Sonntag, 10. Januar 2021

43-Jähriger stirbt bei Absturz auf der Südwestseite des Untersbergs

Bergwacht findet Verunfallten in der Nähe der zuletzt von der Ehefrau empfangenen Handy-Koordinaten

 

BISCHOFSWIESENER FORST – Ein 43-jähriger Bergsteiger aus dem Landkreis ist am Samstag auf der Südwestseite des Untersberg nordwestlich des Rauhen Kopfs geschätzte 50 Meter tief über eine Felswand tödlich abgestürzt. Seine Ehefrau hatte den Mann gegen 23 Uhr bei der Polizei als vermisst gemeldet, da er von der Bergtour nicht nach Hause gekommen war. Die Beamten forderten dann kurz nach Mitternacht zur Suche die örtlich zuständige Bergwacht Berchtesgaden an.

Der Bergwacht-Einsatzleiter bereitete eine große Vermisstensuche vor und ließ neben der Lawinen- und Suchhundestaffel Chiemgau, den Fachberater Vermisstensuche und das Team des Technikbusses der Bergwacht-Region Chiemgau alarmieren, um die relevanten Bereiche mit einer Wärmebild-Drohne abzufliegen. Die Frau des Vermissten hatte noch die Koordinaten des letzten Handy-Standorts ihres Mannes empfangen. Ein Voraustrupp der Bergwacht fuhr von der Obergern aus mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) bis ans Ende der Forststraße auf der Westseite des Bergs, stieg mit der kompletten Rettungsausrüstung weiter zu Fuß auf und dann durchs Gelände zur vermuteten Unfallstelle, wobei die Einsatzkräfte den tödlich Abgestürzten gegen 1.45 Uhr in der Nähe der Koordinaten fanden, aber nichts mehr für ihn tun konnten.

Zehn Bergretter waren bis 6 Uhr in der Früh gefordert, um den Verstorbenen zu bergen, wobei sie ihn gute 170 Meter mit der Trage abseilen, zum Fahrzeug tragen und ins Tal fahren mussten, wo der Schellenberger Bergwacht-Notarzt den Totenschein ausstellte. Die Hundestaffel und das Team des Technikbusses durften bereits gegen 2 Uhr wieder einrücken. Die ebenfalls angeforderte Polizeihubschrauber-Besatzung konnte den Untersberg zunächst wegen Nebel nicht erreichen. Zu Beginn war kein Start möglich; dann war der Heli im Anflug, kehrte aber noch unterwegs wieder um und flog zum Stützpunkt zurück. Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht kümmerte sich am Morgen um die betroffenen Angehörigen des Mannes. Ein Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden nahm den tödlichen Bergunfall auf.