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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Sonntag, 11. Juli 2010

Tödlicher Absturz in der Watzmann-Ostwand

Berchtesgaden - Großer Felsblock bricht aus: 52-Jähriger stürzt am Kaserereck rund 100 Meter tief ab.

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE – Ein 52-jähriger Mann aus dem Landkreis Rosenheim ist am Samstagnachmittag in der Watzmann-Ostwand tödlich abgestürzt.

Nach Aufzeichnungen der Bergwacht Berchtesgaden forderte die höchste Wand der Ostalpen somit seit der Erstbesteigung im Jahr 1881 100 Menschenleben.

Zwei Zweierseilschaften waren gegen 15 Uhr auf dem Kederbacher Weg unterwegs. Am sogenannten Kaserereck in rund 1.900 Metern Höhe brach bei einem der vier Bergsteiger ein großer Felsblock aus und riss ihn mit sich in die Tiefe; er stürzte rund 100 Meter auf das „Zweite Band“ ab.  Seine Kameraden setzten sofort per Handy einen Notruf ab, woraufhin die Integrierte Leitstelle Traunstein die Bergwacht Berchtesgaden und den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ alarmierte. Die Besatzung startete mit einem Bergwacht-Luftretter vom Landeplatz in Schönau in Richtung der Unfallstelle; für den Abgestürzten kam jedoch jede Hilfe zu spät. Er war nach erster Einschätzung der Einsatzkräfte vermutlich sofort tot.

Der Bergwachtmann konnte im Schwebeflug über die Kufe in der Nähe der drei  Kameraden des Verunglückten aussteigen, einen Standplatz aufbauen und sich zu einem der drei Bergsteiger abseilen, der im Anschluss am 25 Meter langen Rettungstau nach Kühroint geflogen wurde, wo bereits das Kriseninterventionsteam der Bergwacht wartete. Die zwei weiteren Begleiter wurden durch einen zweiten Bergwacht-Luftretter gesichert, per Rettungswinde in den Polizeihubschrauber „Edelweiß 1“ aufgenommen und ebenfalls nach Kühroint geflogen. Da gerade zufällig ein Polizeibergführer am Kleinen Watzmann beim Klettern war, nahm die Besatzung des Polizeihubschraubers den Alpinbeamten am Gipfel auf und flog ihn zusammen mit dem Bergwacht-Luftretter zum Unfallort, wo der tödlich Verunglückte im sehr steilen und absturzgefährlichen Gelände gesichert und zusammen mit dem Bergwachtmann per Winde in den Hubschrauber aufgenommen wurde. Sieben Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden waren über drei Stunden lang gefordert.

Autor: Markus Leitner, Florian Baumann & BW BGD

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