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Einsätze

Montag, 29. April 2013

Drei Wanderer aus unwegsamen Gelände geborgen

Sachrang - Am frühen Abend des 29. Aprils alarmierte die integrierte Rettungsleitstelle Rosenheim über Meldeempfänger den Einsatzleiter des Einsatzbereiches Priental. Eine Gruppe von Wanderern befand sich im Bereich Brandelberg/Spitzstein in Bergnot.

Über Telefon informierte der Disponent der Leitstelle den diensthabenden Einsatzleiter über den Grund der Alarmierung: Mehrere Wanderer waren auf dem Weg von Aschau zum Spitzsteinhaus im Bereich Brandelberg/Spitzstein in unwegsames Gelände geraten und benötigten Hilfe von der Bergwacht.

Der Einsatzleiter versuchte über Handy den Standort der Wanderer abzufragen, was allerdings nicht gelang. Nur der Bereich zwischen Feichtenalm/Brandlberg und Spitzstein konnte aufgrund der geringen Ortskenntnisse der Alarmierenden als primärer Suchbereich festgelegt werden.

Umgehend alarmierte der Einsatzleiter über die Leitstelle die Einsatzkräfte der Bergrettungswachen Sachrang und Aschau mit ihren Geländefahrzeugen. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit, es war inzwischen 19.30 Uhr, forderte der Einsatzleiter parallel zu den Einsatzkräften einen Rettungshubschrauber über die Leitstelle an. Kurz darauf kam die Bestätigung, dass sich Christoph 1 aus München für den Einsatz im Anflug befindet.

Inzwischen machten sich mehrere Suchmannschaften auf den Weg in das Suchgebiet. Das Geländefahrzeug Sachrang  war bereits kurz nach der Alarmierung mit zwei Kameraden auf dem Weg zur Brandelbergalm. Nach beschwerlicher Anfahrt über den schmalen Almweg war unterhalb der Almhütte Endstation. Eine Lawine versperrte immer noch mit reichlich Altschnee den Weg und so mussten die Kameraden zu Fuß weitermarschieren. Auf mehrmaliges lautes Rufen bekamen sie oberhalb der Brandlberghütte keine Antwort und so ging es weiter zum Sattel, wo der Weg von der Feichtenalm zum Spitzstein vorbeiführt.

Das Geländefahrzeug Aschau war inzwischen mit zwei Mann bis zur Tristmahlnalm unterhalb des Spitzsteins hochgefahren und nahm von dort aus die Suche nach den Wanderern auf. Das Rettungsfahrzeug Sachrang fuhr mit mehreren Kameraden bis zur Goglalm unterhalb vom Spitzsteinhaus.

Inzwischen war der Rettungshubschrauber Christoph 1 im Tal an der Rettungswache zur Landung gegangen und besprach mit der Einsatzleitung den Suchbereich. Da es bereits kurz nach 20.00 Uhr war  und es in weniger als eine Stunde dunkel werden sollte, war höchste Eile für die Hubschrauber-Besatzung und die Einsatzkräfte geboten. Kurz darauf war der Hubschrauber bereits im Anflug auf das Suchgebiet und versuchte auch mit Hilfe einer Handy-Ortung, die Wanderer aufzuspüren.

Auf Höhe des Brandelbergs konnte die Hubschrauberbesatzung die 3 Wanderer ausmachen und seilte einen Retter zu ihnen ab. Die Kameraden der ersten Suchmannschaft machten sich ebenfalls sofort auf den Weg über den Brandlberggipfel zu der Einsatzstelle. Dabei wurde klar, wie richtig die Entscheidung der Wanderer war, nicht mehr weiterzugehen und die Bergwacht zu rufen. Der schmale Weg war auf den Schattenseiten mit teilweise meterhohen Altschneefeldern bedeckt und nur schwer auszumachen. Auch führt der Weg im Gipfelbereich durch steiles Gelände und das Queren des Schneefeldes wäre für Ungeübte lebensgefährlich gewesen.

Da die Landung des Hubschraubers an der Einsatzstelle nicht möglich war, mussten die Wanderer mit Seilwinde und Kongsitz in die Maschine aufgewinscht werden. Nachdem 2 Personen vom Rettungshubschrauber aufgeseilt waren, musste die Maschine ins Tal zur Landung, da eine weitere Person die Aufnahmekapazität der Maschine überschritte hätte.

Zur gleichen Zeit kam ein Kamerad der Suchgruppe bei der zurückgelassenen Wanderin an und kümmerte sich bis zur Rückkehr des Hubschraubers um sie. Inzwischen war es schon nach 20.30 Uhr und die Dämmerung brach heran. Zügig und erleichtert stiegen die ersten zwei Geretteten im Tal aus der Maschine und sofort machte sich der Rettungshubschrauber wieder auf den Weg zur Einsatzstelle, um die dritte Wanderin aufzunehmen. Mit Hilfe des Bergwachtkameraden wurde der Kongsitz angelegt und gemeinsam mit dem Luftretter winschte der Bordtechniker die Zwei in die Maschine.

Da es schon kurz vor 21.00 Uhr war und ein Rückmarsch  für den Bergwachtler zurück zum Geländefahrzeug bei hereinbrechender Dunkelheit doch gefährlich gewesen wäre, nahm der Rettungshubschrauber den Kameraden ebenfalls noch auf und brachte alle zurück ins Tal zum Landeplatz.

Leider blieb für eine ausgiebige Einsatzbesprechung keine Zeit mehr und die Besatzung machte sich unverzüglich auf den Heimflug nach Harlaching. Vorher dankte die Besatzung den Einsatzkräften aber noch ausdrücklich für die hervorragende Zusammenarbeit und den reibungslosen Ablauf der Aktion.

Alle Einsatzkräfte wurden nach Eintreffen der letzten Wanderin im Tal zur Rettungswache zurückbeordert und der Einsatz nach diversen Reinigungsarbeiten an Geräten und Fahrzeugen beendet. Insgesamt waren ca. 25 Bergwachtler/innen der Bereitschaft Sachrang/Aschau im Einsatz.

Wie die Wanderer berichteten, waren sie von München mit dem Zug nach Aschau gereist und wollten über Klausenalm/Feichtenalm und Brandelberg zum Spitzsteinhaus wandern, wo sie bereits ein Nachtlager bestellt hatten. In dem Wanderführer, aus dem sie die Tour ausgesucht hatten, war die Route von Mai bis Oktober als gut begehbar ausgewiesen und es schien für sie nicht denkbar, dass noch solche Schneemassen um diese Jahreszeit in den Bergen vorzufinden sind.       

Autor: Wast Pertl

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