Dienstag, 8. September 2020

Einsatz an der Kreuzspitze / Allgäuer Alpen

Starker Nebel erschwert Rettung des abgestürzten Bergsteigers

Oberallgäu/ Hinterstein - Am Montagmittag alarmierte die Leitstelle die Bergwacht Hinterstein wegen eines abgestürzten Bergsteigers im Bereich der Kreuzspitze. Eine fünfköpfige Gruppe befand sich im Abstieg vom Hochvogel zum Prinz-Luitpold-Haus, als einer der Bergsteiger den Halt verlor und ca. 15 m im steilen Felsgelände abstürzte. Dabei zog er sich schwere, sehr schmerzhafte Beinverletzungen zu. Auf Grund des dichten Nebels konnte der alarmierte Rettungshubschrauber die Einsatzstelle nicht anfliegen und setzte einen Notarzt, einen Bergwachtmann und einen Flugretter etwas oberhalb des Prinz-Luitpold-Hauses ab. Von dort musste die Einsatzmannschaft 20 Minuten zu Fuß bis zum Verletzten aufsteigen. Gleichzeitig macht sich auch der Hüttenwirt - selbst ausgebildeter Bergretter - zu Fuß auf den Weg und erreichte als erster die Unfallstelle. In zwei weiteren Flügen holte der Hubschrauber weitere Retter, eine Gebirgstrage und Sicherungsmaterial in Hinterstein ab und setzte dies ebenfalls an der Nebelgrenze ab.

Nach Erstversorgung und Schmerzlinderung durch den Notarzt wurde der Verletzte mit der Gebirgstrage durch felsdurchsetztes Steilgelände in mühsamer Handarbeit nach unten transportiert. Nach eineinhalb Stunden erreichten die Retter eine Stelle, an der sich die Nebeldecke etwas lichtete und der Patient konnte mit der Rettungswinde an Bord des Hubschraubers aufgenommen und in ein Krankenhaus gebracht werden. Die nervenstarke Besatzung von RK 2 ersparte dem Patienten und den Rettern dadurch einen noch längeren, mühsamen Abtransport.

Nach einer kurzen Stärkung in der Hütte traten die Bergretter samt Material zu Fuß den Heimweg an und nach insgesamt fünf Stunden war der Einsatz beendet. Am Einsatz beteiligt waren neun Bergetter der Bergwacht Hinterstein sowie die Hubschrauberbesatzung des RK 2 aus Reutte.