Mitglieder-Login

Passwort vergessen?

 

 

Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Freitag, 24. Juli 2009

Spatenstich für die neue Berg- und Höhlenrettungswache

Notwendig geworden ist der Neubau, weil die vor 63 Jahren erbaute Diensthütte Grozach heute zu weit entfernt von den Einsatzschwerpunkten auf der Nordseite der Hochries liegt. Standort der neuen Rettungswache ist die Talstation der Hochriesbahn.

Die Gesamtkosten betragen 350000 Euro. 60 Prozent werden durch die EU gefördert, den Rest teilen sich die Gemeinden Samerberg, Nußdorf, Frasdorf, Aschau und Rohrdorf, die Stadt und der Landkreis Rosenheim sowie die Bergwacht.

Die Anforderungen an die Bergwacht Rosenheim sind in den letzten Jahren ständig gestiegen. Verursacht durch neue Trendsportarten und das geänderte Freizeitverhalten der Bevölkerung ist die Rosenheimer Bergwacht dazu genötigt, möglichst nahe am „Geschehen" eine Rettungswache zu bauen. Auch die Umstrukturierung der Bergwacht-Bayern in Einsatzleitbereiche hat diesen Bedarf mit verursacht. Vorgaben aus dem neuen Rettungsdienstgesetz, das seit dem 01.01.2009 in Kraft getreten ist, werden ebenfalls mit umgesetzt.

Bisher hatte die Bergwacht ihren Standort im BRK-Kreisverband in Rosenheim. Im Alarmierungsfall vergingen durch den weiten Anfahrtsweg etwa 20 Minuten bis zum Erreichen des Dienstgebietes. Am Wochenende war die Grozach-Diensthütte in der Regel der Standort der Mannschaft. Statistiken der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich das Unfallgeschehen von dort immer weiter zur Hochriesnordseite hin verlagert hat.

Der Gebirgsstock um die Hochries ist der Kern des Dienstgebietes der Bergwacht Rosenheim. Es handelt sich um ein stark frequentiertes Naherholungs- und Urlaubsgebiet. Das ganze Jahr über genießen Tausende von Besuchern diese reizvolle Gegend. Das Forststraßennetz im Dienstgebiet umfasst ca. 68 km. Viele nutzen die Hochriesbahn, um den Gipfel schnell und bequem zu erreichen, wo sie die herrliche Aussicht genießen können oder mit ihrem Flugdrachen oder Gleitschirm starten können. Doch nicht immer kommen die Wanderer, Skifahrer, Biker oder Gleitschirmflieger wieder heil nach Hause. Mit solider Ausbildung, passendem Gerät, genauer Ortskenntnis, und vor allem jedoch mit einer ortsnahen Stationierung, wollen die Rosenheimer „Bergwachtler“ im Alarmfall optimale Hilfe leisten.

Zusätzlich zu diesen Rettungseinsätzen in unwegsamem, oft alpinem Gelände übernimmt die Bergwacht Rosenheim Hilfeleistungen in den Gemeinden, die an ihr Dienstgebiet angrenzen. Ihre Mannschaft kommt in Rosenheim, Nussdorf, Rohrdorf, Frasdorf, Raubling, Neubeuern, Aschau und Samerberg bei Rettungseinsätze in großer Höhe und schwierigem oder unwegsamem Gelände zum Einsatz, wie zum Beispiel bei Silorettungen oder Holzarbeiterunfällen, oder in der Höhenrettung am Klinikum Rosenheim. Auch deshalb ist eine einsatznahe Rettungswache dringend erforderlich.

Das Dienstgebiet der Bergwacht Rosenheim grenzt unmittelbar an Österreich/Tirol. Viele Wanderwege überschreiten die Grenze. Vom geplanten Standort Grainbach aus sind manche Unfälle auf österreichischem Staatsgebiet von bayerischen Rettern viel schneller zu erreichen, als durch die zuständigen österreichischen Kräfte. Gemeinsame Übungen der Bergwacht Rosenheim und der Bergrettung Kufstein haben bereits stattgefunden. Um diese Zusammenarbeit zu optimieren, wurde mit der Bergrettung Kufstein das „Bergrettungsnetzwerk –Trockenbachtal / Samerberg“ gegründet, wobei die Bergrettungswache Samerberg ein wichtiger Stützpunkt für gemeinsame Einsätze und Ausbildungen sein wird!

Gefördert wird diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit durch das Projekt „INTERREG Bayern – Österreich 2007 – 2013“ der Europäischen Union. Diese übernimmt im Rahmen des Projektes „Bergrettungsnetzwerk Trockenbachtal/Samerberg“ einen Teil der Finanzierung.

Klaus Stöttner, MdL brachte zum Jahresanfang 2008 den Kontakt mit den Kommunen und Gemeinden zustande, die sich daraufhin gemeinsam dazu bereiterklärten, einen Teil der Finanzierung zu übernehmen.

Zuschüsse kommen von der Stadt Rosenheim, dem Landkreis Rosenheim, den Gemeinden Samerberg, Aschau, Frasdorf, Rohrdorf, Neubeuern und Nussdorf.

Ebenfalls beteiligen sich verschiedene Firmen an den Kosten für den Neubau. Letztendlich sind es aber auch die Mitglieder der Bergwacht Rosenheim selbst, die in ihrer Freizeit mindestens „3500 Stunden“ an Eigenleistung erbringen werden, um „ihre“ neue Rettungswache trotz engem Budget zu verwirklichen.

Für die Bereitschaft Rosenheim bedeutet das neue Platzangebot eine Erleichterung, da die bisherige Ausrüstungskammer im BRK-Gebäude in Rosenheim nur den nötigsten Raum für Fahrzeuge und Gerätschaften zur Verfügung stellte. Nebenbei soll die neue Rettungswache auch einen Schulungsraum für Fortbildungen und Jugendarbeit bieten.

Das Gebäude wird nach den modernsten ökologischen Standards errichtet werden: Die Verwendung von ökologischen Baumaterialien, der Einsatz einer Wärmepumpe und die spätere Erweiterung mit einer Photovoltaikanlage sind geplant. Somit wird das Bergwachthaus ein sog. „Aktivhaus“ werden, d.h. es soll mehr Energie produzieren, als es verbraucht.

Den symbolischen Spatenstich am 22.07.09 führten aus:

- Gabriele Bauer, Oberbürgermeisterin Stadt Rosenheim

- Josef Neiderhell, Landrat

- Georg Huber, Bürgermeister Gde. Samerberg

- Johann Wagenstaller, Architekt

- Alfons Maierthaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim

- Franz Heinrizi, Präsident Euregio Inntal

- Rainer Küblbeck, Baufirma Pumpfer

- Wolfgang Bauer, für die Bergwacht Bayern und Region Hochland

- Andreas Menzinger, Bereitschaftsleiter Bergwacht Rosenheim

Beim Spatenstich fehlte der terminlich verhinderte Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner, der sich für Planung und Finanzierung sehr engagiert eingesetzt hatte.

 

Autor: Bergwacht Rosenheim und www.samerberg.de

Foto/Bildrechte: BW RO

WissensBox-LOGIN

____________________

weitere Informationen

 

 

 

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

Bergwacht-Zentrum