Montag, 11. Januar 2021

Eiskletterer durch Steinschlag schwer verletzt

Bergwacht Kochel rettet Seilschaft aus der Nordwand des Jochbergs

Kochel a. See, 06.01.21 / Zwei Bergsteiger mussten am Nachmittag des Dreikönigstags von der Bergwacht Kochel gerettet werden, nachdem einer der beiden durch einen Steinschlag schwer verletzt wurde. In Zusammenarbeit mit dem Rettungshubschrauber Christoph 1 der ADAC Luftrettung aus München, erfolgte die Bergung mittels Kapprettung.
Die beiden erfahrenen und gut ausgerüsteten Alpinisten waren in der Route „Linkes Gully“ in der Nordwand des Jochbergs unterwegs. Durch Steinschlag wurde der Seilschafts-Zweite am Standplatz schwer verletzt und war nicht mehr ansprechbar. Der Vorsteiger blieb unverletzt und konnte über sein Handy die integrierte Leitstelle Weilheim bzw. die Bergwacht Kochel alarmieren.
Der Bergwacht-Einsatzleiter forderte aufgrund des Lagebildes sofort einen Hubschrauber mit Notarzt und Winde an. Der Rettungshubschrauber Christoph 1 landete an der Bergrettungswache zur Aufnahme eines Bergretters zwischen und versuchte anschließend, die Unfallstelle zu lokalisieren.
Weitere Bergretter bereiteten sich für die Unterstützung und eine ggf. erforderliche terrestrische Bergung vor.
Glücklicherweise war trotz des unbeständigen Wetters der Anflug der Unfallstelle zwischen zwei Wolkenschichten und auch von der Wandstruktur möglich.
Die Bergung des Patienten erfolgte durch eine sog. Kapprettung. Dies ist ein äußerst anspruchsvolles Bergeverfahren, bei dem ein Bergretter an der Winde zum Patienten abgelassen wird, dessen Kletterseil gekappt wird. Der Hubschrauber ist dabei über das Windenseil und den Patienten vorübergehend am Berg „gefesselt“.
Die Erstversorgung und Stabilisierung des geborgenen schwerverletzten Kletterers erfolgte durch die medizinische Crew des Rettungshubschraubers und die Bergwacht in der Bergrettungswache. Anschließend wurde er in die Unfallklinik Murnau geflogen.
Die Bergung des unverletzten Seilpartners erfolgte durch eine weitere Einsatzkraft nach einem weiteren Anflug des Rettungshubschraubers in die Wand.
Eine terrestrische Bergung in der gesamten Jochberg-Nordwand wäre äußerst anspruchsvoll, zeitaufwändig und erfordert umfangreiches Risikomanagement.
Im Einsatz waren insgesamt 15 Bergwacht-Einsatzkräfte von 14:20 bis 16:30.