Montag, 31. August 2020

Aufwendiger Alpineinsatz in der Eisenzeit

5-köpfige Gruppe befindet sich in Bergnot in der Kletterroute "Eisenzeit"

Am Samstag, den 22. August 2020, wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Grainau telefonisch gegen 12 Uhr über eine 5-köpfige Gruppe informiert, welche sich in der Kletterroute "Eisenzeit" auf die Zugspitze in Bergnot befanden. Nach mehreren Rückrufen und WhatsApp-Nachrichten konnte der Standort im Bereich des Riffelgrates lokalisiert werden. Ein sofortiges Eingreifen der Bergretter war aufgrund eines Gewitters nicht möglich.

Nachdem dieses abgezogen war, ließ der Einsatzleiter um 14.37 Uhr die Mannschaft und einen Bergwacht-Notarzt über die ILS Oberland alarmieren. Nach einer Lagebesprechung mit allen Einsatzkräften fuhren diese mit einem Zug der Bayerischen Zugspitzbahn zum Tunnelfenster 4.

 

Bei strömendem Regen und dichten Wolken versicherten 6 Bergretter die komplette Kletterroute bis zur Sandreisse unterhalb des Riffelgrats mit mehreren Fixseilen, während 4 weitere Retter und die Bergwacht-Notärztin am Tunnelfenster in Bereitschaft blieben. Um 17.45 Uhr war die Einsatzstelle erreicht, wo die betroffenen Bergsteiger unterkühlt, aber ansonsten wohlauf, aufgefunden wurden. Mit Gurten ausgestattet und am Seil gesichert begannen alle gemeinsam den Abstieg. Da sich das Wetter etwas gebessert hatte und Lücken in der Wolkendecke entstanden waren, forderte man parallel ein Rettungshubschrauber an. Gegen 18.30 Uhr gelang es der Besatzung des Notarzthubschraubers RK2 aus Reutte alle Bergsteiger am unteren Ende der Sandreisse mit der Winde auszufliegen. Die Einsatzmannschaft baute in der Folge noch die Fixseile ab und fuhr mit einem Sonderzug vom Tunnelfenster 4 aus wieder ins Tal.

 

Gegen 22 Uhr war dieser anspruchsvolle Einsatz beendet. Insgesamt waren 12 Bergretter und das Bergrettungsfahrzeug der Bergwacht Grainau sowie eine Bergwacht-Notärztin der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen fast 10 Stunden lang gefordert.

 

Die Bergwacht Grainau spricht ein herzliches Dank der Besatzung des Rettungshubschraubers RK2 (ARA Flugrettung-Station Reutte RK-2) und den Mitarbeitern der Bayerischen Zugspitzbahn (Zugspitze) für die gute Zusammenarbeit aus!