Montag, 2. August 2021

Bergrettungsübung im Allgäu

Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Staatsminister Dr. Florian Herrmann zu Gast bei der Bergwacht

Allgäu/Hinterstein - Auf Einladung der Landesleitung der Bergwacht Bayern und der Regionalleitung der Bergwacht Allgäu besuchten der Ministerpräsident Dr. Markus Söder und der Leiter der Staatskanzlei Dr. Florian Hermannam vergangenen Donnerstag, 29.07.21, eine Bergrettungsübung. Diese fand in den Allgäuer Alpen im Bereich Hochvogel (2.595 m) nahe dem Prinz-Luitpold Haus statt. Beteiligt waren Bergretterinnen und Bergretter aus den umliegenden Bergwachtbereitschaften, ein Einsatzhubschrauber der Bayerischen Landespolizei und ein weiterer Hubschrauber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Die Szenarien der Trainingsstationen beinhalteten u.a. das Auffinden einer Person durch einen Suchhund der Lawinenhundestaffel mit anschließender medizinscher Versorgung und Aufnahme durch den Rettungshubschrauber. Im steilen Klettergelände trainierten die Einsatzkräfte die planmäßige und behelfsmäßige Rettung von Personen. Am Grat der Fuchskarspitze und am Wasserfall unterhalb der Hütte galt es, unter dem Einsatz der Rettungswinde des Hubschraubers, eine Person im Absturzbereich aufzunehmen. Den Einsatz am Wasserfall führte ein Spezialist der Canyongruppe der Bergwacht durch.Das Team der Einheit für Lokalisation, Kommunikation, Lagedarstellung und Dokumentation (LKLD) trainierte den Einsatz ihrer Drohne und das Zusammenwirken aller Beteiligten bei den rettungstechnischen Aktionen.

Die Ausbildung an den verschiedenen Stationen ermöglichte den Gästen der Staatsregierung einen umfassenden Einblick in das gesamte Leistungsspektrum der ehrenamtlichen Bergrettungskräfte. „Wenn Hubschrauber auf Grund der Witterung nicht eingesetzt werden können oder nicht verfügbar sind, stellt die Bergwacht mittels Seiltechnik, Gebirgstrage und Fahrzeugen eine bodengebundene Rettung sicher - Fähigkeiten, die auch bei Katastrophenlagen zunehmend nachgefragt sind“, erklärte Thomas Lobensteiner, Vorsitzender der Bergwacht Bayern.  Ministerpräsident Dr. Söder würdigte die Leistungen der Bergretter: „Hier greifen bestes Know-how und neueste Technik ineinander. Beeindruckend, wie selbst aus schwierigsten Situationen Leben gerettet werden können.“

Regionalleiter Daniel Heim aus Oberstaufen unterstrich: „Ein großer Wert bei Übungen ist neben dem Training der technischen Berg- und Luftrettung der zwischenmenschliche Aspekt: Sich zu kennen und einander zu vertrauen sind die Grundlagen für die Zusammenarbeit, besonders, wenn sie in einem Gefahrenbereich, wie bei Rettungsaktionen am Berg, stattfindet.“  Abschließend bedankte er sich bei den Mitarbeitern der Regionalgeschäftsstelle für die perfekte Organisation und Vorbereitung der Übung.

Auch für Raphael Müller, den Leiter der Bergwacht Hinterstein, verlief dieser Übungstag optimal: „Das Wetter passte, die Übungen waren umfassend und verliefen ohne Schwierigkeiten. Wir sind eine kleine Mannschaft in einem hochfrequentierten Bereich der Allgäuer Alpen. Wenn die Politiker sehen, was wir leisten, ist dies eine große Wertschätzung und Motivation für uns alle.“

Die Trainingsmöglichkeiten für die Bergwacht waren in den vergangenen 16 Monaten pandemiebedingt sehr stark eingeschränkt. Insbesondere das Training mit Einsatzhubschraubern war aufgrund der Infektionsgefahr nicht möglich. „Das regelmäßige gemeinsame Echtflugtraining der Besatzungen der Hubschrauber mit den Bergrettern in Realsituationen ist zwingend für den sicheren Einsatz erforderlich. Alle Beteiligten am Luftrettungseinsatz bewegen sich zum Teil im extremen Gefahrenbereich. Hier muss alles aufeinander abgestimmt sein“, stellte Thomas Lobensteiner gegenüber dem Ministerpräsidenten fest.

Teilnahmevoraussetzung für die Einsatzkräfte am Echtflug ist ein jährliches Simulationstraining im Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz. Um die Aus- und Fortbildung für Einsatzsituationen im Gebirge und im alpinen Katastrophenschutz auch zukünftig den wachsenden Herausforderungen anpassen zu können, ist geplant das Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz weiterzuentwickeln und auszubauen.