Donnerstag, 17. Dezember 2020 Autor: SN

Nächtlicher Einsatz am Rauschberg im Chiemgau

Bergwacht Ruhpolding rettet schwerverletzte Gleitschirmfliegerin

Ruhpolding, 16.12.20 / Ein aufwändiger Einsatz am Rauschberg forderte die Bergwacht Ruhpolding am Mittwoch dieser Woche. Eine Gruppe junger Gleitschirmflieger war mit leichter Ausrüstung zu Fuß auf den Rauschberg gestiegen und wollte bei Sonnenuntergang (am 16. Dezember um 16:17 Uhr) ins Tal fliegen. Eine 17-Jährige aus dem Landkreis Rosenheim startete zuerst. Kurz nach dem Start stürzte sie mit ihrem Schirm aus sehr großer Höhe ab und verletzte sich dabei schwer. Die beiden 17- und 18-jährigen Begleiter aus dem Landkreis Traunstein setzten gegen 16.30 Uhr den Notruf ab. Die ehrenamtlichen Bergretter der Bergwacht Ruhpolding machten sich sofort auf den Weg. In den Chiemgauer Alpen liegt zwar bislang wenig Schnee, trotzdem war die Anfahrt auf den Rauschberg von winterlichen Verhältnissen geprägt. In einem Voraustrupp fuhren zwei Bergretter und ein Bergwacht-Notarzt so nahe wie möglich an die Unfallstelle und waren in weniger als einer Stunde bei der Patientin. Nach Schmerzmedikation wickelten sie die unterkühlte und lebensbedrohlich verletzte junge Frau in eine Wärmepackung und lagerten sie in einen Bergrettungssack. Weitere Einsatzkräfte folgten.

Da die umliegenden Rettungshubschrauber nur tagsüber fliegen, hatte die Einsatzleitung gleich bei Alarmierung eine nachtflugtaugliche Maschine mit Windenausrüstung angefordert. Wegen schlechter Sicht rund um München war ein Hubschrauberflug anfangs unsicher. Deshalb bereiteten sich die Retter parallel auf einen bodengebundenen Abtransport der Patientin vor. Dankenswerterweise konnte die Belegschaft der Rauschbergbahn trotz des Lockdowns die Seilbahn in Gang setzen und stand schnell und unkompliziert bereit.
Trotz Bewölkung und Bodennebels konnte ein nachtflugtauglicher Hubschrauber der Landespolizei am Münchner Flughafen starten und nach Ruhpolding fliegen. Bei einer kurzen Zwischenlandung im Tal nahm die Maschine einen Luftretter der Bergwacht auf und flog zur Einsatzstelle am Rauschberg. Die Einsatzkräfte vor Ort hatten einen ebenen Platz vorbereitet und die Patientin dorthin getragen. Der Hubschrauber nahm die Patientin samt Bergwacht-Notarzt auf und brachte sie ins Klinikum Traunstein. Nach vorab erfolgter sogenannter Schockraumanmeldung wartete dort bereits ein großes medizinisches Team mit Ärzten aus verschiedenen Fachrichtungen auf die junge Frau.