Montag, 19. April 2021

Nächtlicher Einsatz unterhalb der Enzianhütte bei Oberstdorf

Aufwendige Rettungsaktion bei schwierigen Verhältnissen

Am Sonntagabend um 21.30Uhr wurde die Bergwacht Oberstdorf zu einem Einsatz im Bereich Enzianhütte- Petersalpe gerufen. Eine Gruppe Wanderer war zu Fuß in diesem äußerst anspruchsvollen und Lawinen gefährlichem Wegstück unterwegs, als ein Mitglied der Gruppe abrutschte und mehrere hundert Meter über Schnee, Eis und Felsstufen stürzte.

Die Kommunikation mit den Meldern war aufgrund von Sprachbarrieren zunächst sehr schwierig. Nach mehreren Telefonaten stellte sich jedoch heraus, dass der Patient großes Glück hatte und weit unterhalb der Gruppe im Schnee liegen geblieben war. Er war bei Bewusstsein und konnte im Laufe des Einsatzes sogar mit den Bergrettern telefonieren. Einsetzender Schneefall und Nebel vereitelten den ersten Rettungsversuch aus der Luft, der Rettungshubschrauber RK2 musste den Einsatz abbrechen. Parallel hatten sich bereits zwei Teams aus Bergrettern und Notärzten terrestrisch auf den Weg gemacht. Mittels Quad und Skidoo gelangten die Bergretter in die Nähe der Einsatzstelle. Der restliche Weg musste per Ski und zu Fuß zurückgelegt werden. Um 23.45Uhr waren die ersten Retter am Patienten, ein erster Check ergab leichte Verletzungen an Schulter und Knie. Im Anschluss begann der Abtransport des Patienten, auch die Begleiter wurden Richtung Tal geführt.

Eine kurze Wetterbesserung ermöglichte gegen 0.45Uhr den Einsatz aus der Luft. Der Schweizer Helikopter Rega 7 konnte alle vier Personen aufnehmen und sicher ins Tal befördern. Für die Bergretter aus Oberstdorf endete der Einsatz, nach dem Rückmarsch um 4 Uhr in der Früh. Insgesamt waren 12 Bergretter sowie zwei Rettungshelikopter und die Polizei am Einsatz beteiligt.