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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten und Einsätze

Samstag, 10. Oktober 2015

Gemeinschaftsübung der Rettungsdienste in Wasserburg

Wasserburg - Wahrlich "in einem Boot" saßen insgesamt mehrere Dutzend Einsatzkräfte bei einer Großübung zwischen dem hinteren Bereich der Staustufen und Urfahrn. Den ernsten Hintergrund hatten alle im Blick.

Darüber, ob der verunglückte Dummy für die Übung nun Klaus oder Simmerl heißen solle, waren sie sich uneins, ansonsten aber funktionierte die Kommunikation bei der Großübung der fünf Wasserburger Hilfsorganisationen bestens. Das Happy End: Alle zu rettenden fünf Verunglückten - darunter auch der Dummy - haben überlebt!

Nahe des Inns vom Kraftwerk nach Urfahrn hinter passierte nachgestellt ein schlimmes Szenario: Ein Erdrutsch, der Waldarbeiter in Gefahr brachte, außerdem war ein Auto mit Insassen beteiligt. Großalarm! Fünf Hilfsorganisationen aus Wasserburg haben sich zusammengetan, um sich dieser Herausforderung gemeinsam zu stellen und den Ernstfall zu proben. Regelmäßig werden in den einzelnen Organisationen Übungen abgehalten.

Die Wasserburger Wasserwacht beispielsweise hatte heuer schon zehn Stück abgehalten. Eine gemeinsame Übung der Hilfsorganisationen gab es in diesem Ausmaß jedoch schon einige Jahre nicht mehr. Erfahrung für den Ernstfall sammeln, gemeinsame Einsätze, die Hand in Hand funktionieren müssen, üben. Und die wichtige Kommunikation trainieren.

Die Wasserwacht, die Feuerwehr, das BRK, die Bergwacht sowie Johanniter aus Wasserburg haben gemeinsam geprobt, pro Organisation waren um die 15 Einsatzmitglieder dabei. Als Belohnung gab es einen Schulterklopfer vom Bürgermeister und eine Brotzeit. „Ich finde es wichtig, dass die Hilfsorganisationen in und um Wasserburg gut zusammenarbeiten und sich auch außerhalb von Einsätzen zu einer Übung treffen“, betont Bürgermeister Michael Kölbl. Man lerne für mögliche Einsätze und lerne sich zudem besser kennen, so das Stadtoberhaupt.

Natürlich hoffe man, dass es nie zu so einem Großeinsatz komme, aber man wisse nie, was in der Zukunft passiere, darum seien solche Großübungen notwendig. „Und auch für das Zwischenmenschliche untereinander sind diese Übungen wichtig, denn gute Kommunikation ist auch im Einsatz maßgeblich“, so Kölbl weiter. Als Dankeschön gab es von der Stadt Wasserburg die Brotzeit nach der Übung spendiert. „Ich danke Euch für das unermüdliche Engagement und bin begeistert, wie ihr diese Übungssituation gemeistert habt“, lobte der Rathauschef die beteiligten Mitglieder von Bergwacht, Feuerwehr, Wasserwacht, Johanniter und BRK aus Wasserburg.

Bei der Alarmierung zum Übungsstart war klar: Es gab einen Erdrutsch, darum ist es schwierig, an den direkten Einsatzort zu gelangen. „Das Material muss zügig an den Unfallort hingeschafft werden, ohne dass sich die Einsatzkräfte selbst in große Gefahr bringen“, heißt es von Mitorganisator Georg Schmaderer, dem 1. Kommandanten der Wasserburger Feuerwehr.

Die Ausgangssituation hat sich unter anderem Alexander von Loewenfeld von der Wasserburger Wasserwacht ausgedacht. „Es ist uns gelungen, eine Situation nachzustellen, bei dem jede Hilfsorganisation gleichwertig wichtig wird und jeder den anderen unterstützen muss, weil es nur gemeinsam funktioniert, eine rasche Rettung zu gewährleisten“, so Loewenfeld. Nach der Alarmierung wurde die Situation von den Anwesenden schnell richtig eingeschätzt, jede Hilfsorganisation gab volle Konzentration und führte die Aufgaben Hand in Hand mit den weiteren Einsatzkräften korrekt aus.

Da galt es beispielsweise, das Material zügig an die Unfallstelle zu schaffen und sich um die Rettung und Versorgung der Verunfallten zu kümmern. Wegen des Erdrutsches konnte nicht direkt zum Standort gefahren werden, die Feuerwehr sowie die Wasserwacht waren zügig mit richtigem Material auf dem Weg, um die Bergwacht, die am Hang des Einsatzgebietes war, um die verunglückten Waldarbeiter zu retten, unterstützen zu können.

„Die Rettung hat gut funktioniert, keiner der Einsatzkräfte kam selbst zu Schaden und die eingesetzten Probanden, die die Opfer darstellten, konnten alle lebend gerettet werden“, zeigte sich Mitorganisator Alexander von Loewenfeld zufrieden. Ebenso glücklich wirkte Georg Schmaderer, der bei der Nachbesprechung mit seiner Mannschaft lobende Worte fand: „Ihr habt Eure Aufgaben gut gemeistert und sehr schön zusammengearbeitet“, so Schmaderer. Dem schloss sich auch der 1. Vorsitzende der Wasserburger Feuerwehr, Rudi Göpfert, an. „Wir können sehr stolz auf uns alle sein, denn auch die anwesenden Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben gezeigt, wie gut sie in die Mannschaft passen und sich auf Situationen einstellen können“, so Göpfert. Die Bergwacht hatte dafür zu sorgen, mit dem richtigen Material die gefährdeten Opfer zu retten. Der Hang abgesichert, das Material durch Feuerwehr und Wasserwacht herbeigeschafft, das durch den Erdrutsch verunglückte Auto gesichert und Verletzte versorgen.

Die gemeinsame Übung lief ohne Hektik, dafür umso konzentrierter und mit sicheren Handgriffen. Die Wasserwacht brachte wegen dem nicht leicht zugänglichen Einsatzort das Material an die am Hang arbeitenden Kräfte, die Feuerwehr übernahm den Fußmarsch zum Gelände und das Sichern der Bäume. Nicht nur der Materialweg wurde zügig und korrekt abgeleistet, die Rettung der Opfer, darunter auch der „Dummy Klaus“ funktionierte prima.

Die Aufräumarbeiten des verunglückten Autos waren schnell in der Hand der Feuerwehr Wasserburg. Die Wasserwacht brachte die gut gesicherten und für den Transport auf dem Wasserweg vorbereiteten geretteten Unfallbeteiligten zur Stelle, wo die beiden Rettungseinheiten von BRK und Johanniter zügig die Versorgung der Verletzten übernahmen.

„Es hat wirklich alles super funktioniert, wir als Bergwacht hatten die Opfer vom Hang zu retten, die Feuerwehr musste vor der Rettungsaktion die Bäume sichern, die über einem Opfer lagen“, erklärte Felix Mühlhuber von der Bergwacht Wasserburg.

„Eigentlich haben Bergwacht und Wasserwacht wenig Berührungspunkte, darum war es eine echte Herausforderung, dieses Szenario darzustellen, aber es ist gelungen“, so Georg Schmaderer.

Die Übungsbeobachter von BRK, Johanniter, Bergwacht, Feuerwehr und Wasserwacht Wasserburg waren sich einig: „Das Übungsziel wurde von allen Organisationen erreicht und jeder hat seine Aufgaben gut erledigt“. Bei den Nachbesprechungen wurden kleine Fehler oder Unsicherheiten untereinander auf den Tisch gelegt, anschließend gesellig in einer Halle des Verbund Stromerzeugers an der Staustufe Brotzeit gemacht. „Danke an den Verbund für die nette Unterstützung und die Bereitstellung der Halle und des umliegenden Areals“, hieß es von Alexander von Loewenfeld abschließend. Der nächste gemeinsame Einsatz könnte kommen. Hoffen, dass etwas passiert, tut freilich keiner.

 

Den Original-Bericht finden Sie hier.

Weitere Fotos finden Sie hier

Autor: rosenheim24.de

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