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Bergung von Gleitschirmfliegern von Bäumen

Paragliding am Osser
Paraglider am kl.Ossergipfel

Oft wenn man im Sommer hinauf schaut zum Wahrzeichen des Lamer Winkels, den Kl. Ossergipfel, dann sieht man sie in der Luft. Wie Adler ihre Schwingen ausgebreitet langsam ihre Kreise ziehen, so schweben die Gleitschirme rund um den Hausberg des Lamer Winkel. Der Startplatz auf der kleine Osserwiese und der Segelflug über das malerische Tal sind weit bekannt. Auch für viele auswärtigen Besucher gehören die Akrobaten der Lüfte schon einfach mit dazu und freuen sich wenn sie sich wieder farbenfroh die Luft erheben.

Doch wenn bei einem Flug etwas schief geht und ein Pilot eine ungeplante Notlandung ausführen muss, kann dies in dem starken bewaldeten Osserhängen oft zu einer ungewollten Landung im Baum führen. Für die komplizierte Rettung des Piloten und der Bergung des Schirmes wird bei einem Notruf durch Rettungsleitstelle die Bergwacht Lam alarmiert. Die Bergwacht hat dafür besondere Bergemethoden Mensch und Material aus den Baumwipfeln zu holen. Diese speziellen Techniken müssen immer wieder geübt und trainiert werden, damit diese im Notfall auch zuverlässig und erflogreich angewandt werden können.

Um dies zu trainieren, trafen sich am vergangenen Samstag (04.07.09) Mitglieder der Bergwachten Lam und Zwiesel  am Lamer Bergwachthaus, um eine solche Baumbergung zu planen und durchzuführen.  Nachdem das Geländefahrzeug mit dem nötigen Rettungsgerät ausgerüstet wurde, fuhr man in den Osserwald im nahen Lamer Ortsteil Buchet, wo erst im vergangenen Jahr ein Gleitschirmflieger in den Wald gestürzt war. 

Andreas Bannies, Ausbilder in der Lamer Bergwacht, erklärte zuerst die gesundheitlichen Gefahren, die auf den abgestürzten Piloten zukommen würden.  Neben Frakturen und Prellungen durch den Aufprall kann allein längeres Hängen im Sitzgurt zur Bewusstlosigkeit führen. Bereits nach 30 Minuten käme es so zu einer Mangeldurchblutung der  lebenswichtigen Organe, da sich das Blut in der unteren Körperhälfte sammelt.  Es drohe, so Bannies, ein lebensbedrohlicher Zustand. Die Retter müssen deshalb eine schonende aber auch schnelle Rettung durchführen.    

Nach der theoretischen Unterweisung zeigte Ausbilder Thomas Haselsteiner  verschiedene Möglichkeiten, wie die Bergretter auf den Baum zum verletzten Piloten gelangen können.  Die Bergwacht Lam nutzt dabei unter anderem ein System, das aus der Wald- und Forstwirtschaft stammt. Dabei trägt der Retter Steigeisen, die mit Dornen an den Innenseiten den nötigen Halt am Baum geben.  Gesichert wird der Retter dabei durch ein Seil, das an einer Teleskopstange befestigt ist.  Dieses System eignet sich vor allem für hohe Bäume mit wenigen dicken Ästen. 

Als weitere Rettungsmethode, die sich besonders bei mittelhohen Bäumen mit dicken Ästen bewährt hat, stellte Haselsteiner die Verwendung einer leichten zweiteiligen Aluminiumleiter vor.  In Kombination mit Sicherungsmethoden aus der Bergwachtarbeit konnte der verunfallte Gleitschirmflieger auf Anhieb leicht geborgen werden.

Die anwesenden Bergretter erhielten im Anschluss an die Demonstrationen noch ausreichend Zeit, um die verschiedenen Techniken selbst zu trainieren.

 

Die Bergwacht sucht stets Menschen und junge Leute die Interesse an dem Abenteuer Bergrettung haben.

Unverbindlich informieren können Sie sich bei unserem Bereitschaftsleiter Franz Mühlbauer (Tel. 09943 / 2806) oder Sie schauen ganz einfach mal bei uns vorbei! (Freitags am Bergwachthaus in Lam ab ca. 20:00 Uhr)

 

Von der Bergrettung zur Baumrettung

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