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Die Bergwacht Bayern ist Gründungsmitglied der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen.

Nachrichten

Sonntag, 26. Januar 2014

Schwierige Nachtrettung in der Rubihorn Nordwand

Am Samstag-Abend wurde die Bergwacht Oberstdorf zu einem aufwendigen Nachteinsatz alarmiert - vier Bergsteiger konnten in einer schwierigen Rettungsaktion im Dunkeln aus der Rubihorn-Nordwand gerettet werden.

Zwei Seilschaften waren auf der klassischen Nordwandroute am Rubihorn unterwegs und konnten aufgrund des reichlichen Neuschnees im oberen Bereich der Route den Weg zum Gipfel nicht fortsetzen. Bei den beiden Seilschaften handelt es sich um zwei ca. 30 jährige Alpinisten aus Vorarlberg und einen 17 jährigen Bergsteiger aus München mit seinem ca. 40 jährigen Begleiter aus Stuttgart. Beide Seilschaften waren unabhängig voneinander unterwegs und waren erfahrene und gut ausgerüstete Bergsteiger.

Sie entschlossen sich gemeinsam den Rückzug anzutreten und versuchten auf eine Route weiter links zu gelangen. Über diese sollte durch Abseilen der Rückzug Richtung Gaißalpe erfolgen. Beim Abseilvorgang konnte eines der Seile nicht abgezogen werden, verhängte sich und musste gekappt werden. Dadurch hatten beide Teams nicht mehr die volle Abseillänge zur Verfügung und konnten nicht die eingerichteten Standplätze erreichen. Bei hereinbrechender Dunkelheit alarmierten sie mit dem Mobiltelefon gegen 17:30 Uhr dann über die Rettungsleitstelle Allgäu welche die Bergwacht Oberstdorf informierte.

Die Einsatzleitung der Bergwacht Oberstdorf entschied sich die Rettungsaktion mit zwei unterschiedlichen Strategien parallel anzugehen. Ein Bergrettungsteam sollte mit Hilfe von Statikseilen und der Motorwinde eine Rettung Richtung Gipfel vorbereiten; ein Bergretter sollte mit Hilfe eines Rettungshubschraubers mit Winde eine direkte Kappbergung bei den Bergsteigern versuchen. Die Wettervorhersagen waren bis 24:00 Uhr gut, danach sollte eine Kaltfront mit starkem Schneefall im Einsatzgebiet durchziehen.

Gegen 19:00 Uhr landeten der SAR Hubschrauber der Bundeswehr aus Penzing und kurz darauf der Polizeihubschrauber, beide mit Rettungswinde ausgestattet. Die ersten vier Bergretter wurden mit Rettungsmaterial in zwei Anflügen zum Gipfel geflogen und konnten dort abgesetzt werden. In der Zwischenzeit konnte der erste Bergsteiger durch einen Bergretter direkt mit der Winde des Polizeihubschraubers gerettet werden. In weiteren Anflügen wurden alle anderen in Not geratenen Bergsteiger ebenfalls direkt mit der Rettungswinde aus der Wand geholt. Die SAR-Maschine der Bundeswehr konnte später die anderen Bergretter und Rettungsmaterial am Gipfel aufnehmen und zurück zur Einsatzwache bringen.

Alle geretteten Bergsteiger waren leicht unterkühlt aber unverletzt und konnten selbständig den Nachhauseweg im eigenen PKW antreten. Gegen 22:00 Uhr war Einsatzende für alle Beteiligten.

Der Einsatz wurde durch das neu in Dienst gestellte Technikfahrzeug der Bergwacht Allgäu unterstützt. Durch die darin verfügbare Nachtsicht- und Infrarottechnik konnte die gesamte Aktion überblickt und dokumentiert werden. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Bundeswehr, Rettungsleitstelle und Bergwacht funktionierte hervorragend. Ohne das maximale Engagement aller beteiligten Einsatzkräfte wäre diese Rettungsaktion so nicht möglich gewesen.

Weitere Infos und Bilder:

www.all-in.de

www.new-facts.eu

 

 

 

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