Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung

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Freitag, 30. März 2012

Bergwacht leistet Gewaltiges

17.000 Stunden waren die Einsatzkräfte der Bergwacht Weißenstadt im vergangenen Jahr für ihre Organisation tätig. Schwerpunkt war der Ausbau der neuen Bergrettungswache im ehemaligen Bistro „Gwäxhaus“. Allein dafür wurden mehr als 2.400 Stunden und über 53.000 Euro aufgewendet.

Bereitschaftsleiter Matthias Wendel konnte nicht nur die eigenen Einsatzkräfte zur Jahreshauptversammlung der Bergwacht Weißenstadt am vergangenen Freitag begrüßen. Auch Regionalleiter Dieter Winkler und Bürgermeister Frank Dreyer waren der Einladung gefolgt. Besonders erfreut war Wendel, dass auch drei neue Anwärter und einige Kameraden aus Kirchenlamitz gekommen waren. Die Bergwacht Kirchenlamitz war zum Jahresende aufgelöst und die Einsatzkräfte von der Bergwacht Weißenstadt übernommen worden.

Winkler lobte das Engagement der Weißenstädter Bergretter beim Ausbau der neuen Bergrettungswache. Auch die Zusammenarbeit mit den Kameraden aus Kirchenlamitz sei beispielhaft und ein gutes Vorbild für die gesamte Region Fichtelgebirge / Frankenwald.

Bürgermeister Dreyer dankte den Bergwachtlern für ihre Einsatzbereitschaft sowohl im Bergrettungsdienst als auch beim „Helfer vor Ort“. Sie seien eine verlässliche Einrichtung im Rettungsdienst und eine Bereicherung für die Menschen in Weißenstadt. Dreyer sagte den Bergrettern auch weiterhin seine Unterstützung bei der täglichen Arbeit, aber auch beim Bau der Wache zu.

In seinem Bericht konnte Wendel auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. So wurde Anfang des vergangen Jahres das neue Geländefahrzeug, ein All-Terrain-Vehicle (Quad), seiner Bestimmung übergeben, das den alten Motorrettungsschlitten ersetzt und nun auch im Sommer zum Einsatz kommen kann. Insgesamt leisteten die 16 Aktiven und sechs Anwärter mehr als 17.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von über 11 % bedeutet. Allein 1.000 Stunden davon entfallen auf die Ausbildung der Anwärter und die kontinuierliche Weiterbildung der Aktiven Einsatzkräfte. Neben diversen Ausbildungsveranstaltungen auf Bereitschaftsebene, in der Region oder bei bayernweiten Lehrgängen bildete das Training am Hubschrauber-Simulator im Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz einen Höhepunkt. Benedikt Ott unterstützt als neuer Einsatzleiter das bestehende Team, sodass die Aufgaben auf mehrere Köpfe verteilt werden können. Christian Kade konnte die mehrwöchige Ausbildung zum Bergwacht-Rettungssanitäter erfolgreich abschließen. Zusätzlich zu den Vorsorgediensten auf der Schneeberghütte an Sonn- und Feiertagen leisteten die Einsatzkräfte Sanitätsdienst bei verschiedenen Festen und Sportveranstaltungen.

Schwerpunkt im vergangen Jahr war der Ausbau des ehemaligen Bistros „Gwäxhaus“ im Birkenweg zur Bergrettungswache. Anfang 2011 konnte die Bergwacht das Gebäude günstig erwerben. Seitdem wurden mehr als 2.400 Stunden ehrenamtlicher Arbeit investiert. Die Fahrzeughalle, Lagerräume, Sanitäranlagen und Garderobe sind bereits fertiggestellt. Die größte Herausforderung stellte der Einbau einer modernen Heizungsanlage samt Bunker für die Holzpellets dar. Wendel dankte den Kameraden, die sich alle nach ihren Möglichkeiten engagierten und in unzähligen Arbeitsdiensten Beachtliches leisteten. Aktuell laufen die Arbeiten im künftigen Ausbildungsraum. Anschließend stehen noch der Einsatzleitraum sowie die Außenanlagen an. Die Bergwachtler sehen einer Fertigstellung der Bergrettungswache im Herbst jedoch zuversichtlich entgegen. Wendel dankte allen Spendern, Helfern und Handwerkern, ohne deren tatkräftige Unterstützung die Realisierung dieses Projekts nicht möglich wäre.

Im vergangenen Jahr wurde die Bereitschaft zu insgesamt 65 Einsätzen gerufen, das sind 10 mehr als noch vor einem Jahr. Etwa die Hälfte davon entfällt auf den Helfer vor Ort-Dienst, den die Bergwacht zusammen mit der Sanitätsbereitschaft und der Wasserwacht leistet.

Auch für das neue Jahr hat sich die Bereitschaft einiges vorgenommen. Das Hauptaugenmerk wird sicherlich auf der Fertigstellung der Bergrettungswache liegen. Daneben stehen aber auch an der Schneeberghütte mehrere wichtige Sanierungsaufgaben an. Außerdem sollen alle Aktiven Einsatzkräfte auf dem hohen Ausbildungsstand gehalten werden oder sogar zusätzliche Fortbildungen besuchen. Zudem steht noch die Anschaffung eines Transportanhängers für das ATV aus, da der bisherige Transportanhänger für den Motorschlitten zu klein ist, um das neue Fahrzeug auch im Winterbetrieb mit montierten Raupen zu transportieren.

Als nächster Tagesordnungspunkt stand der Kassenbericht von Kassiererin Kerstin Peuschel an, die das Amt spontan übernommen hatte, nachdem ihre Vorgängerin Kerstin Wendel im Januar bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Sie berichtete, dass den Ausgaben für die Bergrettungswache in Höhe von über 53.000 Euro Einnahmen aus Spenden und Zuschüssen in Höhe von 30.000 Euro gegenüberstanden. Außerdem beklagte sie gestiegene Ausgaben für Versicherungen sowie den vor allem durch das HvO-Pojekt ständig steigenden Kraftstoffbedarf. Hier bekräftigte Bürgermeister Dreyer seine Zusage, die Bergwacht zu unterstützen und für Fördermittel zu werben.

Harald Ott berichtete über die Kassenprüfung. Er bescheinigte den Finanzverantwortlichen eine einwandfreie Führung der Unterlagen und beantragten die Entlastung der Kassiererin und der Bereitschaftsleitung. Diese  wurde einstimmig erteilt.

In der Jugendarbeit blickte Jugendleiter Thomas Peuschel auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Aktuell gehören der Jugendgruppe neun Jugendliche an, die spielerisch an die Arbeit in der Bergwacht herangeführt werden. Bewährt hat sich das System, jeweils eine theoretische Gruppenstunde und eine praktische Aktion im Monat durchzuführen. Peuschel berichtete von mehreren Kletteraktionen, Hüttenübernachtungen und Radtouren. Höhepunkt war der Bau einer Seilbahn im Weißenstädter Kurpark, mit der die Jugendlichen vom Rodelhügel aus quer durch den Park „fahren“ konnten. Auch die beiden Ferienaktionen im Sommer hatten regen Zuspruch und brachten der Gruppe drei neue Mitglieder. Als Ziele für die Zukunft nannte Peuschel einen anerkannten Erste-Hilfe-Kurs für die Jugendlichen, eine Einsatzübung und eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Jugendgruppen anderer Bergwachten im Fichtelgebirge.

Als Verantwortlicher für den Rettungsdienst konnte Peuschel außerdem von mehreren Neuanschaffungen berichten. So erhielt die Bereitschaft aus dem Staatshaushalt mehrere neue Funkgeräte, einen Luftrettungs-Bergesack, verschiedenes Sicherungsmaterial und eine Akku-Schlagbohrmaschine zum Setzen von Sicherungshaken. Aus Eigenmitteln wurden unter anderem mehrere neue Seile angeschafft. Für die Zukunft setzt Peuschel vermehrt auf praxisnahe Ausbildungen und Einsatzübungen.

Weitere Tagesordnungspunkte waren aktuelle Themen und demnächst anstehende Termine.

 

Für den Ausbau der Bergrettungswache ist die Bergwacht Weißenstadt weiterhin auf Spenden angewiesen. Helfen Sie helfen - jeder Euro zählt!

Kto.: 415 359 - BLZ: 773 637 49 - Raiffeisenbank Gefrees eG

Autor: JO, BW Weißenstadt

von links nach rechts: Bereitschaftsleiter Matthias Wendel, Regionalleiter Dieter Winkler, Anwärter Michael Schwemmer, Kassiererin Kerstin Peuschel, Bergwacht-Rettungssanitäter Christian Kade, die Anwärter Lisa Döbereiner und Andreas Westernacher, Peter Beithner aus Kirchenlamitz und Einsatzleiter Benedikt Ott
STIFTUNG BERGWACHT
Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.