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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Dienstag, 21. Februar 2017

Sein Leben der Bergwacht verschrieben

Hans Bader, langjähriger Bereitschaftsleiter der Tölzer Bergwacht, ist tot

Mit 87 Jahren ist Hans Bader am Dienstag, nach kurzer Krankheit, für immer eingeschlafen. Die Bergwacht Bad Tölz trauert um ihren äußerst verdienten langjährigen Kameraden, deren Bereitschaftsleiter er auch sieben Jahre war. Mit knapp 16 Jahren bereits trat Bader 1944 dem Gebirgsunfalldienst als „geländegängiger“ Skifahrer bei. Er erlebte bald hautnah als Bergwachtler - auch als Folge des Wege- und Bergbahnbaues - die Zunahme des Tourismus in den Bergen und damit die immer neuen Aufgabenstellungen und Herausforderungen für die Bergwacht. So war Bader schon in jungen Jahren mitentscheidend am Bau der der Bergwachtdiensthütte auf dem Brauneck beteiligt.

 

Opfervolle Höhepunkte brachten für ihn als Bergretter teilweise äußerst schwierige und mit hohen Anstrengungen verbundene Einsätze im Karwendel in den 50er und 60er Jahren. So führte Hans Bader 1955, zusammen mit dem unvergessenen Michl Anderl und anderen, eine damals von großem Aufsehen erregende Bergung von zwei verletzten Kletterern aus den Lalidererwänden, unter denkbar schwierigsten Umständen durch. Damals war die Tölzer Bergwacht, wegen des Zugangs, noch für den Norden des Karwendels zuständig. Nebel, Kälte, Nässe und Graupel machten allein schon das Heranklettern und Orten der Verletzten zu einem schwierigen und gefährlichen Unterfangen. Die anderntags durchgeführte Bergung mit dem neu entwickelten Stahlseilgerät, 120 Meter weit nach oben, war seinerzeit eine Neuigkeit und Vorbild für die Bergungsaktion in der Eiger-Nordwand zwei Jahre später. Drei Tage und zwei kalte Nächte war Bader zusammen mit seinen Kameraden an der Lalidererspitze unterwegs, als nur vier Wochen später Hilferufe aus der Lalidererkante erneut eine kaum weniger schwierige und gefährliche Totenbergung bei Gewitter und Hagelschauer Baders ganze Umsicht und Einsatzkraft erforderten. Eine aufwendige und anstrengende Lawinenopferbergung am Risser Falk wäre für ihn beinahe zum Verhängnis geworden. Ein 100-Meter-Sturz ging für ihn glimpflich ab. Doch spektakuläre Bergungen, an denen er maßgeblich beteiligt war, sind nicht einziger Verdienst Baders. Sieben Jahre leitete er umsichtig, vorausdenkend und verantwortungsvoll als Bereitschaftsleiter die Geschicke der Tölzer Bergwacht bis 1969. Daneben hatte er 13 Jahre die Funktion ihres Finanzchefs inne. Seine große Kompetenz, seine Erfahrung und herausragende Kameradschaftlichkeit machten ihn für Jahre zum Abteilungsleiter der Bergwacht im Landkreis und zu einer tragenden Säule seiner Tölzer Bergwacht. Selbst im Ruhestand fehlte er an kaum einem Ausbildungsabend. Für seinen unermüdlichen Einsatz im ehrenamtlichen Bergrettungsdienst in zahllosen Stunden, um den er in seiner Bescheidenheit nie ein Aufhebens machte, erhielt Bader das goldene Ehrenzeichen der Bayerischen Bergwacht und die goldene Ehrennadel des Deutschen Roten Kreuzes für die Mitarbeit im alpinen Rettungsdienst.Dazu wurde ihm vom Präsidenten der Bayerischen Bergwacht als besondere Auszeichnung das Bergwacht-Leistungsauszeichnung in Silber verliehen.

Autor: Bergwacht Bad Tölz

Hans Bader, 2.v.l. (mit Kamera in der Hand) am Rand einer Hubschrauberübung 1994

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