Mittwoch, 25. November 2020

Analyse Einsatzstatistik Sommer 2020

Mehr Einsätze im Mittelgebirge

Die Einsatzstatistik der Bergwacht Bayern im „Bayerischen Bergjahr“ (1.12. -30. November) liegt vor. Im Detail ausgewertet wurde der Zeitraum der Sommersaison 2020 vom 1. Mai – 31. Oktober 2020.
Starker Zuwachs an Einsätzen im Juli, August und September / Schwerpunkt Mittelgebirge
Mit 3482 Einsätzen ist in der ablaufenden Sommersaison 2020 ein bisheriger Spitzenwert erreicht worden. Rund 650 Einsätze mehr wurden gegenüber der Saison 2017 bewältigt. Wesentlich zur Steigerung beigetragen haben die Einsätze in den Mittelgebirgen. Nach dem Rückgang der Einsätze zur Zeit des Lockdowns erreichten die Einsatzahlen im Juni fast das Niveau des Vorjahres. In den folgenden Sommermonaten waren Zuwächse zwischen 17-23 % gegenüber 2019 zu verzeichnen. Im Einzelnen waren dies im Juli +17%, im August +13 % und im September +27 %. Dagegen ist im Oktober ein Rückgang von 31 % zu verzeichnen.
Wandern, Bergsteigen, Mountainbiken
Zuwächse an Einsätzen waren insbesondere in den Sportarten Wandern, Bergsteigen, Mountainbiken und bei den Arbeitsunfällen (Waldarbeiter) zu verzeichnen. Die Einsatzorte verlagerten sich in Teilen von den Hochlagen in die Mittellagen, hier allen voran im Allgäu. Auch im Betätigungsfeld Klettern/Klettersteig sind Zuwachsraten zu verzeichnen.
- Zur Detailanalyse -

Schutz für Patienten und Retter - Dank an das BRK und den Freistaat Bayern
“Die Beschaffung der zusätzlich notwendigen Schutzausrüstung gelang mit der Unterstützung durch das Bayerische Rote Kreuz und den Freistaat Bayern“, wofür sich Thomas Lobensteiner, Leiter des Krisenstabes der Bergwacht und stellvertretender Vorsitzender bedankt. „Allerdings wird uns dieses Thema auch weiterhin beschäftigen. Im Winter kommt zum Infektionsschutz der zwingende Wärmeerhalt der Patienten dazu. Wir verwenden spezielle Einmaldecken, die so groß geschnitten sind, dass der Patient wie in einen Schlafsack eingewickelt werden kann. Damit wird die Kontaminierung der eingesetzten Rettungsmittel wie Bergesack, Akja und Rettungsfahrzeug vermieden. Mehrkosten, die die Bergwacht selbst finanzieren muss. Doch sehr gut angelegtes Geld, um Retter und Patienten zu schützen“, stellt Lobensteiner weiter fest.

Keine Bewegung, kein Sport ohne Risiko
Bei der weitaus überwiegenden Zahl der Einsätze handelt es sich um „Sportverletzungen“ oder internistische Notfälle am Berg. Einzelne Einsätze erscheinen im Nachgang als vermeidbar. Dennoch bleibt für die Bergwacht die subjektive Not des Einzelnen der Ausgangspunkt für ihr Handeln und nicht die Frage nach Ursache und vermeintlichen Fehlern.
Draußen unterwegs zu sein, Bergsport zu betreiben, die Natur zu genießen, bleibt auch auf dem Hintergrund der Einsatz- und Unfallzahlen gesund und wünschenswert. Auch gerade deswegen, weil die Berge einen Erfahrungsraum eröffnen, in dem wir uns weitgehend frei bewegen können - mit Respekt gegenüber der Natur und mit Rücksicht und Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen. - Zur Pressemitteilung -