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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Montag, 13. August 2018

Grainauer Bergretter im Dauereinsatz

Grainau/Höllental - Parallele Einsätze an der Zugspitze und im Matheisenkar fordern die Einsatzkräfte der Bergwacht Grainau

Am Sonntag, den 13. August 2018, wurden der Einsatzleiter und die Mannschaft der Bergwacht Grainau um 16.45 Uhr von der Integrierten Leitstelle Oberland alarmiert. Eine Bergsteigerin hatte sich in der letzten Seillänge der Kletterroute "Eisenzeit" auf die Zugspitze an der Schulter verletzt und konnte nicht mehr weiterklettern. Kurze Zeit später traf der angeforderte ADAC-Notarzthubschrauber Christoph Murnau am Tallandeplatz in Grainau ein. Noch während des Briefings mit der Besatzung informierte die Leitstelle den Einsatzleiter über einen weiteren Notruf aus dem Matheisenkar. Dort war ein Bergsteiger etwa 5 Meter abgerutscht und hatte sich am Knie verletzt.

Zunächst machte sich der Hubschrauber mit zwei Bergrettern auf den Weg zur Zugspitze. Tiefe Wolken erschwerten den Anflug zur Einsatzstelle, trotzdem konnte ein Retter direkt bei den beiden Kletterern und ein Retter etwa 40 Meter oberhalb am Ausstieg der Tour abgesetzt werden. Es stellte sich heraus, dass die Bergsteiger darüber hinaus von der Route abgekommen waren und sich nun etwa 20 Meter neben der richtigen Linie in brüchigem, schwer abzusicherndem Gelände befanden. Ein erneuter Anflug direkt an der Einsatzstelle war aufgrund aufliegender Bewölkung auf der dem Eibsee zugewandten Seite des Felsgrats nicht sichergestellt, sodass zwei weitere Einsatzkräfte mit Ausrüstung für eine bodengebundene Rettung an den Ausstieg gebracht wurden. Dies erfolgte über die Höllental-Seite, welche frei von Wolken war.

Mit den beiden zusätzlichen Rettern an Bord entdeckte der Windenoperator auf dem Weg zum Einsatzort zufällig eine zusammengekauerte Person im Höllental-Klettersteig. Vorsorglich wurde einer der Retter abgelassen, welcher einen Bergsteiger mit Herzproblemen vorfand. Daraufhin wurde der Mann gleich mit der Winde mit aufgenommen und nach dem Absetzen der Einsatzkräfte am Ausstieg der Route ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen geflogen. Das Rettungsteam richtete nun einen Standplatz ein und baute ein Flaschenzug-System auf, mit welchem zunächst die Patientin nach oben gezogen wurde. Im anspruchsvollen Alpingelände war dies eine mühsame und langwierige Aufgabe für die Bergretter. Am Ausstieg angekommen wurde die Verletzte mit der Winde abgeholt und zur weiteren Versorgung ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen geflogen. Nachdem auch ihr Begleiter mit Unterstützung der Einsatzkräfte den Ausstieg erreicht hatte und alles Material vor Ort wieder abgebaut war, wurden alle verbliebenen Personen gegen 20.30 Uhr in einem weiteren Flug zum Tallandeplatz in Grainau transportiert.

Während der Rettungsaktion an der Zugspitze wurden zwei weitere Retter ins Matheisenkar geflogen. Diese versorgten den verletzten Bergsteiger und bereiteten ihn und seine beiden Begleiter auf den Abtransport vor, bevor der Patient ebenfalls ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht wurde. Gegen 21.00 Uhr war Christoph Murnau mit den beiden Bergrettern zurück am Tallandeplatz Grainau.

Insgesamt waren bei den Einsätzen 10 Bergretter und das Bergrettungsfahrzeug der Bergwacht Grainau sowie die Besatzung des ADAC-Notarzthubschraubers 4,5 Stunden lang gefordert. Außerdem unterstützte die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen den Einsatz durch die Bereitstellung des Tankanhängers und zweier Einsatzkräfte zur Betankung des Hubschraubers.

Autor: Bergwacht Grainau

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