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Sonntag, 28. Januar 2018

Hüttenübung der Dienstgemeinschaft Bergwacht Wolfratshausen und München

Auf unserer Diensthütte am Latschenkopf haben wir im Rahmen unser Dienstgemeinschaft mit der Bergwacht München zusammen typische Einsätze im Winter trainiert.

Die Bergwachtbereitschaften Wolfratshausen und München sind seit 1960 gemeinsam am hinteren Brauneck im Einsatz. Die Münchner Bergwacht hat diese Übung für BergwachtlerInnen aus allen Dienstgruppen geöffnet. Das Ergebnis: Vom Spitzing bis Hochalm waren Ausbilder und Kollegen vertreten. Insgesamt 22 Teilnehmende haben an dieser Hüttenübung teilgenommen. 

Für die Hüttenübung wurden vier Gruppen gebildet und auf die vorbereiteten Stationen aufgeteilt. Trotz Hüttenübung musste natürlich sichergestellt werden das unser Auftrag - Rettungsdienst am hinteren Brauneck-  auch gewährleistet werden konnte. Eine Gruppe blieb deshalb in Bereitschaft.

Die Ausbilder aus den verschiedenen Dienstgebieten hatten aus den Einsätzen der letzten Monate verschieden Szenarien formuliert. Ganz wie in der Realität, mit der Alarmierung durch einen Notruf, inhaltlich nur spärlich aufgeladen. Einsatztaktik, Rollenbestimmung, Materialwahl, Grobplanung der Transportwege und Festlegung der Voraus- und Nachrückergruppe inklusive. Einsätze der Bergwacht, mitten im freien Gelände oder Skigebiet stellen gerade an die Logistik ganz besondere Herausforderungen.

Im Einzelnen wurden an vier Stationen die häufigsten Einsatzbilder trainiert. Und es gab eine Station an der ein Lawinenabgang mit Verschütteten simuliert wurde.

Beckenverletzung

Ein Sturz mit großer Geschwindigkeit oder aus großer Höhe auf harten Untergrund. Es ergibt sich das Verletzungsbild eines Beckenbruchs mit der Gefahr einer inneren Blutung mit lebensgefährlichem Ausgang. Mit einer speziellen Beckenschlinge wird das potentiell gebrochene Becken in seine anatomische Ursprungsposition gebracht und fixiert. Dadurch wird der freie Raum im Becken verkleinert und die Blutung gestoppt oder wenigstens verringert.

Knieverletzung

Die nächste „Alarmierung“ erfolgte mit dem Meldebild Verletzter Skifahrer. Auch hier eine sehr realistische Ausgangslage-die Nachfrage beim Meldenden ergab das wohl ein Knie verletzt sei. Der Voraustrupp rückte mit der Grundausstattung aus und forderte nach erster Diagnose den Akia nach. Vor Ort wurde dann der Abtransport mit der Leitstelle simuliert, Rettungswagen ins Tal bestellt und das Krankenhaus auf den „Patienten“ vorbereitet.

Unterzuckerung

Diesmal eine verletzte Person am Pistenrand sitzend. Die Abfrage erfolgte nach dem ABCDE-System, einer standardisierten, internationalen Rettungsdienstgrundlage, stellten die Retter schnell eine Entkräftung aufgrund Unterzuckerung fest. Rettung und Versorgung liefen planmäßig und routiniert. Ganz schnelle Brotzeit, die Sonne war zum Glück aufgezogen und wärmte mit ihren Strahlen die mittlerweile zum Schwitzen gekommenen Teams.

Schulterverletzung

Alarmierung zu einer verletzten Schulter, im Winter wie im Sommer, Routine in den Dienstgebieten. Der Patient klagt über starke Schmerzen, will die Behandlung, möchte dabei aber nicht berührt werden-Schwierige Lage für die BergwachtlerInnen. Hier war neben dem medizinischen, vor allem viel Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen notwendig. Zumindest ließ sich der „Patient“ die verletzte Schulter ruhig stellen und für den Transport vorbereiten. Der Umstand das das Wetter umzuschlagen drohte, zwang die Helfer dazu, den Abtransport vor die mögliche Behandlung zu stellen. Ideal war die steile Piste für eine Patientendebatte ohnehin nicht.

Lawinenabgang

Danach ging es auf eine frisch gesprengte Lawine mit Schneedeckenabstand zum Grund von mehr als sechs Metern. Die Alarmierung erfolgte durch einen Skifahrer der den Ort inzwischen verlassen hatte aber von mehreren Verschütteten sprach. Es wurden vier „Lawinenopfer“ gefunden. Ganz besonders stolz können die Teams auf die Finde- und Ausgrabezeiten sein. Trotz der Schneehöhen und der Blocklage auf der Lawine stieß die erste Sonde nach 1.45 min auf den ersten „Verletzten“. Nach 11.15 min war die letzte „Person“ ausgegraben. Eine wirkliche Spitzenleistung der Teams, die sich alle in dem Zeitfenster unter den neuralgischen 15m in bewegten.

Einsatz während der Abreise

Der Aufbruch war dann doch für alle ein wenig hektisch. Das hintere Brauneckgebiet birgt logistisch auch hier liebenswerte Besonderheiten. Unsere Besonderheit war diesmal eine Hilfeleistung der familiären Art. Eine junge Mutter die mit ihrer Familie unterwegs war hatte aufgrund eines unglücklichen Umstandes gebeten, ihren davongebrausten Sohn ins Tal zu begleiten. Den jungen Skipiloten haben wir dann zwei Abfahrten weiter gut ausfindig machen können. Für kurze Zeit wurde der junge Mann Teil unserer Gruppe und fuhr mit uns ganz stolz ins Tal, wo wir gemeinsam auf die restliche Familie warteten.

Autor: Bergwacht Wolfratshausen

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