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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Montag, 2. Januar 2017

Bergsteiger an den Achselköpfen abgestürzt.

Zwei Bergsteiger wollten am vergangenen Freitag eine Winterbegehung von der Probstalm über den Rotöhrsattel zur Tutzinger Hütte machen. Im Verlauf der winterlichen Tour haben sie den Weg unterhalb der Achselköpfe verloren, dabei ist ein 35 jähriger Engländer ca. 50 Meter im felsigen Steilgelände abgestürzt und schwer verletzt liegen geblieben.

Seine Lebensgefährtin wollte zu ihm absteigen, rutschte ebenfalls in dem vereisten Steilgelände ab und verletzte sich leicht. Beide konnten sich noch in eine windgeschützte Mulde an einem Felsen retten und den Notruf 112 absetzen. Zuerst wurden die beiden Engländer im Bereich der Tutzinger Hütte vermutet, weshalb die Bergwacht Benediktbeuern von der Leistelle alarmiert wurde. Beim Rückruf der Bergwacht beim verunfallten Pärchen, wurde der Achselkopf als Einsatzort erkannt und die Bergwacht Lenggries wegen des kürzeren Anmarschs alarmiert.

Ein Rettungshubschrauber konnte nicht starten, weil an allen Hubschrauberstandorten dichter Nebel herrschte. So stiegen die Bergretter mit Steigeisen vom Längental über die Probstalm zur Einsatzstelle auf und begannen mit der notfallmedizinischen Versorgung. Die Frau konnte noch mit zwei Bergrettern absteigen, der Mann wurde in der Gebirgstrage gesichert über das vereiste Gelände zur Probstalm abgeseilt und von dort über den Steig ins Längental getragen. Mit dem Bergrettungswagen wurden beide Patienten weiter nach Arzbach gebracht und nach sechsstündigem Einsatz dem Landrettungsdienst übergeben.

Die beiden Engländer waren für die Bergtour gut ausgerüstet, allerdings sind Bergtouren in den Hochlagen momentan anspruchsvoll und bedürfen einer sorgfältigen Tourenplanung. Die Wege sind nicht mehr sichtbar, weil sie unter der Schneedecke liegen, die zudem vereist und schwer zu begehen ist.

Obwohl im Isarwinkel gutes Sichtflugwetter war, konnte kein nachtflugtauglicher  Bergrettungshubschrauber starten. Das ist in den Herbst- und Wintermonaten oft der Fall, weil sich im Flachland Nebel bildet und die Rotorblätter vereisen lässt. Durch die Vereisung besteht Absturzgefahr für den Hubschrauber und der Pilot darf nicht starten. Nur die Alpenräume sind nebelfrei, dort ist aber kein Hubschrauber stationiert. Somit werden die Einsätze langwierig und für die Patienten beschwerlicher, weshalb für diesen Einsatz noch Bergretter aus Bad Tölz zur Unterstützung nachgefordert wurden.

Autor: Bergwacht Lenggries

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