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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Sonntag, 22. Februar 2009

Ein Toter bei Lawinenabgang am Unternberg

Beim Lawinenunglück am Unternberg bei Ruhpolding ist ein 22-jähriger Snowboardfahrer ums Leben gekommen; ein 23-jähriger Mann wurde mit schweren Verletzungen durch Einsatzkräfte der Bergwacht versorgt und ins Klinikum Traunstein eingeliefert. Zwei weitere Mitglieder der vierköpfigen Gruppe befanden sich bereits unterhalb des Schneebrettes und blieben unverletzt.

Am Samstagnachmittag waren die vier Wintersportler aus dem Landkreis Traunstein im Alter zwischen 22 und 23 Jahren im Skigebiet Unternberg im freien Gelände außerhalb des gesicherten Skiraumes als so genannte Variantenskifahrer unterwegs. Bei der Abfahrt im Bereich einer 40 Grad steilen Waldlichtung an einem Nordosthang in rund 1.300 Metern Höhe löste sich gegen 16.30 Uhr auf einer Breite von rund 100 Metern ein Schneebrett und riss einen 22-jährigen Snowboarder sowie einen 23-jährigen Skifahrer mit.

Der 22-Jährige prallte nach rund 200 Metern gegen einen Baum. Aufgrund der schweren Verletzungen verstarb er trotz intensivmedizinischer Erstversorgung durch Notarzt und Bergwacht noch am Unglücksort. Der 23-Jährige erlitt leichtere Verletzungen  und wurde unterkühlt zur intensivmedizinischen Behandlung ins Klinikum Traunstein eingeliefert. Die zwei weiteren Variantenfahrer befanden sich bereits unterhalb des Schneebrettes und blieben unverletzt.

Gegen 16:45 Uhr wurde die Bergwacht Ruhpolding zu einem Lawinenabgang am Unternberg gerufen. Sofort wurde auch die Lawinenhundestaffel und Bergwachen Inzell, Traunstein und Bergen alarmiert.

Erste Einsatzkräfte erreichten schon kurze Zeit später mit Pistenraupen den unteren Teil der Lawine.  Die Verunfallten befanden sich jedoch oberhalb einer senkrechten Felswand die von unten nicht zugänglich war.

Ein weiterer Bergetrupp wurde mit Pistenraupen zum Gipfelbereich des Unternbergs gebracht und versuchte von dort zu den Verletzten vorzudringen, was auf Grund der akuten Lawinengefahr nur  unter erheblichem Risiko möglich war. Zeitgleich wurde durch den Rettungshubschrauber  Christoph 14 trotz des extrem schlechten Wetters und der einsetzenden Dunkelheit ein Notarzt und ein Bergretter zum Unfallort abgeseilt. Nach dieser Aktion konnte der Hubschrauber wegen der Dunkelheit keinen weiteren Anflug durchführen. Auch der angeforderte Hubschrauber der Polizei konnte nicht unterstützen.

Mit Hilfe von Seilversicherungen erreichten die weiteren Rettungsmannschaften von oben den Unfallort. Mit Hilfe von Seilzügen konnten die beiden Opfer dann in einer aufwendigen  Aktion ca. 200 Höhenmeter durch steilstes  Gelände nach oben gezogen werden.

Zur Bergung, Suche und Rettung waren rund 80 Einsatzkräfte der Bergwachten Ruhpolding, Bergen, Traunstein und Inzell, zwölf Beamte der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei sowie die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Ruhpolding unterstützte mit Beleuchtung und Fahrzeugen. Zur Unglückszeit bestand aufgrund enormer Neuschneezuwächse erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3.

 

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