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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

DIE BERGRETTUNG VON 1976 BIS 1980

1976 

Neue Rettungszentrale
Einweihung im Oktober mit Innenminister Dr. Bruno Merk

Mit der neuen Drehleiter der Feuerwehr fing alles an. Weil die Leiter nicht mehr ins alte Feuerwehrhaus passte, musste ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden. In einem Seitenbau war aber noch die Bergwacht integriert. Es bot sich die Gelegenheit, durch Bau-Eigeninitiative der Bergwacht, Architekt war Bereitschaftsleiter Reinhold Schraudolph, „Ausnahmefinanzierer war das neue Bay. Rettungsdienstgesetz“  bzw. der Freistaat Bayern, so Dr. Bruno Merk, im benachbarten Sanitätshaus die neue Bergwacht-Zentrale zu errichten.

Dr. Bruno Merk: „Die neue Rettungswache in Oberstdorf wird im Lande Bayern ein Sonderfall bleiben. Der Bayerische Innenminister unterstrich bei der Einweihung des neuen Gebäudes, dass nur die gegebene Ausnahmesituation zu einem Baukostenzuschuss im Vollzug des neuen Rettungsgesetzes geführt habe.

Bürgermeister Eduard Geyer würdigte die unbürokratische Unterstützung durch den Innenminister. BW-Abschnittsleiter Günther Math bezeichnete den Neubau als Krönung jahrzehntelanger Arbeit der Oberstdorfer Bergwacht. Die kirchliche Weihe des Hauses nahmen Weihbischof Manfred Müller und Benefiziat Gohl, aktives Bergwachtmitglied, vor. Die neue Rettungszentrale beherbergt Garagen für die Einsatzfahrzeuge von BW und BRK, Geräteräume, Schlafräume für die Diensthabenden, Aufenthaltsraum, Schulungsraum und Funkzentrale. Am Linkerskopf hatte die Bergwacht eine Übung vorbereitet, als es galt, mit Hilfe eines Hubschraubers zwei verstiegene Bergsteiger von einem Grat zu bergen. Staffelchef Oberstleutnant Klingner vom Hubschrauber-Transportgeschwader 64 leitete dabei den Flugeinsatz selbst. Der Ausklang der Einweihungsfeier fand bei einem gemütlichen Beisammensein auf der Rappenseehütte statt.
(Allgäuer Anzeigeblatt vom 18.10.1976) 

Heinz Volderauer beerbt die Bergwacht Oberstdorf
In einem persönlichen Telefonat im Dezember 1976, informierte Rechtsanwalt Walter Riß, Testamentsvollstrecker von Heinz Volderauer, den stellv. Bereitschaftsleiter, Max Zellhuber, darüber, dass Heinz Volderauer die Bergwacht Oberstdorf zu einem Drittel seines Nachlasses eingesetzt habe. Das war ein „sechser im Lotto“.

Ernüchternd musste allerdings auch festgestellt werden, das die Bergwacht Oberstdorf gar nicht „erbfähig“ war, sondern nur die Bergwacht Bayern, Gelder also nach München abfließen sollen, allerdings zur Verfügung für die Bergwacht Oberstdorf verbleiben. Mit dieser Lösung konnte sich weder der Testamentsvollstrecker noch die Bergwachtbereitschaftsleitung einverstanden erklären. In vielen Gesprächen mit dem Präsidium der Bergwacht, dem Testamentsvollstrecker und der Bereitschaftsleitung wurde letztlich die Gründung einer Stiftung für das Optimalste gehalten. Zum einen verbleibt das Geld für den direkten Zugriff in Oberstdorf und zum anderen wird dem Andenken an Heinz Volderauer in besonderer Weise gedacht. Die Heinz Volderauer Stiftung entstand mit Genehmigungsurkunde des Bayer. Staatsministeriums des Innern vom 05. August 1981 als „öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts“. Die Stiftung wird von einem Stiftungsrat verwaltet, dem angehören:

  1. Ein Bürger aus dem Landkreis Oberallgäu als Stiftungsratsvorsitzender,
  2. Ein Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes,
  3. Ein Vertreter der Bergwachtbereitschaft Oberstdorf, und zwar der Bereitschaftsleiter oder dessen Stellvertreter.

Bilder:
Einweihung der neuen Rettungszentrale Am Gstad 2 mit Innenminister Dr. Bruno Merk
Grabstein von Heinz Volderauer, der bis Oktober 2006 auf dem Oberstdorfer Waldfriedhof stand und nach 30 Jahren zur neuen Bergwacht Rettungszentrale im Ried, Birgsauer Straße 35, verlagert wurde

Der Herr General bedankt sich beim Herrn Innenminister über die gute Betreuung von Polizei und Bergwacht anläßlich einer Vermißtensuche

Beispiel eines Einsatzberichtes

Teilnehmer an den Sommerübungen 1976, da kommen Stunden zusammen

1977 

Ein ganz neues Bergwachtabzeichen
Es handelt sich aus Preisgründen um ein zusätzliches neben dem bisher bekannten Bergwacht-Abzeichen. Rotes Kreuz auf Edelweiß und auf weiß/blauer Raute.
Die Abzeichenentwicklung begann 1948, mit Ergänzungen 1957, im Mai 1963 kam das „flache“ Bergwachtabzeichen mit weißem Rand und der Inschrift Bergwacht mit Edelweiß und rotem Kreuz. 
Ende der 90iger Jahre ließ der Abschnitt Allgäu ein „eigenes“ Zeichen fertigen. Es war vor allem als Präsent- bzw. Erinnerungszeichen gedacht. Die Bergwachtführung war von diesem schönen Zeichen gar nicht begeistert, der Abschnitt handelte sich Ärger ein und das Zeichen verschwand wieder in der Versenkung. Schade!
(„Die Bergrettung in Bayern“ Band II, S. 36/37) 

Sommerübung  am 19.06.77
Übernachtung auf der Rappenseehütte. Übung an der Rothgundspitze. 

Bergwachtausflug zum Großglockner
Vom 16.09.bis 18.09.77 ging es dieses Jahr zum Großglockner. Fahrt nach Kals in Osttirol und Aufstieg zur Stüdlhütte, 2.800m. Über Stüdlgrat (Südgrat), zum Großglockner, 3.797m und Abstieg über Kleinglockner, Adlersruhe (Erzh.Jogann Haus), Hofmannsweg zur Pasterze, Anstieg zur Josefshöhe und weiter zum Glocknerhaus, Gesamtzeit: 12 Std. Heimfahrt über Glocknerstraße, Zell am See, Innsbruck. Organisation durch Franz Ohmayer.

Inbetriebnahme der Rettungsleitstelle in Kempten

1978 

Hindelanger Klettersteig
Zur Fertigstellung wurden 900 Meter Stahlseil, 300 Haken und 110 Meter Eisenleitern verwendet. 

Hohe Tatra
Im Rahmen eines Intern.  Bergretteraustausches in der CSSR ging es vom 29.03. bis 03.04.78 nach Strebske Pleso. Die Bergwacht Oberstdorf war mit 13 Mann vertreten. Dabei ging es um verschiedene Wettbewerbe, wie Akja-Rennen und Abfahrslauf im freien Gelände. An der Grenze wurde heftig kontrolliert! 

Sommerübung an der Adlerwand
Am 21.Mai 1978 wurde die Sommerübung unter Franz Ohmayer im Bereich der Adlerwand durchgeführt. Aufstieg durch die Adlerwand zum Heubar Hittle unterm Vögelesgehre, Querung und Abstieg am Scherge Heubat zur Oytal-Straße. Ganz nebenbei wurden zwei tote Gemsen gefunden, denen Franz Ohmeyer fachgerecht die Hörner abnahm, das ganze auch an den zuständigen Revierjäger Max Schraudolf mitteilte. Leider durften die Hörner nicht behalten werden. 

Suche nach zwei vermissten Buben
Viele Trupps waren unterwegs, es galt zwei Buben zu suchen, die vom Campingplatz auf Bergtour gingen. Sie kamen am Abend nicht zurück und wohin sie gingen war auch nicht bekannt. Wir waren am 24.06.78 unterwegs vom Falkenjoch über Entschenkopf, Gängele zum Gaisfuß bei guten 20cm Neuschnee. Schön, dass auf dem Gaisfuß noch die Transportbahn für die Lawinenverbauung war, denn mit der konnten wir gut zur Seealpe abfahren. Die Buben wurden in den Seewänden gefunden.

1979 

Bergwacht-Ausflug vom 28.04. bis 02.05.1970 zum Gardasee. Raus aus dem verschneiten Allgäu und über den Brenner ins frühlingshafte Südtirol. Am ersten Tag ging es zum Klettersteig von Mori, der es gut in sich hatte. In den nächsten Tagen wurden noch über den Klettersteig die Rochetta besucht und von Mezzocorona ging es zum Burrone Steig, durch die wildromantische Schlucht. 

Sommerübung zur Höfats. Eine Gruppe ging als Tour den Höfats-Klassiker „Travers“. Verantwortlich war Franz Ohmayer.

1980 

Bergsteigeraustausch mit der UdSSR
Moskauer Bergsteiger im Februar 1980 zu Gast in Oberstdorf
Oberstdorfer Bergwächtler  vom 17.08. bis 07.09.1980 in Zentralasien

Eine 15-köpfige Bergwachtmannschaft darf in die UdSSR reisen. Es ging über Moskau, dort Besuch versch. Sehenswürdigkeiten, nach Samarkand an der Seidenstraße in Usbekistan. Von dort in das Fan-Gebirge in Tadschikistan. Bestiegen wurden u. a. der Pik Energie, 5.150m und der Pik Samok, 5.070m. Das Basislager war am wunderschönen Kulikolonsee auf 2.800m. Dabei waren: Uli Burger, Horst Engelhardt, Heinz Hackenberg, Mathias Kappeler, Andreas Kling, Wastl Köttel, Luggi Müller, Fred Neumeier, Horst Peter, Heinrich Roscher, Alois Schraudolf, Hubert Steiner, Andreas Tauser, Richard Stengel und Max Zellhuber.

Anekdote: Durch kräftige Einkäufe (Krimsekt) in Moskau hatten wir mächtig Übergewicht. Wer die Kosten in Höhe von 2.000 DM bezahlt, war bei Abflug noch nicht geklärt! 

Bergwachtausflug ins Berner Oberland vom 01.05. bis 03.05.1980

  1. Von Interlaken-Ost mit der Jungfraubahn zum Jungfraujoch, weiter zur Oberen Mönchsjochhütte und zum Mönch, 4.099m. Abfahrt über Ewigschneefeld zur Konkordiahütte. Eine andere Gruppe ging das Wannenhorn.
  2. Vom Konkordiaplatz über Grünhornlücke zur Finsteraarhornhütte und weiter zum Finsteraarhorn, 4.274m.
  3. Von der Finsteraarhornhütte über Grünhornlücke, Konkordiaplatz, Lötschenlücke, Abfahrt nach Blatten und weiter mit der Bahn zum Ausgangsort.

Dabei waren: Martin Engler, Heinz Hackenberg, Mathias Kappeler, Helmut Luxenhofer, Heinrich Roscher, Alois Schraudolf, Reinhold Schraudolph, Hubert Steiner und Max Zellhuber.

Sportliche Bergwacht Oberstdorf

 

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