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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Donnerstag, 10. August 2017

Schwierige Rettung eines Kletterers aus der Südverschneidung des Großen Grundübelhorns

Bergsteiger sitzt unterhalb eines Überhangs für Hubschrauber unerreichbar fest

Lkr Berchtesgaden/RAMSAU – Bei einem rund vierstündigen Einsatz am Dienstagnachmittag, 08.08.2017, in der schwierigen Südverschneidung des Großen Grundübelhorns (Bülter & Gröll, 1967) auf der Südseite der Reiter Alpe ist wieder einmal mehr als deutlich geworden, dass Hubschrauber allein zur Bergrettung nicht ausreichen und es vor allem gute Alpinisten braucht: Die Bergwacht Ramsau musste einen 71-jährigen Kletterer aus Mittelfranken retten, der als Nachsteiger in der fünften Seillänge unterhalb einer überhängenden Felswand völlig erschöpft nicht mehr weiterkam – für Hubschrauber mit Rettungstau und Winde nicht erreichbar.

Nachdem gegen 15.30 Uhr der Notruf eingegangen war, war die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ bereits eine viertel Stunde später am Berg und konnte den Mann beim ersten Überflug auch sofort finden, aber aufgrund der überhängenden Felswand unmöglich erreichen. Der Pilot setzte daraufhin nach einer Lagebesprechung drei Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau mit dem sehr langen 90-Meter-Rettungstau schräg oberhalb der Einsatzstelle beim Vorsteiger ab – ein Versuch, den 71-Jährigen mit dem langen Tau direkt anzufliegen, scheiterte. Die Einsatzkräfte querten dann über Standplätze und ein Seilgeländer zur Kletterroute hinüber und ließen einen Retter rund 80 Meter tief am Dyneema-Seil zum Patienten ab. Der Bergwachtmann versorgte den 71-Jährigen und wurde dann gegen 18.30 Uhr zusammen mit dem Patienten 150 Meter tief bis zum Wandfuß aus dem Überhang heraus abgelassen, so dass er für die nachgeforderte Besatzung des Münchner Polizeihubschraubers „Edelweiß 8“ erreichbar war.

„Edelweiß 8“ nahm beide per Winde auf und flog sie zum Ramsauer Sportplatz aus, wo sie gegen 19 Uhr ankamen. „Die weiteren Retter am Standplatz oberhalb der Einsatzstelle und den Seilpartner des Mannes holte „Christoph 14“ mit dem Rettungstau ab. Eine aufziehende Schlechtwetterfront sorgte für Zeitdruck bei allen Beteiligten.

Völlig erschöpft an der Watzmann-Südspitze
Zwischenzeitlich musste die Besatzung von „Christoph 14“ zum Landeplatz an der Watzmann-Südspitze fliegen und einen 53-jährigen Alleingeher abholen, der nach der Überschreitung über Knieschmerzen klagte und so erschöpft und am Ende war, dass er den Abstieg nicht mehr schaffte. Ein Polizeibergführer, der privat unterwegs war, fand den Mann, setzte kurz nach 17.30 Uhr einen Notruf ab und brachte ihn zum Landeplatz. Ein klassischer Einsatz, der die Bergwacht Ramsau jedes Jahr in ähnlicher Form mehrmals zur Hochsaison fordert.

Verletzte am Stöhrhaus und am Obersee Am Dienstag gegen 10.20 Uhr ging ein Alarm für die Bergwacht Marktschellenberg und die Besatzung von „Christoph 14“ ein, die einen Patienten mit Sprunggelenksverletzung an der Hütte abholen und ins Tal fliegen mussten. Zeitgleich zum schwierigen Einsatz am Großen Grundübelhorn mussten die Bergwacht und die Wasserwacht Berchtesgaden zusammen mit dem Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ zum Obersee ausrücken, wo eine 73-jährige intern vorerkrankte Frau schwer gestürzt war und sich am Kopf verletzt hatte. Ein Voraustrupp der Bergwacht, der gerade bei der Wartung eines Funkmastens in Salet war, traf nur wenige Minuten nach der Alarmierung bei der Frau ein und versorgte sie. „Christophorus 6“ konnte an der Unfallstelle selbst nicht landen, wobei Arzt und Notfallsanitäter zu Fuß von der Fischunkelalm zur Patientin gehen mussten. Die BRK-Wasserwacht brachte zeitgleich weitere Einsatzkräfte der Bergwacht über den See, die mit E-Bikes von Salet zur Einsatzstelle fuhren. Die Patientin wurde dann im Luftrettungssack per Tau ausgeflogen und per Hubschrauber zum Salzburger Landeskrankenhaus gebracht. Die Wasserwacht brachte drei Angehörige und die Bergwacht per Boot zurück zur Seelände. Gegen 21.20 Uhr musste die Bergwacht Reichenhall noch Lichtzeichen-Meldungen am Predigtstuhl abklären, die über Notruf gemeldet worden waren.

 

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