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Nachrichten und Einsätze

Freitag, 24. April 2009

Eine Ära geht zu Ende

Bei der Wasserburger Bergwacht ging eine Ära zu Ende. Der langjährige Bereitschaftsleiter Andreas Hartl trat bei den Neuwahlen nicht mehr an.

Seit 1989 stand Hartl der Bereitschaft zunächst als stellvertretender und seit 1997 als Erster Vorsitzender vor.

 

 

Eindrucksvoll fiel nach 20 Jahren in verantwortlicher Position Hartls sehr persönlich gehaltenes Resümee aus. Rund 500 Einsätze wurden in den 20 Jahren seiner Amtszeit an der Kampenwand bewältigt. Neben zahlreichen verunfallten Wanderern, Skifahrern und Kletterern blieben auch viele kuriose und außergewöhnliche Einsätze in Erinnerung. So ging die Bergwacht unter seiner Leitung unter anderem auf die Jagd nach einem Hütteneinbrecher, leistete Soforthilfe beim Absturz eines Hagelfliegers und sogar ein entlaufenes Kamel sorgte für einen Bergwachteinsatz. Auch beim Eishalleneinsturz in Bad Reichenhall, bei zwei Hochwassern in Wasserburg und beim Brand der Gori-Alm war die Wasserburger Bergwacht im Einsatz.

In den letzten 20 Jahren hat sich laut Hartl das Anspruchsdenken und Freizeitverhalten der «Patienten» drastisch geändert.

- Die Verunfallten seien heute oftmals in den Baumwipfeln zu finden - da Gleitschirm- und Drachenflieger.

- Die Wanderer teilten sich die Wege mit den Mountainbikern. An einem schönen Wintertag seien innerhalb kürzester Zeit auch die abgelegensten und steilsten Hänge befahren, egal welche Lawinenwarnstufe gerade herrsche.

Neben diesem geänderten Freizeitverhalten kommt ein gesteigertes Anspruchsdenken auf die Bergwacht zu. Dass sich die Bergwacht zum größten Teil durch Spenden und Förderbeiträge finanziert, werde dabei oft vergessen.

Ein großer Verdienst Hartls war nicht nur nach Ansicht der Wasserburger Bergwachtler sein Mitwirken an der Neustrukturierung des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes und der zugehörigen Verankerung der Bergwacht darin. So musste unter anderem eine Struktur geschaffen werden, in der zu jeder Zeit des Jahres innerhalb von zwölf Minuten eine Bergrettungswache besetzt werden kann. In unzähligen Treffen und Diskussionsrunden arbeitete Hartl an einer tragfähigen und zukunftsweisenden Umsetzung des neuen Gesetzes mit.

So betreut die Bergwacht Wasserburg wie auch in den letzten 70 Jahren an Wochenenden und Feiertagen ihr Dienstgebiet an der Kampenwand und arbeitet wochentags eng mit den Nachbarbereitschaften Sachrang und Rosenheim zusammen. Zusätzliche neue Aufgaben sind auch im Wasserburger Raum dazugekommen. So übernimmt die Bergwacht Wasserburg unter anderem Aufgaben in der Höhenrettung und unterstützt Feuerwehr und Rettungsdienst in unzugänglichem Gelände. Hartls Vorgänger Andreas Roder bedankte sich im Namen der Bereitschaft für die «hervorragend geleistete Arbeit» und überreichte dem scheidenden Vorsitzenden ein Geschenk.

Sehr erfreulich ist die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Die Bereitschaft zählt Anfang 2009 49 Aktive, sieben Anwärter zwischen 16 und 22 Jahren und fünf Mitglieder in der Jugendgruppe. Die Bergwacht ist auch weiterhin auf der Suche nach alpin interessierten und sportlichen Jugendlichen.

Einstimmig zum neuen Bereitschaftsleiter wurde das langjährige Mitglied Robert Pötzsch gewählt. Zum Zweiten Bereitschaftsleiter wurde Günther Bauer wiedergewählt, der das Amt bereits seit eineinhalb Jahren innehat.

Ausbilder Stefan Hannl gab einen Rückblick auf vier Gebirgsübungen und zwölf Bereitschaftsausbildungen. Kassier Werner Haas konnte für das Jahr 2008 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen und wurde ebenfalls wiedergewählt. Neuer Hüttenwart ist Raimund Oberhuber, der nach 24 Jahren das Amt von Ludwig Petz übernimmt. Zu weiteren Verantwortlichen wurden Hermann Kühn als Naturschutzwart, Franz Seidinger als Verantwortlicher für Rettungstechnik und Franz Rottmoser und Dietmar Eisner als Revisoren gewählt. Zuletzt berichtete Hundeführer Franz Schreiber von drei Sucheinsätzen mit seinem Suchhund Aico. Die beiden waren im Jahr 2008 rund 3500 Kilometer auf Ausbildungen und Einsatzfahrten unterwegs.

 

Autor: WH/GS

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