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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Montag, 15. August 2016

Einsatzreiches langes Wochenende für die Bergwacht Grainau

Grainau - Absturz am Jubiläumsgrat, Verletzter Bergsteiger in der Zugspitz-Nordwand, medizinische Notfälle im Höllental

Am Samstag, den 13.08.16, wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Grainau um 16:49 alarmiert. Am Jubiläumsgrat war ein 35 Jahre alter Bergsteiger aus Erlangen im Bereich der Grieskarscharte etwas vom Weg abgekommen und etwa 30 Meter abgestürzt. Er kam mit schweren Wirbelsäulen- und Schulterverletzungen auf dem Normalweg zum liegen. Umgehend ließ der Einsatzleiter die Mannschaft alarmieren und forderte einen Notarzthubschrauber mit Rettungswinde an.

Noch bevor der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph Murnau am Tallandeplatz der Bergwacht Grainau eintraf, ging ein weiterer Notruf ein. Ein 53-jähriger Bergsteiger aus Arnsdorf hatte sich in der neuen Kletterroute Eisenzeit durch die Nordwand der Zugspitze das Sprunggelenk umgeknickt und konnte nicht mehr weiterklettern. Kurze Zeit später wurden ein Bergretter und der Hubschrauber-Notarzt zum Jubiläumsgrat geflogen, ein weiterer Bergretter wurde im anspruchsvollen Gelände der Eisenzeit abgesetzt.

Aufgrund der Schwere der Verletzungen entschied sich der Notarzt für einen liegenden Abtransport, sodass ein weiterer Bergretter und der Hubschrauber-Rettungsassistent zusammen mit einem Luftrettungsbergesack nach oben gebracht wurden. Im gleichen Flug setzte Christoph Murnau auch noch einen weiteren Bergretter in der Eisenzeit ab. Kurz darauf konnte der Verletzte zusammen mit dem ersten Retter aus der Eisenzeit abgeborgen werden. Der Hubschrauber flog gleich im Anschluss zum Jubiläumsgrat und nahm dort den für den Abtransport vorbereiteten Abgestürzten samt Notarzt mit der Winde auf und brachte sie ins Unfallklinikum nach Murnau.

Etwa eine halbe Stunde später war der Hubschrauber wieder zurück. Da inzwischen Wolken an beiden Einsatzstellen aufgezogen waren, gestaltete sich der Abtransport der Einsatzkräfte und Kameraden der Verletzten sehr schwierig. Immer wieder wurde versucht Wolkenlücken zu nutzen, aber erst gegen 19 Uhr waren alle verbliebenen Personen vom Jubiläumsgrat abgeholt. An der Eisenzeit begann der Bergretter zusammen mit den zwei Kameraden des Verletzten den Abstieg, um unter die Wolkengrenze zu gelangen. Da sich eine längere Wartezeit abzeichnetete und um den Notarzthubschrauber nicht weiter zu binden, wurde ein SAR-Hubschrauber der Bundeswehr angefordert.

Um etwa 20 Uhr starte der SAR Landsberg 58 mit einem Bergretter vom Tallandeplatz zu einem Erkundungsflug in die Zugspitze-Nordwand. Die Route liegt fliegerisch sehr anspruchsvoll direkt neben den Drahtseilen der Eibsee-Seilbahn und ist nicht leicht zu finden. Nach einigen Probeanflügen konnten der verbliebene Bergretter und beide Bergsteiger mit der Winde abgeborgen und ins Tal geflogen werden, sodass der Einsatz gegen 21:20 Uhr beendet war.

Insgesamt waren bei beiden Einsätzen 6 Einsatzkräfte der Bergwacht Grainau, der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph Murnau, der SAR-Hubschrauber Landsberg 58 der Bundeswehr sowie das Bergrettungsfahrzeug der Bergwacht Grainau 4,5 Stunden lang gefordert.

Am Sonntag, den 14.08.16, wurden der Einsatzleiter sowie die Mannschaft gegen 15:40 Uhr alarmiert. Ein 78-jähriger Wanderer aus Köln hatte in der Höllentalklamm einen Kreislaufkollaps erlitten. Daraufhin machten sich 5 Einsatzkräfte mit dem Bergrettungsfahrzeug auf den Weg zur Materialbahn der Höllentaleingangshütte. Ein Bergretter ging von dort zur Erstversorgung voraus, die anderen folgten mit der Gebirgstrage. Der Abtransport auf dem engen und rutschigen Weg durch die Klamm war mühsam und fordernd für die Einsatzkräfte. Gerade als sich die Bergretter mit dem Patienten im Fahrzeug auf den Weg ins Tal machen wollten, erlitt eine 18-Jährige aus Oberkochen einen epileptischen Anfall auf der Forststrasse kurz vor der Materialbahn. Die Patientin wurde erstversorgt und im Tal an den Landrettungsdienst zum Transport ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen übergeben.

Insgesamt waren bei diesen beiden Einsätzen 6 Bergretter sowie das Bergrettungsfahrzeug der Bergwacht Grainau etwa 3,5 Stunden lang gefordert.

Autor: Bergwacht Grainau

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