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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Donnerstag, 20. Juli 2017

Verantwortung - Mitwirkung - Weiterentwicklung

Bergwacht Bayern als Gastgeber für den Rettungsdienstausschuss Bayern

Windenbetrieb Christoph 15 – Probebetrieb startet mit Training im Bergwacht-Zentrum

Bad Tölz/ Rund 20 Fachleute aus dem Bereich Rettungsdienst in Bayern tagten auf Einladung der Bergwacht Bayern am Dienstag, 18. Juli im Bergwacht-Zentrum. Das zu Beginn diesen Jahres neu geschaffene Beratungsgremium der obersten Rettungsdienstbehörde, dem Bayerischen Innenministerium (STMI), wird begleitet vom Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) in München. Mitglieder im Rettungsdienstausschuss Bayern sind das STMI, der Ärztliche Landesbeauftragte Rettungsdienst, und die Bezirksbeauftragten Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (ÄLRD), Vertreter der Sozialversicherungsträger und der Zweckverbände für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, der Betreiber der Integrierten Leitstellen und der Bayerischen Krankenhausgesellschaft sowie der Durchführenden des Rettungsdienstes in Bayern. Zu den Letztgenannten zählt auch die Bergwacht Bayern als Beauftragte Organisation für den Rettungsdient im alpinen und unwegsamen Gelände sowie in Höhlen.

Die Beteiligung aller Verantwortungsträger an diesem neugeschaffenen Gremium stellt künftig die nachhaltige Entwicklung der Qualität des Bayerischen Rettungsdienstes im Spannungsfeld von Kosten und Nutzen sicher. An erster Stelle für die Qualitätssicherung im Rettungsdienst steht der Landesbeauftragte Ärztlicher Leiter Rettungsdient in Bayern, Dr. Michael Bayeff-Filloff, unter dessen Federführung acht ärztliche Bezirksbeauftragte ihre jeweiligen Rettungsdienstbereiche koordinieren.

„CIRS Bayern“ anonymisierte Online Plattform zum „Lernen aus Fehlern“
Eines der wichtigen ersten Projekte des Rettungsdienstausschusses ist die Entwicklung und der Betrieb der Online Plattform cirs.bayern.

Ein „Critical Incident Reporting System", kurz CIRS, ist ein Berichtssystem zur anonymisierten Meldung von kritischen Ereignissen und Beinahe-Zwischenfällen in Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Luftfahrt. Ziel ist das konsequente Lernen aus Fehlern mit potenziell umfangreichen Folgen, bevor ein Patient tatsächlich zu Schaden kommt. Alle an der Rettungskette Beteiligten können künftig auf cirs.bayern online und anonymisiert ihre Beobachtung, insbesondere auch eigene Fehler, melden, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Eingegangene  Meldungen werden von einer Expertengruppe bewertet und Lösungsvorschläge erarbeitet. Die anschließende Veröffentlichung ermöglicht anderen, aus den Vorkommnissen zu lernen und v.a. auch, eine angemessene Fehlerkultur zu entwickeln, die nicht weg-, sondern hinsieht.
Systeme dieser Art sind weltweit zunehmend im Einsatz und v.a. im klinischen Bereich bereits heute ein zentrales Qualitätskriterium.

Probebetrieb Rettungswinde Christoph 15 - Trainingsstart im Bergwacht-Zentrum
Parallel zur Tagung des Gremiums bereiteten sich am Montag und Dienstag die Notärzte vom Luftrettungsstützpunkt in Straubing auf den Probebetrieb mit der Rettungswinde vor. Auf Initiative der Bergwacht Bayerwald erfolgt voraussichtlich ab Ende dieses Jahres die Installation einer Rettungswinde am Hubschrauber „Christoph 15“ der ADAC Luftrettung. Mit Unterstützung des Rettungszweckverbandes, der Krankenkassen als Kostenträger, der ADAC Luftrettung und des Bayerischen Innenministeriums ist zunächst ein Probebetrieb für 12 Monate geplant. Zur Vorbereitung auf den Einsatz finden in den kommenden Wochen im Bergwacht-Zentrum Einweisungsschulungen für die Notärzte und Rettungsassistenten an der Winde statt. Mit dabei sind auch die Bergretter aus dem Bayerischen Wald, die im Einsatz unmittelbar mit den Besatzungen im Windeneinsatz unterwegs sein werden. Die enge Verbindung von Berg- und Luftrettung wird auch durch Prof. Dr. Matthias Jacob sichtbar. Matthias Jacob ist seit kurzem neu in der Rolle als Landesarzt der Bergwacht Bayern, gleichzeitig ist er Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin und Schmerzmedizin am Klinikum Straubing und auf dem Hubschrauber Christoph 15 als Notarzt eingesetzt.

Die Zunahme der Freizeitaktivitäten im Bayerischen Wald führte in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Steigerung der Einsatzzahlen der Bergwacht in Ostbayern. Nächstgelegene Stützpunkte von Einsatzhubschraubern mit Rettungswinde sind in Nürnberg und München verortet, die zeitnahe Verfügbarkeit im Einsatzfall ist daher in der Regel gerade im medizinischen Notfall abseits der Straße nicht gegeben. Die Rettungswinde am Rettungshubschrauber „Christoph 15“ hat großes Potenzial, ein weiteres wichtiges Element rettungsdienstlicher Strukturqualität in der aufstrebenden Tourismusregion „Bayerischer Wald“ zu werden. Die wissenschaftliche Evaluation dieses 12-monatigen Probebetriebs erfolgt durch das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement in München.

 

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