Mitglieder-Login

Passwort vergessen?

 

 

Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Montag, 26. Januar 2015

Aufwändiger nächtlicher Sucheinsatz für die Bergwacht Unterammergau

Kölner Schneeschuhwanderer verfehlt sein Ziel bei weitem

Am Freitag gegen 23.00 Uhr meldete der Wirt des August-Schuster-Hauses am Pürschling, dass ein angemeldeter Gast nicht angekommen sei, obwohl er vor ca. vier Stunden noch angerufen und mitgeteilt hatte, dass er jetzt in Unterammergau sei und verspätet zu den Pürschlinghäusern kommen werde. Im Dorf erkundigte sich der 50-jährige Mann aus Overath bei Köln, zufällig bei einer Unterammergauerin, deren Mann bei der Bergwacht ist,  nach dem Weg zum Pürschling. Nachdem Ihr Mann zu dem Einsatz alarmiert wurde, konnte die Unterammergauerin eine Beschreibung des Mannes durchgeben: Er hätte einen Rucksack mit zwei Schneeschuhen dabei und eine auffällige Tüte am Rucksack befestigt.

Nach der Alarmierung durch den Wirt fuhren die Bergwachtmänner zuerst die Wege Richtung Pürschling mit ihrem Quad ab und suchten nach dem Mann. Richtung „Kurztal“ fanden die Bergretter dann eine Tüte mit einer leeren Verpackung eines Lawinenverschüttetensuchgerätes. Die Tüte wurde mit ins Tal gebracht und die Unterammergauerin erkannte die Tüte, die am Rucksack des Mannes befestigt gewesen war. An der Fundstelle hatte er seine Schneeschuhe angezogen und vergessen, da er kein Stirnlampe dabei hatte, die Tüte mitzunehmen. Bei der Suchaktion konzentrierte man sich auf das Gebiet des sog. „Steigaible“. Mehrere Suchmannschaften rückten in das Gebiet aus. Eine Mannschaft fand dann bald frische Schneeschuhspuren in dem weglosen Gelände. Ein Suchhund der Polizei und zwei von der Bergwacht wurden nachalarmiert und begannen ebenfalls mit der Suche.

Der Mann aus Overath hatte sich statt auf den normalen Weg zum Pürschling auf den Steig Richtung Teufelstättkopf begeben. Leider traf er dann an der nächsten Weggabelung im Nebel und ohne Licht erneut eine falsche Entscheidung und stieg in das sog. „Nebelaible“ ab. Seinen Spuren folgend kam man jetzt in die Richtung Hengstwaldhütte, Wilder Jäger und Unternogg. Jetzt wurde eine Suchmannschaft mit dem Rettungsfahrzeug der U´gauer auch dorthin losgeschickt. Das Fahrzeug kam aufgrund der Schneelage bis zur sog. Hubertuskapelle. Die Männer im Fahrzeug nahmen von dort aus Kontakt mit den anderen Suchmannschaften auf und plötzlich tauchte der Mann dort an der Hubertuskapelle unverletzt aber erschöpft auf – weit von seinem eigentlichen Ziel entfernt.

Letztendlich wartete das Rettungsfahrzeug noch auf die Suchmannschaft und brachte dann alle heil wieder zurück nach Unterammergau. Bis alle Suchkräfte eingesammelt waren und alles aufgeräumt war, wurde es 05.00 Uhr morgens.

16 unterammergauer Bergwachtmänner, der Einsatzleiter aus Oberammergau, ein Hundeführer mit Suchhund der Polizei aus Garmisch, zwei Hundeführer der Bergwacht, einer aus Krün, einer aus Eschenlohe und ein Polizeibergführer waren an der Suche von ca. 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr morgens im Einsatz. Ein Hubschrauber konnte aufgrund des Nebels in der Höhe nicht eingesetzt werden. Dem Norddeutschen war es sichtlich peinlich und er entschuldigte sich bei den Rettern und war aber froh, dass es so glimpflich ausgegangen war. Er war von der Kleidung her gut ausgerüstet. Leichtsinn war jedoch auf jeden Fall, dass er keine Lampe dabei hatte und der Akku seines Handys leer war.

Autor: BW Unterammergai

Ein Teil des Abgesuchten Gebiets bei Tageslicht

WissensBox-LOGIN

____________________

weitere Informationen

 

 

 

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergwacht-Zentrum