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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Montag, 2. August 2010

Bergwacht Ramsau am Sonntag gefordert

Vier Einsätze in Folge

52-Jähriger bei Kletterunfall am Plattenweg verletzt – 23-Jähriger überlebt 20-Meter-Absturz am Hochkalter – Elfjähriger mit Brechdurchfall auf der Wimbachgrieshütte – Vermisstensuche mit glücklichem Ausgang
    
RAMSAU (ml) – Die Bergwacht Ramsau hatte am Sonntag bei gleich vier Einsätzen in Folge alle Hände voll zu tun: Nachdem sie einen abgestürzten 52-jährigen Kletterer vom Plattenweg im Blaueisgebiet gerettet hatten, musste sie in einer mehrstündigen Aktion einen 23-jährigen Bergsteiger versorgen und abtransportieren, der einen 20-Meter-Absturz am Hochkalter schwer verletzt überlebt hatte. Der dritte Einsatz führte die Ramsauer Bergretter zur Wimbachgrieshütte, wo ein elfjähriger Junge mit Brechdurchfall auf Hilfe wartete. Gegen 22.30 Uhr wurden die Bergretter noch zu einer Vermisstensuche mit glücklichem Ausgang alarmiert.

Gegen 12.40 Uhr war ein 52-jähriger Mann aus dem Landkreis Traunstein in einer Dreier-Seilschaft auf dem Plattenweg am Steinberg im Blaueisgebiet unterwegs, als er im Vorstieg über fünf Meter tief ins Seil stürzte. Der Bergsteiger zog sich neben diversen Abschürfungen eine schwere Sprunggelenksverletzung zu und konnte nicht mehr selbständig absteigen, weshalb seine Kameraden einen Notruf absetzten. Die Integrierte Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin die Bergwacht Ramsau, die sich gerade bei der Bauerneinkehr in Bischofswiesen präsentierte. Die Besatzung des ebenfalls dort ausgestellten Polizeihubschraubers „Edelweiß 1“ flog den Bergwacht-Notarzt und einen Luftretter zur Einsatzstelle in rund 2.000 Metern Höhe. Da in der steilen Felswand keine medizinische Versorgung möglich war, wurde der Bergwacht-Luftretter mit der Rettungswinde zum Patienten abgelassen, der im so genannten Kaper-Verfahren an den Windenhaken gesichert und in den Hubschrauber hochgezogen wurde. In der Maschine und am Tallandeplatz übernahm der Notarzt die weitere Versorgung. Eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes brachte den Verletzten im Anschluss zur weiteren Behandlung in die Kreisklinik Bad Reichenhall.

Gerade als der Hubschrauber wieder bei der Bauerneinkehr gelandet war ging der nächste Alarm ein: Bergsteiger hatten vom Hochkalter-Gipfelgrat aus auf einem rund 30 Meter tiefer gelegenen schmalen und abschüssigen Felsband eine zunächst regungslose Person gesichtet und einen Notruf abgesetzt. Wieder startete die Besatzung von „Edelweiß 1“ mit dem Ramsauer Bergwacht-Notarzt und einem Luftretter an Bord, wobei die Einsatzkräfte beim ersten Überflug den winkenden Verletzten entdeckten. Wegen zunächst ungünstiger Windverhältnisse konnte die Retter nicht direkt beim Patienten abgesetzt werden, weshalb der Pilot zur Blaueishütte flog und dort einen dritten Bergwachtmann aufnahm. Zwei Bergwachtmänner wurden danach am Gipfel abgesetzt und seilten sich von dort aus bis zum Patienten ab. Als sich die Windsituation besserte konnte der Bergwacht-Notarzt per Rettungswinde direkt an der Einsatzstelle abgesetzt werden und mit der medizinischen Versorgung des schwer Verletzten beginnen. Der 23-jährige Bergsteiger aus dem Landkreis Traunstein war alleine unterwegs gewesen und in zu schwieriges Gelände geraten. Als er unterhalb des Gipfels querte und keine Möglichkeit zum Ausstieg fand, stürzte er rund 20 Meter tief ab und blieb zunächst bewusstlos auf einem schmalen Felsband unmittelbar vor einem tiefen Abgrund liegen. Er hatte sich nach erster Einschätzung durch die Einsatzkräfte neben einer Gehirnerschütterung und Unterkühlung schwere Verletzungen an der Wirbelsäule und am Bein zugezogen. In einem weiteren Anflug setzte die Besatzung von „Edelweiß 1“ zwei zusätzliche Bergwachtmänner mit einem Luftrettungssack beim Patienten ab, der danach liegend zusammen mit dem Notarzt per Rettungswinde aufgenommen und als Außenlast direkt zum Dachlandeplatz des Salzburger Unfallkrankenhauses geflogen wurde. Im Anschluss wurden die am Berg verbliebenen Retter abgeholt und zurück ins Tal geflogen.

Am Abend ging bei der Integrierten Leitstelle Traunstein der dritte Notruf für die Bergwacht Ramsau ein: Ein elfjähriger Junge mit Brechdurchfall musste ärztlich untersucht und mit dem geländegängigen Einsatzfahrzeug von der Wimbachgrieshütte abgeholt und ins Tal gefahren werden.

Gegen 22.30 Uhr wurden die Bergretter noch zu einer Vermisstensuche alarmiert: Ein Einheimischer war nach einer Tour vom Funtensee zur Wimbachbrücke am Abend nicht erschienen, weshalb sein Sohn bei der Bergwacht Hilfe anforderte. Noch bevor der angeforderte Hubschrauber im Einsatzgebiet eintraf konnten die Suchtrupps der Bergwacht wieder einrücken: Der vermeintlich Vermisste hatte sich lediglich verspätet und war auf dem Heimweg von einer Gaststätte wieder aufgetaucht.

 

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