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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Sonntag, 25. Juni 2017

Ereignisreiches Wochenende für die Bergwacht Rottach-Egern

5 Einsätze am Samstag bei herrlichstem Wetter und eine größere Übung am verregneten Sonntag beschäftigten die Bergwacht Rottach-Egern in seiner gesamten Bandbreite.

Durch das schöne Wetter am Samstag waren viele Menschen in den Bergen unterwegs. Die Bergwacht Rottach-Egern musste zu fünf Einsätzen ausrücken. Am Vormittag zog sich ein Mann auf der Freisinger Hütte eine Kopfplatzwunde zu. Gegen Mittag wurde ein gestürzter Radfahrer mit einer Sprunggelenksverletzung an der Kreuzbergalm gemeldet. Auf der Forststraße zur Königsalm war eine Frau gestürzt und hatte sich am Kopf verletzt. Im Bereich der Siebenhütten war ein Kind gestürzt und hatte sich ebenfalls am Kopf verletzt. Die Bergwacht Rottach-Egern versorgte die Patienten medizinisch, transportierte sie mit dem Bergrettungsfahrzeug jeweils zu einem Übergabepunkt und übergab sie an den Landrettungsdienst zum Weitertransport ins Krankenhaus. Der Patient von der Kreuzbergalm wurde nach Versorgung durch die Bergwacht direkt mit einem Rettungshubschrauber von der Einsatzstelle ins Klinikum Murnau geflogen. Schließlich wurde gegen neun Uhr ein möglicherweise abgestürzter Gleitschirm an der Wallbergbahn gemeldet. Dieser entpuppte sich jedoch bei genauerer Betrachtung glücklicherweise als ein Gebilde aus drei Ballonen, so dass die Bergwacht den Einsatz abbrechen konnte.

Am Sonntag stand eine große Übung der Rottacher Bergwacht mit den Kameraden der Bergwacht Hausham auf dem Programm. „Kletterunfall kurz vor dem Ausstieg am Leonhardstein-Gipfel, Gemeinde Kreuth. Ein Kletterer hat sich am Bein verletzt und kommt nicht mehr weiter. Melder ist der Kletterpartner. Alarmierung der Bergwacht über die Rettungsleitstelle. Eine Hubschrauberbergung ist wegen Regen und Wolken nicht möglich. Die Rettung erfolgt bodengebunden“. So das vorgegebene Szenario.

Das Wetter hielt sich an die Vorgabe, denn es regnete in Strömen und der Gipfel war während der ganzen Übung in Wolken.

Vom Tal aus koordinierte der Bergwacheinsatzleiter den Ablauf des Einsatzes, den ein „Leiter Abschnitt Berg“ in einer eingerichteten „Einsatzzentrale Berg“ unterstützte. An der Einsatzstelle am Gipfel organisierte ein „Leiter Einsatzstelle“ die Zusammenarbeit der unmittelbar beteiligten Retter. Alle drei standen in ständigem Funkkontakt.

Die Rettungsmannschaft fuhr mit mehreren Bergwachtfahrzeugen zum Einstieg des Normalweges auf den Leonhardstein. Das mit modernster Funk- Video und Computertechnik ausgestattete Technikfahrzeug der Bergwacht Hausham war die „Einsatzzentrale Berg“ und Standort des Abschnittsleiters Berg. Im Technikfahrzeug wurden alle Teilnehmer registriert und der Einsatzablauf dokumentiert.

Zwei Retter stiegen, vorab zur gemeldeten Einsatzstelle auf, um Kontakt zu der Seilschaft aufzunehmen, eine Lagemeldung abzugeben und eine Seilsicherung für die nachfolgenden Retter aufzubauen.

Am Einsatzort angekommenen ergab sich, dass der unverletzte Kletterpartner seinen Kameraden zwar gesichert hatte aber selbst keine Bergung durchführen konnte. Der Verunfallte befand sich ca. 30 Meter unterhalb des Melders.

Zwölf weitere Bergretter transportierten die Rettungsausrüstung zur Einsatzstelle. Für die Rettung kam ein Seilsatz zum Einsatz, der aus zwei redundant im Doppelstrang verwendeten hochfesten nahezu dehnungsfreien 200m Seilen besteht. Für den Abtransport war eine leichte Gebirgstrage vorgesehen. Auch eine Akku-Bohrmaschine, Felsdübel, Bohrhaken, medizinisches Equipment und Sicherungsmaterial trugen die Retter zur Einsatzstelle. Natürlich hatte jeder seine persönliche Schutzausrüstung, Anseilgurt, Sicherungsschlinge und Helm dabei.

Zügig richteten die Retter die Abseilstelle ein. Mit dem Seilsatz ließ ein Sicherungsteam zwei Retter zum Verunfallten ab und zog ihn nach medizinischem Check zusammen mit den Rettern wieder nach oben. Dort versorgten die Bergretter, darunter eine Ärztin, den Verunfallte medizinisch und fixierten ihn in der Gebirgstrage.

Auch zum Abtransport kam der Seilsatz zum Sichern und Ablassen der Gebirgstrage zum Einsatz, wobei wegen der langen Abseilstrecke mehrmals ein neuer Standplatz gebaut werden musste.

Bei der Übung zeigte sich in der reibungslosen Zusammenarbeit wieder einmal, wie wertvoll die standardisierte Ausbildung und Arbeitsweise ist und welche Vorteile das regelmäßige Training auch im Bergwacht Zentrum in Tölz bringt.

Während der Übung wurden verschiedene Konfigurationen des Digitalfunks ausprobiert, um bei schlechten Empfangssituationen, z.B. in Schluchten, in denen kein Netz verfügbar ist, eine Kommunikation zwischen den Geräten sicherstellen zu können. Hierzu kamen ein mobilen Repeater, als Signalverstärker und ein von der Bergwacht entwickelter wasserfester Funkrucksack zum Einsatz.

Zusätzlich wurde ein Echtzeit Ortungssystem in der Rettungswache Rottach und im Technikfahrzeug vor Ort getestet. Über Livetracking kann der Einsatzverantwortliche am Berg im Technikfahrzeug, genau wie der Einsatzleiter im Tal, über eine Mobilfunkverbindung und GPS und die Smartphones die aktuelle Standorte der Einsatzkräfte in Echtzeit ersehen.

Das Technikfahrzeug verfügt auch über eine Drohne zur Lageerkundung aus der Luft, die leider wetterbedingt nicht starten konnte.

An der Übung von 8 bis 15 Uhr nahmen 27 aktive Kräfte aus den Bereitschaften Rottach und Hausham teil.

 

Autor: bw rottach

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