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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Ein Blick in die Geschichte

Seit 1935 im alpinen Rettungsdienst und im Naturschutz tätig


Während in den vergangenen Jahrhunderten die Zahl derer, die in die Berge gingen, sehr gering war, gab es mit Beginn des 20.Jahrhunderts einen sprunghaften Anstieg von Bergwanderern. Die Gründe für den Zuwachs sind vielschichtig: Entstehen einer freien Gesellschaft, Arbeitszeitverkürzung, Veränderung des Freizeitverhaltens u.a.


Durch das immer stärker werdende Vordringen in die Bergregionen konnte man sehr schnell die negativen Folgen dieser Art des "Tourismus" erkennen: Zerstörung von Hütten, Beschädigung von Weganlagen und vor allem starke Reduzierung der Alpenpflanzen.

Dass man auf diese Entwicklung reagieren musste, erkannten viele, unter ihnen der Münchner Fritz Berger. Er gründete im Jahr 1920 die "Deutsche Bergwacht". Hauptziel war damals, den Naturschutz aktiv zu betreiben. Mit dem Massenansturm auf die Berge stieg natürlich auch die Zahl der Unfälle, sodass die Bergwacht neben dem Naturschutzdienst zwangsläufig auch den Sanitäts- und Rettungsdienst übernahm.

Das erste Traunsteiner Rettungsgerät

Die Gründung der Bergwacht-Abteilung Chiemgau erfolgte am 24.Mai 1924 durch Fritz Jochum in Freilassing. 1935 wurde die 8.Ortsgruppe Bereitschaft Traunstein gegründet. Das älteste Dokument aus dieser Zeit ist der Bergwachtausweis des Gründungsmitglieds Peter Hilz aus dem Jahr 1935. Weitere Gründungsmitglieder waren Toni Hasenknopf als Bereitschaftsleiter, Ludwig Rauch und noch einige andere, deren Namen nicht mehr bekannt sind. Die Treffen fanden im damaligen Bergwachtraum am Auberg statt. Ausbilder war Karl Wieser, langjähriger Krankenpfleger im Traunsteiner Krankenhaus.

Auf Toni Hasenknopf folgte Fritz Zeitler als Bereitschaftsleiter. Er fiel im Krieg als Gebirgsjäger-Unteroffizier. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges baute Alois Grüner mit den Bergwachtmitgliedern, die den Krieg überlebten, und jungen  Bergbegeisterten aus Alpenverein und Skiclub eine neue Bereitschaft auf. Die Sanitätsausbildung wurde von Dr.Gruber im Raum der damaligen Sanitätswache am Stadtplatz vorgenommen. Die Ausrüstung war zu dieser Zeit recht dürftig, sie bestand im wesentlichen aus einem alten hölzernen Akja. Dieser Mangel wurde jedoch durch Begeisterung und Improvisationsgeschick ausgeglichen.

Die Bergwacht Traunstein organisierte bereits kurz nach Kriegsende im Winter an der Steinbergalm Pistendienst und am Unternberg Streifendienst.  Weitere Streifendienste wurden in den Berchtesgadener Bergen und auf der Reiteralm vorgenommen. Schon 1947 leitete W.Gramminger Kurse für die Sommerausbildung am Watzmann und Winterausbildungen am Stahlhaus, die auch von der Bergwacht Traunstein beschickt wurden. In diesem Jahr errichtete man an der Traunsteiner Hütte auf der Reiteralm aus einem Schafstall einen Bergwachtraum, wobei man das benötigte Material aus Spenden beschaffte.

Während kurz nach dem Krieg meist mit dem Rad beziehungsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bergwachtdienst gefahren wurde, nahm nach der Währungsreform die Motorisierung der Mitglieder zu, was eine erhebliche Erleichterung für die Dienstdurchführung bedeutete.

Im Februar 1958 übergab Alois Grüner die Bereitschaftsleitung an Hans Wimmer. In diesem Jahr wurde vom Bergwacht-Abschnitt Chiemgau die Seeleinhütte errichtet, an deren Bau die Bereitschaft Traunstein teilweise mit 20 Mann beteiligt war.

Im Sommer/Herbst 1962 erfolgte der Umbau der Hörndl-Hütte zum Bergwacht-Stützpunkt. Dieser Umbau war eine Gemeinschaftsarbeit der Bereitschaften Ruhpolding und Traunstein. Von 1963 bis 1968 verrichtete die Bergwacht Traunstein gemeinsam mit der Bergwacht Ruhpolding Pistendienst am Rauschberg und am Unternberg. Ab 1968 übernahm die Bergwacht Traunstein allein den Unternberg-Pistendienst, da die Bergwacht Ruhpolding am Rauschberg von der neu gegründeten Bereitschaft Inzell unterstützt wurde.

Am 7.Oktober 1972 wurde erstmals eine Hubschrauberübung auf der Reiteralm vorgenommen. Bereitschaftsleiter Hans Wimmer organisierte mit Unterstützung von Dr.Huber vom Krankenhaus Traunstein diese Übung. Im Lauf der Zeit erhielt die Bergwacht Traunstein die erforderlichen Rettungsgeräte, die im Depot im Haus des BRK-Kreisverbandes an der Leonrodstraße untergebracht wurden. Durch die Aktion "Rette dein eigenes Leben" in Traunstein und Traunreut war es möglich, einen VW-Bus zu finanzieren, der im November 1975 der Bereitschaft übergeben wurde.

Der Winterdienst am Unternberg wurde von 1963 bis 1970 ohne Diensthütte organisiert, ab 1971 stand die Hütte am Gschwendboden nach mühevollem Ausbau zur Verfügung.

Im März 1977 übernahm Franz Maier die Bereitschaftsleitung. Zielstrebig suchte er nach einer besser gelegenen Hütte für den Unternbergdienst. Mit dem "Kaindl-Kaser" wurde der ideale Standort gefunden. Dass das Bauvorhaben so rasch abgewickelt werden konnte, war sowohl dem Organisationsgeschick als auch dem Einsatz von Franz Maier sowie der Bergwachtmitglieder bei der Realisierung der Umbaues zu verdanken.

Am 7. März 1985 wurde Hans Jobst Leiter der Bergwachtbereitschaft Traunstein. Die neue Diensthütte am Unternberg erleichterte den Aktiven den Pistendienst und bot gleichzeitig eine ideales Trainigsgelände für die Winterausbildung. Mit dem Bau des Kletterturms in Traunstein erweiterten sich für die Bereitschaft auch die Trainingsmöglichkeiten im Bereich der alpinen Sommer-Bergrettung.

Im März 1999 übernahm Thomas Maier die Bereitschaftsleitung. Nachdem am Rauschberg der alpine Pistenbetrieb eingestellt wurde, einigten sich die Bereitschaften Traunstein und Ruhpolding darauf, ab dem Jahr 2000 den Unternberg-Pistendienst gemeinsam vorzunehmen, was sich hervorragend bewährt hat.

Mit dem Bau des neuen BRK-Gebäudes auf dem ehemaligen Kasernengelände in Traunstein erhielt die Bergwacht die Gelegenheit, eine neue Garage mit einem wesentlich besseren Raumangebot zu beziehen. Der Umzug efolgte im Juni 2007.

Ein Jahr später ergab sich für die Bereitschaft die Möglichkeit, auch den Nordteil der Unternberg-Diensthütte zu erwerben. Nach aufwändiger Sanierung durch Eigenleistung in den Jahren 2009 und 2010 präsentiert sich die Hütte nun in einem hervorragendem Zustand.

Mit steigender Zahl an Einsätzen mit Hubschrauberbeteiligung, wurde für die Bergwachtregionen 2012 die Anschaffung von Tankanhängern notwendig, mit welchen es möglich wurde, Rettungshubschrauber in kürzester Zeit vor Ort neu zu betanken und so wertvolle Zeit zu sparen. Neben der Bergwachtbereitschaft Berchtesgaden wurde auch bei der Traunsteiner Bergwacht ein solcher Tankanhänger stationiert. Wie wichtig diese Anschaffung war, zeigte sich bereits im darauffolgenden Jahr 2013, in welchem die Tankanhänger vor allem in den Sommermonaten regelmäßig angefordert wurden. Die Gemeinde Siegsdorf stellte der Bergwacht Traunstein dankenswerter Weise  eine Halle zur Verfügung, welche durch die Nähe zur Autobahn die Ausrückzeit zu Einsätzen im ganzen Chiemgau in sehr kurzer Zeit ermöglicht.

Am 7.3.2013 gaben Thomas Maier und Uli Stenger nach 14 Jahren den Vorstand ab. Als neuer Vorstand wurden Thomas Lobensteiner als erster Vorstand und Bereitschaftsleiter sowie Claudia Bork als zweiter Vorstand und stellvertretende Bereitschaftsleiterin gewählt.
Thomas Lobensteiner ist Polizeibergführer und Leiter des Trainingszentrums der Bundespolizei auf Kühroint, Claudia Bork ist Gymnasiallehrerin und seit vielen Jahren in der Ausbildung aktiv und festes Mitglied im Kriseninterventionsdienst Berg (KID) der Bergwacht Bayern und des Roten Kreuzes.

Die Bergwachtbereitschaft Traunstein besteht heute mit Stand April 2014 aus 60 Mitgliedern . Besonders erfreulich ist die hohe Anzahl von neun Bergwachtanwärtern, darunter auch vier Frauen.

Autor: HS & AB / BW-TS

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