Montag, 20. September 2021

Einsatz für die Bergwacht Grainau

Unerwartet langer Einsatz am Höllentalferner

 

Grainau, 18. September 2021. Gegen 15:45 Uhr traf der Alarm ein, dass sich eine Frau am Einstieg zum Höllentalklettersteig das Sprunggelenk verletzt hat. Umgehend wurde vom Einsatzleiter ein Rettungshubschrauber mit Winde angefordert. Zeitgleich kam noch eine weitere Meldung über eine Knieverletzung auf dem Weg zwischen Hammersbach und Höllentalklamm über die Leitstelle ein. Entsprechend machten sich parallel zwei Retter auf den Weg zum Landeplatz und drei Einsatzkräfte zum sog. Kohlbrandlkreuz. Christoph Murnau nahm kurz darauf einen Bergretter auf und flog diesen zum Klettersteig.

Aufgrund tief hängender Wolken konnte er aber nicht direkt bei der Verunfallten abgesetzt werden. Der Retter stieg zu Fuß etwa 100 Höhenmeter über den Gletscher auf, während der RTH einen zweiten Retter mit Seil und zusätzlichem Material vom Tal holte. Da die Wolken immer tiefer sanken, war auch beim zweiten Anflug kein direktes Absetzen möglich und es wurde schnell klar, dass die Frau zumindest ein Teilstück terrestrisch, also bodengebunden, abtransportiert werden müsste. Im Tal alarmierte der Einsatzleiter weitere Einsatzkräfte, um den Materialtransport zu bewerkstelligen.

Am Berg wurde unterdessen die Frau mit einem Retter zusammen bis zum Wandfuß abgeseilt. Christoph Murnau brachte in zwei weiteren Flügen neun Retter mit Gebirgstrage und Material zum Gletscherauslauf. Von dort stiegen diese zu Fuß bis zur Randkluft auf. Oben angekommen wurde sofort mit der Lagerung und Vorbereitung für den Abtransport begonnen. Nur wenige Minuten später wurde die Patientin in der Gebirgstrage, begleitet von vier Rettern, an einem Seil gesichert, über den Gletscher abgelassen. Während sich die Sicht langsam verbesserte, kam noch ein Einsatz an der Riffelscharte hinzu.

Erneut wurde der Christoph Murnau hinzugezogen um auch diesen Einsatz abzuwickeln. Nach Übergabe des dortigen Verletzten (ebenfalls eine Sprunggelenksverletzung) flog der Hubschrauber einen letzten Versuch ins Höllental und konnte noch vor Einbruch der Dunkelheit die verletzte Frau im Bergesack sowie einen Bergretter vom Gletscher holen. Die restliche achtköpfige Mannschaft sowie der Begleiter der Frau mussten zu Fuß ins Tal absteigen, da die Wolken einen weiteren Flug unmöglich machten. Gegen 23:30 Uhr waren alle Retter sowie der Begleiter wieder sicher im Tal und der Einsatz konnte erfolgreich abgeschlossen werden.