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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Freitag, 5. August 2016

Flugzeugabsturz im Spitzsteingebiet bei Sachrang

Einsatzkräfte von Bergwacht und Feuerwehr üben gemeinsam die angenommene Großschadenslage mit mehreren verletzten Personen.

"Flugzeugabsturz im Spitzsteingebiet" - mit diesem Einsatzstichwort wurden in einer groß angelegten Gemeinschaftsübung Bergwacht und Feuerwehr durch die ILS Rosenheim alarmiert. Rund 120 Rettungskräfte und weitere 10 Helfer und Komparsen sowie ein Hubschrauber waren am vergangenen Freitag am inszenierten Einsatz im Bereich des Sachranger Ortsteils Mitterleiten beteiligt.

Beginnend mit der Alarmierung der beteiligten Rettungsorganisationen um 18:40 Uhr folgten die anrückenden Kräfte den Anweisungen der Integrierten Leitstelle Rosenheim zum Bereitstellungsraum am Geigelstein-Parkplatz in Sachrang. Zu den Feuerwehren aus Aschau und Sachrang wurde auch die Feuerwehr Niederndorferberg aus dem benachbarten Tirol gerufen.

Neben den Bergwachten Sachrang-Aschau und Oberaudorf war auch das Technikteam LKLD Hausham zur Lokalisation und Kommunikation beteiligt. Mittels Drohneneinsatz samt Kamera konnte schnell die genaue Absturzstelle des verunglückten Kleinflugzeuges, welches zunächst als "vermisst" galt, ermittelt werden.

Zügig konnten die Einsatzleiter von Feuerwehr und Bergwacht zusammen mit den Führungskräften der Kreisbrand-Inspektion die vorliegende Situation erfassen und das Nachrücken der Helfer koordinieren.

Vier „Schwerverletzte“ konnten im Bereich der Absturzstelle lokalisiert werden. Zwei davon wurden aus dem zunächst noch „brennenden“ Flugzeug-Wrack geborgen, zwei weitere wurden aus der Maschine in steiles Waldgelände geschleudert.

Das Absetzen der Bergretter sowie das Aufwinchen von Verletzten wurde mit dem Polizeihubschrauber „Edelweiß“ bewerkstelligt, welcher im Anschluss an die Personenrettung nochmals gefordert war. Durch die „Streuung“ der Flugzeugteile wurde unweit der Absturzstelle ein „Waldbrand“ entfacht, welcher durch eine bereits aufgebaute Löschwasserleitung vom ca.110 Höhenmeter tiefer gelegenen Mitterleiten  bekämpft wurde. Mittels Außen-Löschbehälter konnte die Polizeimaschine schließlich in zwei Anflügen den "Brand" punktgenau ablöschen.

Um eine möglichst realistische Einsatzsituation zu schaffen, kamen auch Pyrotechniker zum Einsatz, die mit Feuerwerfern und weithin sichtbaren Rauchschwaden wesentlich zum Gelingen der Übung beitrugen.

Insbesondere die Abwicklung eines Großschadensereignisses, der Umgang mit dem neuen BOS-Digitalfunk, die Koordination zwischen den Rettungsorganisationen und die länderübergreifende Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Niederndorferberg waren für die eingesetzten Kräfte herausfordernd und gespickt mit neuen Erkenntnissen. Zusätzlich stellte auch das steile Gelände die physische Verfassung der Einsatzkräfte auf den Prüfstand.

Bei der anschließenden Nachbesprechung in den Räumen der Bergrettungswache Sachrang zogen die Übungsleiter Fabian Schneikart (2. Kdt. FFW Aschau) und Johann Feistl (Bereitschaftsleiter Bergwacht Sachrang-Aschau) sowie Richard Schrank (Kreisbrandrat Rosenheim Land) Resümee und dankten allen Helfern und Rettern für eine gelungene und „unfallfreie“ Großübung.

Autor: Bergwacht Sachrang-Aschau

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