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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Einsätze

Montag, 3. November 2014

Bergwacht Marquartstein birgt zwei Wanderer aus der vereisten Nordflanke des Hochgern

Trotz des sonnigen Wetters ist auf der Nordseite der Alpen die Schneedecke zum Teil hart gefroren und vereist. Diese gefährliche Situation führte am vergangenen Freitag auch in den Chiemgauer Bergen in der Gipfelflanke des Hochgern zu einem Unfall.

Ein 35-jähriger Bergwanderer und seine 36-jährige Frau waren über die Staudacher Alm zum Hochgern aufgestiegen. Beim Abstieg über den nordseitigen „Sommerweg“ glitt der Bergsteiger in etwa 1600 Metern Höhe auf der vereisten Schneedecke aus und rutschte in der steilen Flanke 150 Meter in die Tiefe. Im flacheren Gelände blieb er im Buschbewuchs der Flanke hängen..

Auch für seine Frau bestand aufgrund der Vereisung akute Absturzgefahr, es gelang ihr jedoch, sich an ihrem Standort zu stabilisieren. 

Die per Handy alarmierte Bergwacht Marquartstein musste den Abgestürzten, der glücklicherweise nur leicht verletzt war, erstversorgen und zum sogenannten „Moos“, einem kleinen Plateau, bringen. Dort konnte er vom Rettungshubschrauber Christophorus 4 aus Kufstein aufgenommen und in das Klinikum Traunstein geflogen werden.

Schwieriger gestaltete sich die Rettung der Frau aus dem vereisten Steilgelände. Über 80 Meter musste sie mit Seilsicherung aus der schattseitigen Steilflanke auf den Grat und damit in die sichere Südseite geborgen werden. Die Marquartsteiner Bergwachtmänner mussten dabei teilweise mit Steigeisen arbeiten.

Die erschöpfte Bergsteigerin wurde zum Einsatzfahrzeug an der Bergwachthütte begleitet und dann ins Tal gebracht. Neun Männer der Bergwacht Marquartstein waren rund drei Stunden im Einsatz. Das Hochgernhaus konnte wegen des nassen Schnees in der Südseite des Hochgern auch von den geländegängigen Fahrzeugen der Bergwacht nicht erreicht werden.

 

Ebenfalls am Freitag  war ein Bergsteiger im Taubenseegebiet ausgeglitten und hatte sich eine Knieverletzung zugezogen. Er konnte auf der Sauermöseralm übernachten und musste von der Bergwacht Marquartstein zuerst mit dem Quad und dann mit dem Geländewagen ins Tal transportiert werden.



Die Bergwacht Marquartstein weist darauf hin, dass bei der momentanten Schneelage weiterhin Touren in den verschneiten Nordflanken und Hochlagen der Berge nur mit größter Vorsicht und guter Ausrüstung wie Grödeln oder Steigeisen unternommen werden sollten.

Autor: Bergwacht Marquartstein

Der Rettungshubschrauber Christopherus 4 auf der vereisten Schneedecke im “Moos”

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