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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

DIE BERGRETTUNG VON 1941 BIS 1945

1941 

Bergwacht stark gefordert
In vier Wochen leistet die Bergwacht 252 Hilfen
(VSV, Heft 20 / August 1992 von Otmar Schuster) 

März 1941 – Die Ortsstellen der Landesführung Bayern e.V.:
Augsburg, Hindelang, Hirschegg, Hinterstein, Immenstadt, Kempten, Füssen, Landsberg, Ulm, Memmingen, Mittelberg, Nesselwang, Neu-Ulm, Oberstdorf, Oberstaufen, Pfronten, Riezlern, Sonthofen.
(„Die Bergrettung in Bayern“ Band I, S. 318) 

Bezugsscheine für Bergschuhe
Das Wirtschaftsamt Oberstdorf bestätigt, dass Schratt Hans am 07.11.1941 einen „Bergschuhschein“ erhalten hat.

Des weiteren bestätigt der Ostsstellen-Führer der Bergwacht, Habereder, dass ebenfalls Schratt Hans einen Bezugsschein für eine Skihose erhalten hat. 

Bergwachtübung 1941 in Oberstdorf
Von rechts außen: Bergführer Ignaz Vogler, Dr. Alfons Vogler, Bergführer Anton Jäger
und als Überraschungsgast aus München „Wiggerl Gramminger“
Bild unten:
„Bergsteiger- und Veteranen des Rettungsdienstes“ von links:
Eugen Heimhuber, Hermann Schallhammer, Josef Schraudolph und Karl Hofmann

Entwicklung von Rettungsgeräten

Vorläufer der Gebirgstrage, nicht nur für den Bergwachteinsatz!

Georg Waldmann wird zum Bergwachtlehrgang eingeladen, er war von 1946 bis 1948 Bereitschaftsleiter

 

 

1942 

Rettungseinsätze
Die seit Juni 1941 vermisste Ärztin Frl. Dr. Lore Emilie Heinzelmann wurde von einem Oberstdorfer Bergsteiger im Markttobel im Gleit tot aufgefunden. 

Aus Bergnot befreit wurden zwei junge Brüder aus Oberstdorf, die durch den Blenkkamin am Kleinen Wilden eingestiegen waren. 

Tödlicher Absturz in der Trettach-Nordwand. Der 45 Jahre alte Ing. Wilheilm Keil aus Weißenburg stürzte beim Abstieg im Alleingang ab. 

Wieder tödlicher Absturz beim Abstieg vom Linkerskopf. 

Die Studienrätin Paula Günther stürzte tödlich an der Höfats ab. Die Suche und Bergung haben die Bergwacht vier Tage in Anspruch genommen. 

Etwas Erfreuliches:  Oberstdorfer auf dem Elbrus
Hauptmann Heinz Groth schildert sehr lebhaft anlässlich eines Vortrages die Besteigung des 5.629m hohen Elbrus. Unter den beteiligten Gebirgsjägern waren auch die Oberstdorfer Kaspar Schwarz, sein Neffe Hans Schwarz und Otto Niederacher.
(VSV, Heft 22 / Juni 1993 von Otmar Schuster) 

Entwicklung Stahlseilgerät

Der "Frosch",  die geniale Stahlseilverlängerung

Bestandteile des Stahlseils, leider ohne Frosch

Der Lawinenhund, eine militärische Erfindung?

1943 

Tödlicher Absturz in den Seewänden am 15. März
Eine Frau kann von der Rettungstruppe unter der Leitung von Bergführer Anton Jäger gerettet werden. Leichtsinn und mangelhafte Ausrüstung sind die Ursache des Unfalls. 

Kletterunfall am Rubihorn
Bei Kletterübungen in der Westwand des Rubihorns, in Begleitung von drei weiteren Kameraden, stürzt der 18 Jahre alte Otto Bucher ab. 

Bergwacht am Schlappoldeck im Einsatz
In der Nacht werden zwei Bergwanderer von der hiesigen Bergwacht aus der Westwand des Schlappoldecks geborgen.
(VSV, Heft 24 / Juni 1994 von Otmar Schuster) 

Tödlicher Absturz am Schattenberg am 14. September
Frau Maria Esslinger, geb. 17.12.1919, Heidelheim, stürzte am 14.0943 aus unbekannter Ursache am Schattenberg, in der Nähe der Bergstation der Nebelhornbahn, tödlich ab. Sie wurde von einer Mannschaft der Bergwachtortsstelle Oberstdorf in schwerer Arbeit geborgen und zu Tal geschafft.
Bergungsmannschaft: Staimer, Habereder, Albrecht, Schöll, Haneberg, Schleich, „Fuhrwerk“. 

Bezugsscheine für Bergschuhe
Das Wirtschaftsamt Oberstdorf bestätigt, dass Schratt Hans am 07.11.1941, am 23.04.1942 und am 31.05.1943 Bezugsscheine für einen „Bergschuhschein“ erhalten hat.
Desweiteren bestätigt der Ostsstellen-Führer der Bergwacht, Habereder, dass ebenfalls Schratt Hans einen Bezugsschein für eine Skihose erhalten hat. 

Mit dem Privatwagen des Landwirts Franz Schöll zur Bergung  

Strafe wegen Leichtsinns!

Kriegsauswirkungen bis hinein in die Bergwacht

Rucksackschlitten, die Qualität der Winterbergungen verbesserte sich

Winterdienstbericht der Bergwacht Oberstdorf

  

1944 

Neuer Bergwacht-Ortsstellenleiter
Der Polizei-Hauptwachtmeister der Schutzpolizei, Oberstdorf, Franz Habereder, teilt mit Schreiben vom 30.01.1944 dem Bürgermeister von Oberstdorf mit, dass er am 10.09.1943 in die „Deutsche Bergwacht“ als Mitglied eingetreten ist.
„Seit Oktober 1943 wurde ich von der Bergwacht-Abteilung-Allgäu mit der Führung der hiesigen „Bergwacht-Ortsstelle-Oberstdorf für die Kriegsdauer beauftragt.“ 

Der Alpennotdienst der Luftwaffe
Januar 1944 – „Vorsorglich muss mit reger Flugtätigkeit über dem Alpengebiet, Luftkämpfen usw. gerechnet werden. Die Luftwaffe beabsichtigt daher, einen Bergnotdienst für durch Absprung oder Abschuss in Bergnot geratene Flugzeugbesatzungen aufzuziehen. Er soll so rasch als möglich einsatzfähig sein.

Die Vereinsführung des DAV hat hiefür den gesamten Alpinen Rettungsdienst des DAV ideell, materiell und personell zur Verfügung gestellt. Er ist zunächst der Grundstock und der Kern des gesamten Bergnotdienstes auch der Wehrmacht.“ 

Drohung
„Der Bergnotdienst ist eine militärische Verpflichtung, deren Nichtausübung auch militärische Disziplinarmassregeln nachziehen wird. Zum mindesten werden die jetzt in die Wege geleiteten uk-Stellungen für den Bergnotdienst sofort aufgehoben, wenn irgendwelche Unterlassungen bekannt werden.
Der Bergnotdienst ist nicht eine im freien Ermessen eines Mitgliedes stehende Vereinsverpflichtung, sondern eine militärische Dienstleistung! Die Ortsstellenführer sind für die Durchführung voll verantwortlich!“
(„Die Bergrettung in Bayern“ Band I, S. 344) 

1944 – Nunmehr gliedert sich der DAV-Bergrettungsdienst in:
7 Landesführungen: Bayern, Tirol-Vorarlberg, Salzburg, Kärnten, Steiermark, 
                                 Oberdonau und Wien-Niederdonau.
4 Hauptstellen:           Kempten, München, Garmisch-Partenkirchen, Freilassing

Kempten:
Augsburg, Hindelang, Hinterstein, Immenstadt, Kempten, Füssen, Landsberg, Ulm, Memmingen, Mittelberg, Neu-Ulm, Oberstdorf, Oberstaufen, Pfronten, Riezlern, Hirschegg, Mittelberg, Sonthofen, Lindau, Isny, Kaufbeuren
(„Die Bergrettung in Bayern“ Band I, S. 356) 

Bergwacht-Mitglieder, Hinweis zu Nr. 36: Die schriftliche Bemerkung betrifft seinen Bruder Seppl, Georg war später Bereitschaftsleiter! 

Militärische Bergwacht

1945 

Bedeutungsvollstes Ereignis war am 19.09.1945 die Übernahme der Bergwacht als Sonderformation in das Bayerische Rote Kreuz durch Ermächtigung des Hauptquartiers der 3. Amerikanischen Armee
„Damit ging ein lang gehegter Wunsch des Roten Kreuz in Erfüllung, die Durchführung des alpinen Rettungsdienstes in die eigene Regie zu bekommen, eine jahrzehntelange Fehde fand sein Ende.“
Symbol für die Doppelaufgabe der Bergwacht ist ihr Dienstabzeichen – das international hoch angesehene Rote Kreuz im Edelweiß. Sitz der Allgäuer Bergwacht war von 1923-1925 Immenstadt (Vorsitz Dr. H. Wolf), 1925-1927 Sonthofen (F. X. Müller); 1927 wurde die Leitung für ständig nach Kempten verlegt (1927-1938 Apotheker E. Schirmer; 1938-1945 Gg. Frey; 1945 bis heute Gg. Schwarzmann). 

Die (kriegs-) wichtigen Autos
13.02.1945 – „Die Wagen des DAV-Bergrettungsdienst (Deutsche Bergwacht) dienen zur Rettung von Flugzeugbesatzungen, die bei Luftkämpfen über dem Alpengebiet zum Absprung gezwungen werden und in Bergnot geraten. Außerdem dienen sie dem zivilen Einsatz im DAV-Bergrettungsdienst (Bergung von verunglückten und lawinenverschütteten Bergsteigern). Der weitere Betrieb dieser Wagen ist kriegswichtig und volksgesundheitlich unbedingt notwendig. Ihre weitere Zulassung wird dringendst befürwortet.“
(Bestätigung vom Bayer. Innenministerium)
(„Die Bergrettung in Bayern“ Band I, S. 359) 

Zum Kriegsende besaß die Deutsche Bergwacht im DAV in Kempten folgende Kraftfahrzeuge:
Geländegängiger Rettungswagen (Standort Kempten)        Pol. Kennz.  II Z 245666
Mannschaftswagen, 1 Tonner, (Standort Kempten)             Pol. Kennz.  II Z  ?

Handfunkgeräte von den Franzosen
Die französische Besatzung hatte 1945 zwei deutsche Wehrmachts-Hand-Funkgeräte achtlos auf den Ladefläche eines Fahrzeuges auf der Ladefläche liegen lassen, so als würden sie nicht mehr gebraucht. Und, dass diese Geräte nicht in falsche Hände gerieten, hat sie ein junger Oberstdorfer „sichergestellt“ und später in den Bergwachtdienst „übernommen“.

Fritz Lense, 40 Jahre Bergwacht, 1960:
„Es muss hier bemerkt werden, dass sich die Bergwacht seit 1933 bis zu Kriegsende von jeder politischen Bildung fernhielt und alle Versuche, diese auf der Grundlage von Heimat- und Nächstenliebe fundierte Organisation zu politisieren, erfolgreich abwehrte.“

Aus Schreiben an Spruchkammer, nach 1945:
„Es ist nun bei den damals gegebenen Zuständen klar, dass die leitenden Personen der Bergwacht ununterbrochen in offenem und verstecktem Kampf gegen die Partei standen und es gehörte schon eine gute Portion Geschicklichkeit und Mut dazu ihn bis zum Ende durchzuführen.“
(„Die Bergrettung in Bayern“ Band I, S. 361) 

28.11.1945 Tagung im Allgäu wegen Zusammenschluß
Unter Leitung von Wiggerl Gramminger, München, fand in Kempten im „Weizen“ (Weizen-Peter) eine Tagung statt. Dabei waren Kempten, Hindelang, Hinterstein, Immenstadt, Neu-Ulm, Pfronten, Kaufbeuren, Augsburg,  wo war Oberstdorf ?
(„Die Bergrettung in Bayern“ Band II, S. 28) 

 

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