereich zwischen Österreich und Deutschland. Seit dem Wochenende steht ein größeres Waldgebiet in der Gemeinde Pinswang (A) in Brand. Feuerwehren aus Bayern und Österreich sind dort mit Unterstützung von Löschhubschraubern zur Brandbekämpfung im Bergwald im Einsatz. Die Sicherung der Feuerwehrkräfte im Steilgelände gegen Absturz wird von der örtlichen österreichischen Bergrettung geleistet.
Berichterstattung im ORF