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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Sonntag, 25. Mai 2008

Ramsau - Am Hochstieg 150 Meter Sturz überlebt

Ramsau - Alle Schutzengel benötigte ein in Nürnberg wohnhafter gebürtiger Pole, als er am Freitag gegen 13 Uhr am Watzmann im Abstieg vom Hocheckgipfel einen 150-m- Sturz zwar mit schwersten Verletzungen, aber doch überlebte.

Er war am Morgen bei Nebel, Regen und schlechtester Sicht nach einer Übernachtung am Watzmannhaus zu Fuß mit seinem Partner zum Hocheckgipfel aufgebrochen, hatte diesen auch glücklich erreicht, obwohl in der Region oberhalb 2000 m noch winterlichste Schneeverhältnisse herrschen.

 Beim Abstieg im Nebel verlor er an den Seilsicherungen am sogenannten Hochstieg – weitgehend noch unter einer kompakten Schneedecke verborgen- den Halt, rutschte über den Steilhang und stürzte über Schrofen die genannte Distanz ab, bis er in Höhe der  deutlich erkennbaren obersten Wegkehre liegenblieb.

Sein Begleiter hatte das Unglück bemerkt,  konnte den Verunfallten aber  selbst nach dem Abstieg im Nebel nicht ausmachen oder zu ihm klettern, alarmierte aber per Mobiltelefon.

Im „Erstangriff“ versuchte der Traunsteiner Rettungshubschrauber einen Ramsauer Bergwachtmann in der Nähe der Unfallstelle auszusetzen, was aber infolge des Nebels nur oberhalb der Falzalm möglich war. In einem neuerlichen Flug konnten eine Bergwachtfrau und ein weiterer Retter abgesetzt werden, die jedoch über den sogenannten Winterweg erst zum Watzmannhaus und dann zur Unfallstelle aufsteigen mussten.

Der erste Retter traf die beiden unterhalb des „Hohen Stieges“ an und zusammen mit den Nachfogenden gelang es, den Schwer Verletzten stückweise abwärts zu bringen. Weil sein Zustand jedoch sehr kritisch war, musste der CH 14-Notarzt mit einem weiteren Bergwachtangehörigen schnell zur Unfallstelle gebracht werden, was vermittels des Hubschraubers und einer sich auftuenden Wolkenlücke bis zum Watzmannhaus gelang.
Von dort stiegen die beiden zur Unfallstelle auf, wo der Verletzte erstversorgt und stabilisiert werden konnte.
In der Zwischenzeit war eine weitere Rettungsmannschaft mit dem Geländewagen zur Mitterkaseralm gefahren, war zu Fuß im Schnee weiter aufgestiegen und der Watzmannhauswirt hatte die Ausrüstung mit der Materialseilbahn nach oben transportiert.

Wegen der Schwere der Verletzungen musste nun ein Liegendtransport bis zum Watzmannhaus beginnen, der aufgrund der Schneelage zumindest abwärts in erleichterter Form verlaufen konnte.  Eine Wolkenlücke ausnutzend, konnte der Pilot des Traunsteiner Rettungshubschraubers seine Chance nützen, zum Watzmannhaus fliegen und den Schwer Verletzten anschließend im Direktflug nach Traunstein bringen. Die Ramsauer Bergretter stiegen zu Fuß zur Mitterkaseralm ab – genauer gesagt. sie rutschten in Rekordzeit geschickt zu Tal, die Schneelage ausnutzend, die dem 32-jährigen Bergfreund beinahe zum Verhängnis geworden wäre.



 

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