Mitglieder-Login

Passwort vergessen?

Montag, 8. März 2010

Oberaudorf-Lawineneinsatz Großer Traithen

Skitour endet für Inntaler tödlich

Mit Schneebrett in den Tod gerissen

 

Oberaudorf – Tragisch endete für einen 45-jährigen Raublinger eine Skitour am Großen Traithen, Gemeindegebiet Oberaudorf. Er war von einem Schneebrett, das er selbst ausgelöst hatte, erfasst und fast zweihundert Meter weit in den Tod gerissen worden. Beim Abgleiten über den sehr steilen Nordhang stürzte er in Folge auch über eine gut dreißig Meter hohe Felswand, dabei erlitt der die tödlichen Verletzungen.

Am Sonntag, 7. März, stiegen der Verunglückte und seine Ehefrau, aus Raubling im Inntal, Landkreis Rosenheim, von der Rosengasse im Sudelfeldgebiet, Gemeinde Oberaudorf, zum mit 1852 Metern höchsten Berg der Chiemgauer Alpen, dem Großen Traithen, auf. Kurz nach Mittag, gegen 13 Uhr, fuhr der Raublinger als Erster in den Nordhang ein. Schon nach wenigen Schwüngen löste er ein etwa zwanzig Meter breites Schneebrett aus, das ihn erfasste und fast zweihundert Meter über sehr steiles, felsdurchsetztes Gelände in die Tiefe riss. Seine Ehefrau und zwei weitere Skitourengeher beobachteten das Geschehen und eilten dem Verunglückten zu Hilfe. Lagebedingt problembehaftet das Absetzen den Notrufes per Handy. Die Rettungsleitstelle Rosenheim alarmierte sofort die Bergwacht Oberaudorf. Zur Unterstützung der Rettungsaktion alarmiert auch vier Rettungshubschrauber. Bergretter der BergwachtOberaudorf wurden zum Einsatzort geflogen und am Lawinenkegel mittels Seilwinde abgesetzt werden. Glücklich der Umstand, dass sich zu diesem Zeitpunkt kurzfristig der dichte Nebel lichtete und die Aktion ermöglichte. Die Bergwachtmänner übernahmen von den vor Ort weilenden Skitourengehern, unter ihnen eine Ärztin, die Wiederbelebungsversuche. Der Verunglückte war an der Fundstelle kaum von Schneemassen überdeckt, jedoch kam für ihn jede Hilfe zu spät. Mit dem Polizeihubschrauber „Edelweiß“ wurden der Tote, dessen Ehefrau sowie die zwei Skitourengeher zum Tallandeplatz der Bergwacht Oberaudorf in Niederaudorf, geflogen. Die Betreuung der Beteiligten übernahm das Kriseninterventionsteam der Bergwacht. Neben elf Männern der Bergwacht Oberaudorf war am Einsatz auch der Lawinenhund „Kalle“ der Bergwacht Bayrischzell, eingesetzt. Nicht mehr zum Einsatz kamen die alarmierten Bergretter aus Bayrischzell, Schliersee, Hausham, Brannenburg und Bad Feilnbach sowie die Bergwacht-Lawinenhundestaffel. Die Alpine Einsatzgruppe der Polizei übernahm die Ermittlungen zum Unfallhergang. Von der Einsatzleitung der Bergwacht Oberaudorf wurde die Rettungsaktion wegen der instabilen Wetterlage mit Hochnebel sowie dem pulverigen Neuschnee als schwierig beurteilt.

Schon mehrfach verunglückten Skitourengeher bei der Abfahrt über den Nordhang des Großen Traithen. Auch Todesfälle waren zu beklagen.

Autor: BW-Oberaudorf/Lotter A.

WissensBox-LOGIN

____________________

weitere Informationen

 

 

 

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergwacht-Zentrum