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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

17.09.2007

Vom Schnee an den Gardasee gespült

Der Großglockner sollte das Ziel der Sommer-Ausbildungsfahrt 2007 sein, doch das Wetter machte in der Woche zuvor einen Strich durch die Rechnung: Ergiebige Schneefälle und unsichere Wetter-Prognosen für das Wochenende führten dazu, dass  Stüdlgrat und Ausbildung am Gletscher mit nicht vertretbaren Risiken verbunden gewesen wären.
So wurde nach Studium der Wetterkarte kurzfristig umdisponiert: Klettern am Gardasee  war das neue Thema von 13 Bergwachtlern und drei Familienangehörigen.
Nach zügiger Fahrt über den Brenner standen die ersten Seilschaften am Samstag gegen 10 Uhr bei Sonnenschein und besten Verhältnissen am Einstieg. Alle hatten sich anspruchsvolle Routen an den Sonnenplatten ausgesucht, seit nunmehr gut 30 Jahren beliebtes Ziel der Sportkletterer. Das Gespann jüngste/ältester Teilnehmer (Myriam/Karl) schoss nach 13 Seillängen in der Route Claudia/Super-Claudia (5b) mit der Rekordzeit von drei Stunden den Vogel ab und konnte sich anschließend in der Bar umso länger auf die Nachbesprechung mit der traditionellen „Fehler-des-Tages-Runde“ vorbereiten. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass man eben nur in der reflektierten Praxis wirklich lernt: Unfreiwillige Ausflüge in Extrem-Routen, verlorene Karabiner, zu kurze Seile oder zweideutige Seilkommandos kamen zur Sprache und gaben allen Teilnehmern die Chance, solche teils gefährlichen Fehler künftig zu vermeiden.
Nach einem kurzen Bergsport-Shopping-Abstecher in Arco klang in der bewährten Pension von Claudio in Torbole der Tag aus mit Ratsch und Diskussion über Bergwacht und die Welt, einige wagten sogar noch ein spätes Tänzchen beim Dorffest am See.
Am Sonntag dann war pünktlich um 9 Uhr die zweite Klettereinheit angesagt. Der Großteil der Gruppe stieg in zwei neben einander liegende, relativ neue Routen direkt bei Sarche ein:  Orizzonti Dolomitici (V+) und Amazonia (VI). Auch hier zeigte sich wieder, dass es nur die Praxis bringt: Erfahrungen im Vorstieg oder mehr Sicherheit beim Standbau, in der Routenfindung oder beim Sichern kann man eben nur am Felsen selbst gewinnen.
Zum Ausklang gab es dann – selbstverständlich nach der obligatorischen Fehler-Runde - bei inzwischen 28 Grad noch das eine oder andere Glas Lemonsoda oder Tässchen Capucchino – und das feste Vorhaben, die Tradition der Ausbildungsfahrten weiter aufrecht zu erhalten.
Dank an die Bereitschaft für 15 Euro Unterstützung pro Teilnehmer, an Martin Gruber für die einmal mehr perfekte Organisation, an die Teilnehmer für das harmonische Klima und die Offenheit zum immer wieder Dazulernen. An alle anderen Bereitschaftsmitglieder (und -verantwortlichen) die herzliche Einladung, das nächste Mal selbst mitzumachen: Der - inzwischen fast schon harte – „Kern“ der Ausbildungsfahrten beißt nicht, nimmt Jede/n gerne mit, stellt sich auf (fast) alle Leistungsklassen ein und teilt den Genuss schöner Bergwacht-Aufbildungsfahrt-Tage gerne mit Anderen.
Karl Königbauer

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