Sonntag, 31. Oktober 2021

Bergwaldbrand in Niederösterreich

Bergwacht Bayern unterstützt österreichische Bergrettung

 

Rax/Niederösterreich / Bad Tölz, 31.10.2021
Seit vergangenen Donnerstag
unterstützen Einsatzkräfte der Bergwacht Bayern die Kameraden der Bergrettung in Niederösterreich bei der Bekämpfung des Bergwaldbrandes im Rax-Gebirge bei Hirschwang. Die Fläche des Brandes umfasst ca. 200 ha. Die Bergrettung Niederösterreich ist dort im Einsatz zur Sicherung der Feuerwehreinsatzkräfte im steilen Felsgelände und für die rettungsdienstliche Absicherung. Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit der Bergrettungsorganisationen entsandte die Bergwacht Bayern auf Anfrage der Bergrettung Niederösterreich am Donnerstag, den 28.10.2021, einen Spezialisten für Bergwaldbrand der Bergwacht Bayern als Beobachter und Fachberater. Für den Vorsitzenden der Bergwacht Bayern, Thomas Lobensteiner, ist dies eine Selbstverständlichkeit. „Sich gegenseitig unterstützen und voneinander Lernen war schon immer Prämisse für alle Aktiven in der Bergrettung. Ein schnelle und flexible Einsatzfähigkeit am Berg und im unwegsamen Gelände zeichnet uns dabei aus.“

Seit diesem Wochenende ist zudem eine Mannschaft mit dem „Bergwacht-Umweltanhänger“, welcher mit Spezialgerät für Bergwaldbrände ausgestattet ist, und ein erfahrenes Technikteam für den Drohneneinsatz von der Bergwacht Region Chiemgau mit vor Ort. Die mit Wärmebildkamera ausgestattete Drohne lokalisiert Brandherde und liefert wertvolle Informationen für das einsatztaktische Vorgehen.

Voraussichtlich bis zum kommenden Montag sind insgesamt 13 Einsatzkräfte der Bergwacht in diesen Unterstützungseinsatz in Niederösterreich vor Ort bzw. in der Organisation eingebunden. Zur Spezialausstattung des Umweltanhängers zählen hitzebeständige Seile und Sicherungsmaterial aus Aramid sowie tragbare Gerätschäften wie spezielle Motorsägen, Hacken, Transportkisten und eine kettenbetriebene Kleinraupe.

Das Material wird benötigt, um Zugangs- und Rettungswege im Steilgelände für die Einsatzkräfte der Feuerwehren herzustellen und zu sichern. Mit den Spezialseilen können die Bergretter Feuerwehrkräfte beim Arbeiten im Gelände gegen Absturz sichern. Aufgrund der Einsatzerfahrung und Fachkompetenz unterstützen die Experten der Bergwacht Bayern den lokalen Stab der Bergrettung in strategischen Fragestellungen.

Weitere Infos zum „Katastrophenschutz Alpin“  
Wiederholt war die Bergwacht in den vergangenen Jahren bei Bränden auch in den Bayerischen Alpen mit der Feuerwehr gemeinsam im Einsatz.
Thumsee, Herzogstand, Sylvenstein und Schwarzenberg sind nur einige Orte an denen ehrenamtliche Bergretterinnen und Bergretter die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Gelände sicherten sowie den Lufteinsatz, die Logistik und die gesamte Einsatzdurchführung unterstützten. Szenarien, welche allen bisherigen Erkenntnissen nach auch im Kontext des Klimawandels an Häufigkeiten zunehmen werden. Mit Fragestellungen hierzu befasst sich aktuell u.a. eine an der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg eingerichtete Arbeitsgruppe, an der die Bergwacht Bayern beteiligt ist.

Aktuell verfügt die Bergwacht Bayern über zwei der Spezialanhänger, stationiert im östlichen Bereich bei der Bergwacht Altötting und im westlichen Bereich bei der Bergwacht Murnau. Fragestellungen zur Einsatztaktik und des Risikomanagements werden verstärkt in der Aus- und Fortbildung aufgegriffen. Der Eigenschutz der Kräfte durch eine entsprechende Weiterentwicklung und Beschaffung von Schutzausrüstung gehören dabei ebenso zum Gesamtthema Bergwaldbrandbekämpfung. Als Teil des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes ist die Bergwacht Bayern „zentraler Baustein in der bayerischen Sicherheitsarchitektur“. Weitere Einsatzszenarien im Kontext dessen sind für die Bergwacht u.a. Starkniederschlagsereignisse, Muren und Lawinen.