Montag, 28. Juni 2021 Autor: Bräunig, Oldsen, Zeuch

Einsatzübung der Höhlenrettung der Bergwacht Frankenjura im Wiesenttal

Die Leitstellen Bayreuth, Bamberg und Nürnberg alarmierten die Spezialisten der Region Frankenjura zu einer gemeinsamen Einsatzübung im Wiesenttal.

Höhlenrettungsübung Frankenjura

Am  Samstag, den 26.06.2021, wurden die Höhlenretter der Bergwacht Frankenjura zu einem fiktiven Unfall einer Höhlenforscherin in der über 20 Meter tiefen Schachthöhle „Esperhöhle“ bei Gößweinstein gerufen. 21 Bergretter aus der nördlichen Fränkischen Alb, unter ihnen 12 speziell geschulte Höhlenretter, davon einer aus dem benachbarten Fichtelgebirge, nahmen an der Übung im Landkreis Forchheim teil.

Nach den ersten Absprachen zwischen dem Einsatzleiter der örtlich zuständigen Bergwacht Forchheim und dem eingesetzten „Abschnittsleiter Höhle“ machte sich ein kleiner Voraustrupp auf dem Weg zu der verletzten Patientin. Dazu wurde in dem senkrechten Schacht zunächst eine Abseilstrecke aufgebaut. Vor Ort fanden die Höhlenretter eine eingeklemmte sowie verletzte Person vor, welche umgehend betreut und medizinsch versorgt wurde. Die Befreiung aus Ihrer misslichen Lage in einer Engstelle gelang recht schnell. Nachdem weitere Spezialkräfte, unter anderem ein Notarzt, an der Einsatzstelle eingetroffen waren und sich nach einer Einweisung zur Unfallstelle begaben, konnte mit dem Aufbau der Verankerungs- und Seilsysteme zur Rettung der verunfallten Höhlenforscherin begonnen werden.

Die Patientin wurde liegend aus dem Schacht gerettet und zur weiteren medizinischen Versorgung an die Kollegen vor der Höhle übergeben.

Erneut mitalarmiert war das in Erlangen beheimatete Technik-Fahrzeug der Bergwacht Frankenjura, das LKLD (Lokalisation, Kommunikation, Lagedarstellung, Dokumentation). Die bei Höhleneinsätzen erschwerte Kommunikation von Einsatzleitung zur Unfallstelle und die Koordination der verschiedenen Bergwachteinheiten waren Herausforderungen bei dieser Übung. Mit Hilfe dieses Führungsunterstützungsfahrzeuges wurde der Übungseinsatz dokumentiert und zentral geführt.

Im Zuge der Umstrukturierung der Höhlenrettung Frankenjura in den letzten Jahren wurde die Bergrettungswache Pottenstein zu einem von drei Materialdepots für die Höhlenrettung benannt. Die Bergwacht Pottenstein brachte die Ausrüstung aus dem nahegelegenen „Höhlenrettungsdepot“ zur Einsatzstelle und richteten mit ihrem Quad einen Pendelverkehr zwischen Höhleneingang und Parkplatz ein.

Höhlenrettungsübung Frankenjura