Mittwoch, 16. Juni 2021

Sicherung der Rettungswege

Nationalpark Berchtesgaden und Biosphärenregion Berchtesgadener Land schneiden alten Holzrückeweg für Rettungseinsätze frei

Ramsau/Frühjahr 2021 - Danke einer Freiwilligen-Aktion im Klausbachtal sind Forstwege für Rettungseinsätze der Bergwacht wieder befahrbar. „Wir sind sehr dankbar für die tatkräftige Unterstützung seitens des Nationalparks und der Biosphärenregion Berchtesgadener Land. Bei Rettungseinsätzen, gerade in entlegenen Teilen des Nationalparks, ist Zeit unser größter Gegner“, so Bereitschaftsleiter Thomas Meeß.

Gemeinsam mit der Biosphärenregion Berchtesgadener Land hat die Nationalparkverwaltung in einer einwöchigen Aktion im Mai 2021 den Eiswandweg im Klausbachtal für die Befahrbarkeit mit dem ATV hergerichtet. Dabei wurden Windwürfe und tonnenschwere Felsen von acht freiwilligen Helfern entfernt. Immer wieder musste die Bergwacht Ramsau in den vergangenen Jahren Rettungseinsätze im Nationalpark Berchtesgaden zeitaufwendig zu Fuß durchführen, da viele alte Forstwege inzwischen nicht mehr befahrbar sind. Wege und Steige, die nicht zum offiziellen Wegenetz des Nationalparks gehören, werden meist nur noch selten begangen oder befahren. Infolgedessen wachsen diese Wege langsam zu oder werden von umgestürzten Bäumen oder herabfallenden Felsen blockiert.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass Besucher auch aufgrund von Apps, interaktiven Tourenportalen und Social Media vermehrt auch auf nicht beschilderten Wegen unterwegs sind und es zu Notfällen  an diesen Orten kommt. In Kooperation mit Nationalpark-Wegereferent Lorenz Köppl wurde für jeden benötigten Weg ein Fahrzeugtyp zur Nutzung festgelegt. „Meist kommen im Nationalpark aufgrund der geringen Wegbreite nur der Pinzgauer oder das ATV in Frage, erklärt Einsatzleiter Markus Gröll, der das Freischneiden einzelner Wege im vergangenen Jahr angeregt hatte. Einen Forstweg, der für die Nutzung von modernen schweren Holz-Erntemaschinen verbreitert wurde, wie es in vielen Wäldern der Fall ist, findet man im Nationalpark zum Glück nicht.

Im Laufe des Projektes  wurden noch weitere Wege im Einsatzgebiet der Bergwacht Ramsau hergerichtet, um im Notfall die vielleicht lebensrettende Zeit einsparen zu können.

Bild 1 Bereitschaftsleiter der Bergwacht Ramsau, Thomas Meeß bei einer „Testfahrt“ 
© Bergwacht Ramsau
Bild 2 Nationalpark-Wegereferent Lorenz Köppl (l.) und Biosphären-Mitarbeiter Georg Kronthaler (r.)
© Nationalpark Berchtesgaden