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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Freitag, 30. Mai 2008

Spezialeinsatzkräfte Canyonrettung trainieren

Viertägige Aus- und Fortbildung der Canyon-Rettungs-Gruppe Chiemgau am Gardasee

Die Canyon-Rettungs-Gruppe-Chiemgau setzt sich aus Spezialisten der regionalen Bergwacht-Bereitschaften Region Chiemgau und der Kreis-Wasserwacht Berchtesgadener Land zusammen. Deren Aufgabe ist die Rettung und Bergung von Verunfallten aus wasserführenden Schluchten und Klammen, die unter dem Begriff „Canyon" zusammengefasst werden.

Regelmäßige nehmen die Ehrenamtlichen an Fortbildungen des internationalen Bergführerverbandes (IVBV) als „Rettungskräfte" teil, um auf hohem Niveau ihr persönliches Können zu erweitern und das Wissen an die Gruppe wieder zu geben. Das kombinierte Einsatzteam aus Berg- und Wasserwacht ist in der Bundesrepublik Deutschland einmalig. Es funktioniert hervorragend, weil alle Einsatzkräfte den gleichen Spezial-Ausbildungsgang haben, hoch motiviert und es hier keine Ressentiments gibt.

 

Um für die kommende Saison gerüstet zu sein, unterziehen sich seit einigen Jahren die Einsatzkräfte einer viertägigen Aus- und Fortbildung. Während der diesjährigen Einsatzschulung konnten die Ehrenamtlichen nur zwei Canyons und einen Schluchtklettersteig (Via Ferrata Rio Sallagoni) begehen, da die vorausgegangene Schlechtwetterperiode ausgedehnte Erkundungen vor Ort notwendig machten. Die völlig durchfeuchteten Böden in den Einzugsgebieten der Canyons ließen den Wasserstand in den Schluchten enorm steigen, was eine Begehung unmöglich machte. Durch angepasstes Risikomanagement konnten dennoch am Samstag und Sonntag zwei Canyontouren durchgeführt werden.

 

Höhepunkte waren zweifelsohne der Torrente Vione oberer Teil mit seinen 12 Abseilstellen. Zwei 45 m-Abseilstellen sind sehr schwierig und ausgesetzt zu erreichen, teils rückwärts abkletternd. Der Canyon ist zu Recht mit „ziemlich schwierig" bewertet. Zusätzlich forderten die niedrigen Wassertemperatur von ca. 10°C und der hohe Wasserdruck von den Einsatzkräften alles ab.

 

Die 12 Rettungskräfte verbesserten während des intensiven Einsatztrainings vor allem ihre Fähigkeiten bei speziellen Sicherungstechniken, beim sicheren Bewegen in schwierigen wasserführenden Canyon-Gelände, dem Beurteilen von Begehungen der Canyons im Grenzbereich/angewandetes Risikomangement, sowie dem Verbessern von Abseiltechniken und der Touren-Vorbereitung.

 

Am Abschlusstag begingen die Einsatzkräfte den Canyon Torrente Baes am Westufer des Gardasees, in der Nähe der Ortschaft Limone. Überwältigend an diesem Canyon ist, dass er sich öffnet und einen Blick auf den ca. 200 m tiefer liegenden, türkisblauen Gardasee freigibt. Die Abseilstrecken folgen dem Wasser, das über zweimal 50 Meter im mehr oder weniger freien Fall in die Tiefe stürzt.

Die Canyon-Retter bewältigen hier wesentlich höhere Schwierigkeitsgrade, als die Canyons im heimatlichen Einsatzgebiet es erfordern.

Trotz umsichtiger Fortbewegung bleibt immer ein Restrisiko, wie wieder einmal zwei beschädigte Statikseile innerhalb einer Canyon-Begehung zeigten.

Autor: Jahrstorfer Hannes

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