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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Mittwoch, 9. April 2014

Mann aus Höhle gerettet

Ein vom Wasser eingeschlossener Höhlenbesucher wurde am Montagnachmittag nach einer aufwändigen Aktion aus der Frickenhöhle gerettet.

Die Höhlenrettung der Bergwacht München wurde am Montag 07.04.2014 gegen 07:30h in Alarmbereitschaft versetzt. Ein 57-Jähriger Höhlenbesucher der Frickenhöhle (in 1.260m Höhe bei Farchant/Garmisch) kam nicht zum vereinbarten Zeitpunkt nach Hause. Nach Lageerkundung durch die regionalen Bergwachten wurde klar, dass sich der Höhlengeher mit großer Wahrscheinlichkeit hinter einem mit Wasser verschlossenen Gangteil, einem sog. Siphon befindet und nicht mehr den Höhleneingang erreichen konnte. Es befand sich am Höhleneingang außerdem noch ein weiteres Paar Schuhe, mit weiteren Personen in der Höhle musste also zunächst gerechnet werden. Es wurden dann die über die Höhlenrettung München koordinierten Höhlentaucher sowie Höhlenretter angefordert.

Mit 3 Höhlentauchern und 6 Höhlenrettern ging es dann schnellstmöglich zum Sportplatz nach Farchant, wo sich die weiteren RettungskräfteBergwachten der Region, Feuerwehr und SAR Hubschrauber befanden. In der kurz darauf einberufenen Lagebesprechung wurden die Eigenheiten der Höhle erklärt und die weitere Vorgehensweise besprochen. Im Anschluss wurde ein erster Höhlentaucher mit einem Kenner der Höhle zum Eingang geflogen, um hinter dem sog. „Schlüsselsiphon“ nach dem Vermissten zu suchen. Parallel dazu wurden Vorbereitungen getroffen, den Wasserspiegel des Siphons mit Hilfe einer Pumpe abzusenken. Hierzu wurden ein Stromaggregat, eine Pumpe und ca.250m Stromkabel der Feuerwehr zum Höhleneingang geflogen und aufgebaut. Im weiteren Verlauf kam dann die erlösende Meldung vom Höhlentaucher: Der Vermisste sitzt frierend hinter dem Siphon. Nun war nur noch dafür zu sorgen, ihn auf die „sichere Seite“ zu bringen. Mit Hilfe der Pumpe konnte der Wasserspiegel auch etwas gesenkt werden und so reichte der entstandene Abstand zwischen Wasserspiegel und Höhlendecke aus, den mental stabilen Vermissten gut durch den Siphon zu bringen. Er wurde mit einer leichten Unterkühlung ins Krankenhaus nach Garmisch geflogen.

Klar war nun allerdings auch, dass die im Höhleneingang stehenden Schuhe nicht dem Vermissten gehörten… Nach Rücksprache mit der Polizei, ob jemand vermisst sei, der Information des Vermissten, dass die Schuhe schon vor einer Woche dort waren und der weiteren Information über den Verein für Höhlenkunde in München, dass schon im November ein paar Schuhe im Eingang standen, wurde ein weiteres Absuchen der Höhle nicht durchgeführt. Nach diversen anschließenden Transportflügen, bei denen mehrere hundert Kilo Material und über 10 Personen zurück ins Tal befördert wurden, war der Einsatz am Abend nach der Abschlussbesprechung beendet.

Die Bergwacht Oberau stellte gemeinsam mit der Bergwacht Garmisch Partenkirchen Einsatzleitung und Mannschaft, unterstützt wurden sie durch hinzugezogene Höhlenrettungsspezialisten aus Murnau und München. Eine gelungene Zusammenarbeit von mehreren Bergwachten, Rettungskräften, Höhlenspezialkräften und Höhlenforschern!

 

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