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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Freitag, 28. Juli 2017

„Ich gebe niemals auf“

Es ist einer der härtesten Wettkämpfe der Welt: Der Ironman auf Hawaii. Aber 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer radfahren und 42 Kilometer laufen sind Stephan Mayer (48) nicht genug. Also startet er im Juni 2018 in Farchant zu seinem persönlichen Deca Ironman. Was das heißt: Die Distanzen werden mit zehn multipliziert. Das ist mehr als eine sportliche Herausforderung, hier geht es darum, an die eigenen Grenzen zu gehen – und sie zu überwinden. Für einen guten Zweck.

Das Ziel: Neue Einsatzbekleidung für die Bergwacht Oberau.

Zwei Wochen volle Power für den guten Zweck

Sport ist gut. Extremsport allerdings nicht jedermanns Sache. Auch Stephan Mayer, gebürtig aus Farchant, hätte vor einigen Jahren nicht geglaubt, dass er innerhalb von zwei Wochen einmal 38 Kilometer schwimmen, 1800 Kilometer radfahren und 422 Kilometer laufen wird. Aber jetzt hat er genau das als Ziel klar vor Augen. Wie es zu dem Ausnahmeprojekt kam? „Ich wollte schon lange an einem Deca Ironman teilnehmen. Aber aktuell gibt es nur Wettkämpfe in der Schweiz und in Mexiko“, erklärt der Notfallsanitäter. Für eine Teilnahme dort fehlt sowohl das Geld als auch die Zeit. Also nahm Stephan direkt Kontakt mit der „Internationalen Ultra Triathlon Association“ (IUTA) auf. Seine Idee: „Ich mache den Wettkampf in  meiner Heimat und kann so vielleicht zusätzlich noch einige Spenden für die Bergwacht Oberau sammeln.“ Seit Jahren ist der 48-Jährige hier ehrenamtlich engagiert und weiß, wie knapp die finanziellen Mittel sind.
Also warum den persönlichen Sporttraum nicht mit einem guten Zweck verbinden? Doch die Herausforderung ist groß. Unter 350 Stunden müssen die enormen Distanzen bewältigt werden. „Angefangen wird, wie im Triathlon üblich, mit dem Schwimmen. Das liegt mir nicht ganz so und ich bin froh, wenn diese Hürde überwunden ist.“ Bei den weiteren Disziplinen ist Stephan etwas entspannter: „Ich bin zwar nicht der Schnellste, aber ich kann ein gleichmäßiges, etwas langsameres Tempo sehr lange durchhalten. Vergleichbar mit einer Dampflokomotive.“

Vom Hobby- zum Extremsportler

„Sport war für mich immer ein guter Ausgleich zu meinem Beruf“, betont Stephan. Besonders im Rettungsdienst erlebt er oft Situationen, die unser Verstand erst einmal verarbeiten muss. „Zu laufen, mich zu bewegen, ist für mich die beste Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen, meine Frau schickt mich nach der Arbeit oft noch los.“ Doch einfach nur laufen, ohne Herausforderung, das ist nichts für den sympathischen Sport-Fan, der übrigens kein Asket ist, sondern gutes Essen und gesellige Abende zu schätzen weiß. Er erzählt: „2007 startete ich das erste Mal bei einem ,normalen’ Ironman im Triathlon-Mekka Roth. 2009 folgte mein erster Triple Ultra Triathlon in Lensahn.“ Warum er sich das „antut“? „Ich mag es, zwischen verschiedenen Sportarten zu wechseln. Und außerdem spornt mich die Distanz bei diesen Wettkämpfen an.“ Ein weiterer Reiz: „Ab einem gewissen Punkt möchte mein Körper aufhören, schaltet in eine Art Notprogramm. Aber dann sagt mein Kopf: Aufgeben zählt nicht, weiter geht’s.“ Der Bergsteiger hat gelernt, Schmerzen während des Wettkampfs zu akzeptieren. Niemals würde er zu Schmerzmitteln greifen, um ins Ziel zu gelangen. „Das Risiko der Folgeschäden ist mir zu hoch.“ Er erinnert sich: „Einmal lagen während eines Wettkampfs noch 50 Kilometer vor mir. Dabei hatte ich solche Blasen an den Füßen, dass es selbst in meinem Kopf vor Schmerzen hämmerte. Ich hätte beinahe aufgegeben. Aber der Veranstalter sagte nur: 98 Prozent Deines Körpers sind intakt, also lauf‘ weiter. Und tatsächlich: Nach weiteren fünf Kilometern wurde der Schmerz erträglich und ich lief nicht mal als Letzter ins Ziel.“ Auf Leistungen wie diese ist er besonders stolz. Genau wie seine Frau Dagmar (43). „Sie ist meine größte Stütze. Natürlich auch jetzt für den Deca Ironman“, sagt Stephan. Ihre einzige Bedingung: „Ich musste vorher zum Gesundheitscheck samt EKG-Belastungstest.“ Jetzt trainiert er bis zu sechsmal pro Woche. Und wenn es dann am 24.06.2018 los geht, ist seine Dagmar natürlich dabei. Sie kümmert sich um die Verpflegung und wird ihren Lieblings-Sportler aus seinen mentalen Tiefs holen, ihm neue Stärke geben.

Ein großer Traum mit strengen Regeln

Geprüft wird nach den Standards der „Internationale Ultra Triathlon Association“ (IUTA). Die Regeln sind hart, das Zeitlimit ist extrem. Stephan muss die Distanzen insgesamt unter 350 Stunden absolvieren. Das heißt: 14 Tage extreme Dauerbelastung für den Körper. „Der Weltrekord liegt beim Deca bei 192:08:26 Stunden“, verrät der leidenschaftliche Kletterer. Diese Zeit sei natürlich für ihn utopisch: „Ich will einfach unter der vorgegebenen Zeit ankommen.“ Beim Radfahren und Laufen wird diese über elektronische Zeitmessung mittels Transponder und – als Backup – handschriftliche Zeitnotizen nach jeder Runde gemessen. Beim Schwimmen werden ebenfalls alle 100 Meter Notizen gemacht. Zuschauer sind übrigens herzlich Willkommen. Los geht’s am 24.06.2018 im Warmfreibad Farchant, anschließend wird das Sportzentrum in Farchant Stephans Stützpunkt sein: „Hier komme ich regelmäßig sowohl auf der Radrunde – 215mal – als auch auf der Laufrunde – 176mal – vorbei“, erklärt er. Zielankunft ist spätestens am 07.07.2018

Helfen – das ist es, was wirklich zählt

Für die Gemeinde Farchant ist Stephans Plan etwas ganz besonderes – sowas gab es hier noch nie. Bürgermeister Martin Wohlketzetter, aber auch die Gemeinde Oberau, die Bergwacht Oberau, die Wasserwachten aus Farchant, Oberau und Dießen, der TSV Farchant, das Sportlerstüberl im Sportzentrum Farchant, der Trachtenverein Farchant und die Firma CORPULS aus Kaufering bei Landsberg am Lech haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Grund des Deca Ironmans ist aber nicht nur die sportliche Herausforderung, sondern vor allem, die Idee, Gutes zu tun. „So kann ich für meine Bergwachtbereitschaft Spenden sammeln. Als kleine Gegenleistung für Spenden über 500 Euro komme ich gern vorbei und halte einen Vortrag zum Thema ,Mentale Stärke’.“ Außerdem ist geplant, diesen Vortrag auch in Farchant, Oberau und Dießen zu halten. Anstatt eines Eintritts wird um Spenden zugunsten der Bergwacht Oberau gebeten.

Autor: Bergwacht Oberau

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