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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.
Donnerstag, 8. Juni 2017

Nächtliche Vermisstensuche mit glücklichem Ausgang

Verwirrte Person verschwand plötzlich bei Familienwanderung. Großangelegte Suchaktion der Bergwacht zusammen mit der Polizei führte zu einem glücklichen Ende

Eschenlohe – Am Mittwoch den 07. Juni wurde um 20:30 Uhr der Einsatzleiter Loisachtal Süd zur Abklärung einer Vermisstenmeldung nach Eschenlohe gerufen. Gegen 18 Uhr hatte ein 64-jähriger Großvater bei einer gemeinsamen Wanderung auf dem Naturerlebnispfad völlig unerwartet seine Familie verlassen und verschwand spurlos. Nachdem es sich um sehr unwegsames Gelände handelt und sämtliche Wiederfindungsversuche erfolglos blieben wurde durch die Angehörigen die Polizei alarmiert, die umgehend die Bergwacht anforderte.

Nach Absprache mit der Polizei und den Angehörigen rückten die Bergwachten Oberau und Ohlstadt zusammen mit der Hundestaffel und dem Kriseninterventionsdienst der Bergwacht nach Eschenlohe aus. Parallel wurde der mit einer Wärmebildkamera ausgestattete Polizeihubschrauber Edelweiß 7 angefordert, um das Gebiet aus der Luft abzusuchen.

Vom Bereich des Verschwindens suchten mehrere Suchmannschaften sämtliche Forststraßen, Wanderwege und Trampelpfade großflächig mit Hunden und einer tragbaren Wärmebildkamera ab. Nachdem sich das Suchgebiet erweiterte, wurde gegen 22 Uhr die Bergwacht Murnau zur Unterstützung der Suchmannschaften nachgefordert. Ein spezieller Man-Trailer Hund der Polizei versuchte die Fährte des Vermissten aufzunehmen. Diese ließ sich jedoch im völlig unwegsamen Gelände nicht weiter durch den Hund verfolgen, so dass das Gebiet durch eine Mannschaft mit Kletterausrüstung und einem geländegängigen Hund durchsucht wurde musste.

Gegen 0:30 Uhr war das primäre Suchgebiet um den Kalvarienberg inkl. aller greifbaren Spuren leider ohne Erfolg abgesucht. Bereits um 0:00 Uhr hatte man aber auf Grund einer Detailanalyse aller Meldungen und der sommerlichen Kleidung des Vermissten im Zusammenhang der Außentemperatur von 7°C entschieden, noch ein weiteres Suchgebiet abzusuchen. Im Bereich des Kalvarienberg-Rundweges hatte ein Hund kurz eine Spur angezeigt, jedoch konnte bei genauerer Suche nichts Weiteres gefunden werden. Gestützt auf dieser vagen Spur entschied sich die Einsatzleitung das an die A 95 angrenzende Gebiet in die Suche mit einzubeziehen. Eine Suchmannschaft suchte den östlichen Wildzaun entlang der Autobahn ab, da dieser den äußersten Bereich des Suchgebietes darstellte und in Verlängerung der vagen Spur lag. Gegen 1 Uhr kam hier die erfreuliche Nachricht: die Person konnte stark verwirrt und unterkühlt im Bereich oberhalb der Autobahn ausfindig gemacht werden. Nach Erstversorgung und der Rettung aus unwegsamem Gelände wurde die Person mit dem RTW in die Unfallklinik Murnau gebracht.

Während des Einsatzes unterstützte die UGSanEL die Bergwachteinsatzleitung. Für warmen Tee sorgte die Betreuungsgruppe des BRK. Die Familie des Vermissten wurde die gesamte Zeit durch das Team des KID Berg betreut.

Insgesamt waren an der Vermisstensuche 30 Einsatzkräfte der Bergwacht, 9 Einsatzkräfte der UGSanEL und Betreuungsgruppe des BRK, 6 Polizeieinsatzkräfte, 4 Bergwachthunde und 1 Polizeisuchhund beteiligt.

Autor: Bergwacht Oberau

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