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Einsätze

Montag, 24. August 2015

Absturz bei Hilfsversuch am Höllentalferner

Grainau/Höllental - Bergsteiger nach Sturz in die Gletscher-Randkluft schwer verletzt

Am gestrigen Sonntag, den 23. August 2015, wurden der Einsatzleiter sowie die Mannschaft der Bergwacht Grainau um 17.29 Uhr alarmiert. Am Höllentalferner war ein 24-jähriger Bergsteiger aus München im Abstieg von der Zugspitze ohne Steigeisen auf dem blanken Gletscher etwa 150 Meter abgerutscht. Auch dessen 21-jähriger Begleiter, ebenfalls ohne Steigeisen, stürzte nach einem kurzen Rutsch auf dem Eis über eine Kante, konnte sich aber noch an einem Felsblock festhalten und war nun in schwierigem Felsgelände blockiert. Dabei zogen sich beide glücklicherweise nur leichte Schürfwunden und eine leichte Unterkühlung zu. Zwei noch im Aufstieg befindliche, gut ausgerüstete Bergsteiger (24 und 47 Jahre aus München) wollten der blockierten Person helfen, während sich ein weiterer Bergsteiger um den ersten Abgerutschten kümmerte. Bei dem Versuch vom Eis in den Fels unterhalb des Blockierten zu gelangen, verlor jedoch der jüngere der beiden Helfer aus noch ungeklärter Ursache den Halt, glitt etwa 200 Meter über das Eisfeld hinab und stürzte in die ca. 8 Meter tiefe Randkluft zwischen Gletscher und Fels, wo er schwerverletzt liegenblieb.

Aufgrund der zunächst unklaren Patientenanzahl sowie der anspruchsvollen Einsatzsituation wurden umgehend weitere Einsatzkräfte alarmiert sowie zwei Bergwacht-Notärzte und zwei Hubschrauber angefordert. Außerdem wurde die Polizei und das Team des KID Berg informiert. Nach kurzer Zeit erreichten die Notarzthubschrauber RK2 aus Reutte/Tirol und Christoph Murnau den Tallandeplatz in Grainau und brachten die ersten Einsatzkräfte zur Unfallstelle. Zunächst wurden vier Einsatzkräfte zusammen mit den medizinischen Crews der Rettungshubschrauber bei dem Schwerverletzten abgesetzt. Dieser war zwischen Felsen eingeklemmt, sodass sich die Bergung schwierig gestaltete. Nach dessen Befreiung aus der Randkluft wurde er von den Rettern erstversorgt und in das Unfallklinikum Murnau geflogen. Parallel wurden drei Einsatzkräfte zu der blockierten Person gebracht und bereiteten diese und die beiden unverletzten Helfer auf den Abtransport vor. Zwischenzeitlich war auch die alpine Einsatzgruppe sowie der Hubschrauber Edelweiß 7 der Polizei zur Unfallaufnahme eingetroffen. In mehreren Flügen brachten die Hubschrauber die zwei Leichtverletzten, die beiden Helfer sowie alle Einsatzkräfte ins Tal.

Insgesamt waren 11 Einsatzkräfte sowie das Rettungsfahrzeug der Bergwacht Grainau, zwei Bergwacht-Notärzte der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen, die Besatzungen des ADAC-Notarzthubschraubers RK2 sowie des Notarzthubschraubers RK2 aus Reutte/Tirol, zwei Mitglieder des KID Berg, die alpine Einsatzgruppe der Polizei sowie der Polizeihubschrauber Edelweiß 7 etwa 4 Stunden lang gefordert.

Autor: Bergwacht Grainau

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