Samstag, 7. August 2021

Tödlicher Absturz bei Watzmannüberschreitung

39-Jährige kommt bei der Watzmann-Überschreitung vom Weg ab und stürzt 200 Meter tief tödlich in die Ostwand ab

 

RAMSAUER FORST – Der sonnige Wetter vor der angekündigten Schlechtwetter-Phase hat am Samstag tausende Menschen in den inneren Landkreis und die Berchtesgadener Berge gelockt, weshalb auch die Ehrenamtlichen der Bergwacht Ramsau den ganzen Tag über nahezu pausenlos bei vier teilweise gleichzeitigen Notfällen vom Vormittag bis tief in die Nacht hinein gefordert waren. Los gings gegen 9.45 Uhr mit einem rund 200 Meter tiefen Absturz vom Watzmanngrat in die Ostwand, den eine 39-jährige Ungarin aus Schönau am Königssee nicht überlebt hat.

Die Frau war den Ermittlungen des Berchtesgadener Polizeibergführers zufolge wohl alleine zwischen der Mittelspitze und der Südspitze unterwegs, dann im Nebel auf Höhe der Wetterstation vom eigentlichen Weg abgekommen und abgestürzt. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ setzte sofort den Bergwacht-Einsatzleiter und eine weitere Ramsauer Bergretterin mit der Winde am Unfallort in der Wand ab, die für die riskante Arbeit im absturzgefährlichen Gelände einen Standplatz einrichteten und den Heli-Notarzt nachforderten, der dann auch per Winde abgesetzt wurde, aber ebenfalls nichts mehr für die offensichtlich sofort beim Absturz tödlich Verletzte ausrichten konnte. „Christoph 14“ holte kurz nach 11 Uhr seinen Notarzt wieder vom Berg ab und flog nach Traunstein zurück; die beiden Bergretter blieben bei der Verstorbenen an der Unfallstelle, wobei die Besatzung des nachgeforderten Polizeihubschraubers „Edelweiß 5“ dann zwischen 12 und 13.30 Uhr zwei Polizeibergführer zur Unfallaufnahme an die Einsatzstelle brachte und die tote Frau ins Tal flog. Da es am Berg immer windiger geworden war, konnte der Heli die Einsatzkräfte nicht mehr in der Ostwand abholen, die deshalb weit abseits der geläufigen Wege durch freies Gelände bis zur Südspitze hinauf klettern mussten und dann weiter über den Südspitz-Abstieg zum Gries hinabgingen, wo es windstiller war, so dass sie der Heli gegen 16.40 Uhr am oberen Südspitz-Landeplatz abholen konnte. Zwei Helis, der Tankanhänger und neun Bergretter waren teilweise bis 18 Uhr gefordert. Die Polizei ermittelt noch die genaueren Umstände des Unfalls. Zeugen hatten den Unfall per Notruf gemeldet; eventuelle weitere Zeugen sollen sich mit der Polizei in Berchtesgaden in Verbindung setzen.