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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Dienstag, 5. August 2008

Wandrettung an der Schärtenspitze

Nach absolviertem DAV-Fachübungsleiterlehrgang auf dem Blaueis wollte ein 44jähriger Berliner mit seiner Kletterpartnerin noch einige Tage länger in dem beliebten Klettergebiet bleiben um weitere private Touren zu unternehmen


Bericht BW Ramsau:   Der sichere  Kletterer war dabei  im Vorstieg des Schärtenspitz-Westgrates in der vorletzten Seillänge, als er ein wenig von der richtigen Linie abkam und in brüchiges Terrain geriet. Als ihm ein Griff ausbrach, stürzte er etwa 8 m tief ins Seil und verletzte sich dabei schwer am rechten Arm. Seine Seilpartnerin hatte ihn halten können, doch konnten sie sich nicht sehen und auch nicht selber Hilfe anfordern, weil Mobiltelefone in diesem Bereich nicht funktionierten.

Kletterer in der Nähe hatten den Vorfall beobachtet und liefen zur Alarmierung auf die Blaueishütte.

Die Einsatzleitung der Ramsauer Bergwacht beorderte den Traunsteiner Rettungshub-schrauber direkt zur Blaueishütte . Dort nahm er den jungen Wirt auf, der am Grat ausgesetzt werden, sich ein Bild der Lage verschaffen und Rufverbindung herstellen konnte.

Der Kletterer saß gesichert von seiner Partnerin, die sich jedoch hinter einer Gratkante und etwa 10 m höher befand, auf einem Band in der senkrechtenWand. Wegen des einfallenden Nebels war größte Eile geboten; die Hubschrauberbesatzung konnte noch zwei weitere Bergretter mit Gerät in der Nähe des Gipfels im Schwebeflug aussetzen, von wo sie auf  Höhe der Unfallstelle abstiegen.

Weil eine  Taubergung außer Reichweite rückte, machten sich die Retter an die Vorbereitungen zu einer Wandrettung. Im Fels wurden per Akkubohrer Sicherungspunkte gesetzt und zwei Mann seilten sich an die 80 m über die Vertikale zum Verletzten.

Nach medizinischer Erstversorgung seilte sich  ein Bergretter mit dem Verletzten zum Wandfuß am ersten Schärtenturm, während der zweite mit der Seilpartnerin zur gleichen Stelle seilte.
Der Verletzte war zwar durch seine Verletzung – voraussichtlich ein gebrochenes Handgelenk – gehandicapt, doch noch in der Lage , am Seil geführt und von oben gesichert über den sogenannten „Notausstieg“ der Tour, eine steile Schrofenrinne bis auf den Normalweg aufzuklettern, wo er von weiteren Bergrettern in Empfang genommen und über den Normalweg zum Blaueis geführt werden konnte.

Weil eine Schlechtwetter- und Gewitterfront angekündigt war und ein Hubschraubereinsatz nicht mehr möglich schien, eilten neben der Bergwacht auch Soldaten des Hochgebirgszuges aus Strub zu Hilfe. Diese waren auf einem Lehrgang im Blaueisgebiet und brachten im „Eilmarsch“ prompt Wärmeausrüstung und Wetterschutz zur Einsatzstelle.

Petrus zeigte jedoch Einsehen, eine Wolkenlücke tat sich auf und der Verletzte konnte mithilfe des Salzburger Rettungshubschraubers an der Stelle der alten Blaueishütte aufgenommen und ins Berchtesgadener Krankenhaus geflogen werden. Gefährtin, Soldaten und Bergretter schafften es gerade noch bis zur Blaueishütte, als der angekündigte „Schütterer“ dann pünktlich im Blaueis eintraf.

 

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